Gloria von Thurn und Taxis: Wir leben in Deutschland in einer Monarchie ohne Krone und Blut 4.85/5 (26)

Andreas Lombard im Gespräch mit Gloria von Thurn und Taxis auf Schloss Emmeran (c) CATO / Hagen Schnauss

(David Berger) Fürstin Gloria von Thurn und Taxis empfing CATO-Chefredakteur Andreas Lombard auf Schloss Emmeran. In dem Interview äußerte sie sich mit der von ihr bekannten Ehrlichkeit und Treffsicherheit zu den großen Problemen unseres Landes.

Als einer der überzeugendsten Edelmänner des konservativen Journalismus, Andreas Lombard, durch die Tore des Regensburger Schlosses St. Emmeran schritt, um dort Gloria von Thurn und Taxis zum großen CATO-Interview zu treffen, war abzusehen, dass hier zwei Personen aufeinander treffen werden, bei denen es kaum Dissonanzen geben dürfte.

Jedenfalls hat man diesen Eindruck, wenn man das jetzt erschienene Interview in der aktuellen Ausgabe des Kulturmagazins “für neue Sachlichkeit” liest. Da kommen dann Interview-Fragen, auf die SZ- oder taz-Schreiberlinge nicht einmal kämen, wenn sie mehrere Jahre ununterbrochen nichts anderes als Interviews mit der Fürstin machen würden. Etwa:

“Durchlaucht, welche Beziehungen pflegen Sie zu Engeln und Heiligen?”

Oder:

“Adelsfamilien scheinen mehr Kinder zu haben als andere. Könnte der Adel in geburtenschwacher Zeit nicht zum Vorbild für mehr dynastisches Bewusstsein auch in der breiten Bevölkerung werden?”

Solch ein synchroner Herzschlag muss für ein Interview nicht immer abträglich sein. Ganz im Gegenteil. Hier hat er offensichtlich dazu geführt, dass Durchlaucht mit brutaler Ehrlichkeit und ohne jede Rücksicht auf politische Korrektheit geantwortet hat: “Ich bin es gewohnt, ehrlich antworten zu dürfen”, ist denn auch das ganze Interview überschrieben, das nun in der aktuellen Ausgabe von CATO erschienen ist.

Die Basis für diese Ehrlichkeit, die wir heute bei Prominenten in Deutschland kaum noch erleben, wurde bereits in der Kindheit Glorias (eine geborene Gräfin von Schönburg-Glauchau) gelegt. Die Fürstin erzählt aus ihrer Kindheit, die sie teilweise in Somalia verbrachte:

“Wir wurden zu großer Offenheit und Toleranz gegenüber anderen politischen Ansichten und Religionen erzogen. Das war aber nur möglich, weil unsere Eltern zugleich unseren tradierten Glauben vermittelten.”

Tradierter Glaube, das ist bei Gloria der Katholizismus und zwar nicht der dem Zeitgeist und den Wunschvorstellungen der gerade Mächtigen angepasste Wischiwaschi-Berufskatholizismus der Marxs und Woelkis, sondern sie meint wirklich Katholizismus, wenn sie über ihren Glauben spricht:

“Ich bin sehr katholisch …”

Deshalb bewundert sie auch den klassischen Messritus und sieht in der Wiederverheiratung Geschiedener, dem Frauenpriestertum, der Abtreibung usw. den Teufel am Werk.

Da kommt es dann schon zu außergewöhnlichen Aussagen, bei denen Nanny-Redakteure vermutlich zusammenzucken und die der Chefredakteur später streichen würde. So etwa, wenn Gloria zum Thema Früh-Sexualisierung in den Kindergärten und Schulen sagt:

“Die Sexualität ist ein zartes Pflänzchen … Wenn es zu früh zu viel Wasser bekommt, geht es kaputt”

Und etwas später:

“Auf der einen Seite wird durch Frühsexualisierung ‘Frischfleisch’ gezüchtet. Aber wenn sich jemand daran vergreift, schreit die Gesellschaft auf, und die Täter werden auf ewig verdammt. Verwirrend!”

Vernichtend fallen ihre Analysen über den gegenwärtigen Zustand unseres Landes aus. Das System Merkel charakterisiert sie brutal als “Monarchie ohne Krone und Blut”.

Zu der Grenzöffnung Merkels 2015 sagt Gloria:

“Weder das Parlament noch die Bürger wurden gefragt, als die folgenschwere Entscheidung fiel, die Einwanderung aus wirtschaftlich ärmeren Ländern zuzulassen. Das wird zu Konflikten führen. Wie die aussehen, kann man bereits in Belgien und Frankreich sehen – sofern die Bilder gezeigt werden. Sowohl in Südamerika als auch in Afrika hält man Deutschland für naiv.”

Auch zum Stand der Meinungs- und Pressefreiheit nimmt die Fürstin kein Blatt vor den Mund:

“Heute sind wir auf dem Weg in eine stramme, puritanische, selbsreferentielle Gesellschaft mit Denk- und Sprechverboten.”

AfD und “Nazi” werden jetzt vielleicht jene schreien, die realisiert haben, dass ihre Zeit zu Ende geht und ihre gesellschaftlichen Illusionen nur noch mit Hilfe von Facebook-Sperrungen, Netzdurchsetzungsgesetzen und Shadowbans aufrecht erhalten können.

Und ich fragte mich nach dem Interview, ob unser Land nicht doch vielleicht besser in den Händen solch Adeliger aufgehoben wäre als unter der Raute von Pfarrerstöchtern.

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Quelle: https://philosophia-perennis.com/2018/04/01/gloria-von-thurn-und-taxis-wir-leben-in-deutschland-in-einer-monarchie-ohne-krone-und-blut/

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Die religiösen Ursprünge des Globalismus – zur Erinnerung 5/5 (9)

Ein Interview mit dem Schriftsteller Hervé Ryssen, erschienen bereits 2009 in „Mecanopolis“ unter dem Titel „Les origines religieuses du mondalisme“, ist nicht nur bemerkenswert, sondern passt thematisch irgendwie zu meinem letzten Beitrag „Großisrael über alles?“ und könnte,  sofern  Ryssens gewagte These stimmte,  manches in der Weltpolitik erklären. Der sehr interessante Inhalt, der natürlich die ganz persönliche Meinung Hervé Ryssens wiedergibt, rechtfertigt in meinen Augen die Länge des Beitrages und sollte  deshalb auch zu Ende gelesen und diskutiert werden.

Mecanopolis: Hervé Ryssen, Sie haben kürzlich ein Buch – Les Espérances planétariennes [Planetare Hoffnungen] – veröffentlicht, das endgültig Licht auf die Logik des Globalismus und seiner religiösen Grundlagen wirft. Viel zu lange haben die Intellektuellen der nationalistischen Bewegung sich gescheut, derart „anstößige Dinge“ anzugehen, und es vermieden, die kosmopolitische Propaganda anzuprangern. Könnten Sie unseren Lesern zunächst einmal erklären, was der Titel Ihres Buches bedeutet ?

Hervé Ryssen: Ich habe mich in die Schriften jüdischer Intellektueller eingearbeitet um zu versuchen, ihre Weltsicht zu verstehen. Nachdem ich Dutzende politischer Aufsätze, Romane und Erzählungen aller Genres gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass der Begriff „Hoffnung“ regelmäßig in diesen Texten auftaucht. Natürlich steht dieser Begriff für sie für die Erwartung einer besseren Welt, den Messias und das „gelobte Land“. Rufen wir uns ins Gedächtnis, dass, obwohl die Christen ihren Messias anerkannt haben, die Juden immer noch auf den ihren warten. Diese messianische Erwartungshaltung ist das Herzstück der hebräischen Religion und ganz allgemein der jüdischen Mentalität, einschließlich der von atheistischen Juden. Das ist der grundlegende Punkt. Was den Begriff „planetar“ angeht, so ist das ein Neologismus, der nichts anderes bedeutet als eine Welt ohne Grenzen.

Meine Arbeit konzentriert sich ausschließlich auf jüdische Intellektuelle. Im Gegensatz zu dem, was viele Leute denken mögen, verstößt die Verwendung des Wortes „Jude“ noch nicht gegen das Gesetz. Ich weiß wohl, dass viele aus der nationalistischen Szene schon bei der einfachen Erwähnung dieses Wortes anfangen zu schwitzen, wahrscheinlich weil sie befürchten, dass antisemitische Bemerkungen kommen, die heutzutage in der Tat streng bestraft werden. Ich persönlich teile diese Angst nicht, weil meine Arbeiten ausschließlich auf Recherchen jüdischer Quellen basieren. Sagen wir, ich habe eine rationale und sogar vollkommen emotionslose Herangehensweise an das Thema.

Mecanopolis: Man hört Juden oft vom „gelobten Land“ und dem „Messias“ sprechen, aber wir haben wohl stets missverstanden, was sie mit diesen Konzepten meinen. Ist das „gelobte Land“ nicht der Staat Israel ?

Hervé Ryssen: Historisch gesehen ist es das Land Kanaan, das Jahwe Abraham gegeben hat, wie man im ersten Buch Moses, dem ersten Buch der Torah, nachlesen kann. Aber auch schon vor der Zerstörung des zweiten Tempels durch die römischen Legionen des Titus und der Vertreibung haben zahlreiche Juden in der Diaspora gelebt. Dort blieben sie bis ins Jahr 1917, als manche Juden aufgrund der Balfour-Deklaration, welche die Schaffung einer „jüdischen Heimstätte in Palästina“ vorsah, nun daran denken konnten, dass durch die Wiedereinnahme des „gelobten Landes“ das messianische Zeitalter endlich nahe ist. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass andere und viel zahlreichere Juden zur gleichen Zeit dachten, dass das gelobte Land weiter nördlich liegt, und zwar in der riesigen Sowjetunion, in der nach der Oktoberrevolution 1917 so viele Juden in allerhöchsten Machtpositionen auftauchten. Es genügt jedoch, etwas ältere Texte zu lesen, um festzustellen, dass es im 19. Jahrhundert Frankreich – das Land der Menschenrechte – war, das jüdische Hoffnungen weckte und in den Augen vieler Juden aus der ganzen Welt das „gelobte Land“ war. Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts und die Weimarer Republik Deutschlands in der Zwischenkriegszeit hätten durchaus auch als „gelobte Länder“ betrachtet werden können, da insbesondere Kultur und Finanzen zu der jeweiligen Zeit weitestgehend von Bänkern, Intellektuellen und Künstlern jüdischer Herkunft geprägt waren.

Es fällt auf, dass derartige Hoffnungen immer in grausamer Desillusionierung enden. Tatsächlich ist der Staat Israel kein sicherer Hafen, um es vorsichtig auszudrücken. Was das jüdisch-bolschewistische Russland angeht, so hat es sich nach dem Zweiten Weltkrieg gegen die Juden gewandt und sie wurden aus Machtpositionen entfernt. Das „Frankreich der Menschenrechte“ ist auf dem besten Weg in ein Drittweltland und seit 2001 sind jüdische Aufrufe vernehmbar, dieses „antisemitische“ Land, in dem Juden zunehmend unter dem Zorn junger Araber leiden, zu verlassen. Kurz gesagt sieht es so aus, als ob es für Juden immer ein sehr böses Ende nimmt, gleichgültig wohin sie gehen und was sie tun.

Lange Zeit war das „gelobte Land“ auch Teil des amerikanischen Traums. In den 1880er Jahren wanderten Zigtausende von Juden aus Mitteleuropa in die Vereinigten Staaten aus, wo sie sich ein besseres Leben Leben ohne Kosacken, Pogrome und den ihnen verhassten Zaren erhofften. Das allerneueste „gelobte Land“ war jedoch offensichtlich Russland nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Innerhalb weniger Jahre ist es einer Handvoll „Oligarchen“ gelungen, sich einen großen Teil der privatisierten russischen Reichtümer unter den Nagel zu reißen. Der bekannteste von ihnen, der Milliardär Khodorkowski, sitzt heute in Wladimir Putins neuem Russland hinter Gittern. Offensichtlich hat es mit diesem neuen „gelobten Land“ auch wieder nicht geklappt. Kurz gesagt muss man verstehen, dass die Juden seit ihrem Auszug aus den Ghettos unablässig ihr „gelobtes Land“ geändert haben, und ihre Irrfahrten enden systematisch in Enttäuschung. Nur die Vereinigten Staaten stellen in ihren Augen immer noch dieses Eldorado dar. Aber wie lange noch ?

Mecanopolis: Sie sprechen hier von Geschichte und Geographie, aber sind Messianismus und die Idee des gelobten Landes nicht eher religiöse Konzepte ?

Hervé Ryssen: Damit kommen wir zum Kern der Sache zurück. Wenn Sie mit einem Rabbi in der Rue des Rosiers reden, wird er Ihnen sofort erzählen, dass Juden vor allem danach streben, eine Welt des Friedens zu schaffen, eine Welt, in der alle Konflikte verschwunden sein werden, seien sie sozialer Natur oder zwischen Rassen oder Nationen. Es ist diese Welt universellen Friedens, die es zu erreichen gilt, weil diese Welt für sie das messianische Zeitalter darstellt. Die Autoren sind hier ziemlich deutlich. Das Folgende hat der Philosoph Emmanuel Lévinas zum Thema geschrieben: „Man kann die Verheißungen der Propheten in zwei Kategorien einteilen: politisch und gesellschaftlich. Die Entfremdung, die bei allen menschlichen Unternehmungen willkürliche Macht hervorbringt, wird verschwinden; die soziale Ungerechtigkeit, der Einfluss der Reichen auf die Armen werden zusammen mit der politischen Gewalt verschwinden. (…) Was die zukünftige Welt angeht, so beschreibt sie unsere Schrift als ‘eine in Schicksalsgemeinschaft verbundene Menschheit’“ (1)

Der Großrabbiner des zentralen Konsistoriums Jacob Kaplan ruft in Le vrai Visage du judaïsme die berühmte Passage in Erinnerung, die eine der Quellen des jüdischen Messianismus ist: „Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten.“ (Jesaja 11, 6-9). Kaplan fügt noch hinzu: „Das ist offensichtlich ein Bild der Beziehungen, die zwischen den Völkern errichtet werden wird, die glücklich Einigkeit und Harmonie untereinander aufrechterhalten.“ (2) David Banon bestätigt diese Weltsicht in seinem Buch über Messianismus: „Das messianische Zeitalter, wie es von den Propheten beschrieben wurde, besteht in der Unterdrückung politischer Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit.” (3)

Die Prophezeihungen der Hebräer versprechen uns damit den Übergang der Menschheit in eine vereinigte Welt und parallel dazu die Unterdrückung sozialer Ungleichheiten. Hier kann man auch ganz klar sowohl die primitiven Wurzeln des Marxismus erkennen als auch unsere planetare Ideologie zu Beginn des dritten Jahrtausends, die propagiert von den Medien der Traum so vieler unserer Mitbürger geworden ist. Hiermit haben wir den Kern der jüdischen Weltsicht. Von hier muss man ausgehen, wenn man das geistige Universum der Juden verstehen will. Und das erklärt auch, warum Juden ständig das Wort „Frieden“ im Mund führen. Ihr „Kampf um Frieden“ wird unablässig geführt.

Zum Beispiel weihte Chirac im März 2000 eine „Mauer für den Frieden“ auf dem Champ-de-Mars ein, die von Clara Halter, der Ehefrau des Schriftstellers Marek Halter entworfen worden ist: Es ist eine Art Glashalle, in der die kleine Clara das Wort „Frieden“ in zweiunddreißig Sprachen an die Wand geschrieben hat, und zwar – wie man sich leicht vorstellen kann – um die Offiziersanwärter der Militärakademie direkt gegenüber zu verhöhnen. Solche Werke haben eine religiöse Bedeutung, die nur wenige Goyim erkennen können.

Man kann somit durchaus behaupten, dass das Konzept des „gelobten Landes“ nichts weniger als eine Hoffnung von planetarem Ausmaß ist, wo alle Nationen verschwunden sein werden. Das ist auch genau das, was der Philosoph Edgar Morin uns mitteilt, wenn er schreibt: „Wir haben das gelobte Land nicht, aber wir haben ein Bestreben, einen Wunsch, einen Mythos, einen Traum: Ein globales Vaterland zu verwirklichen.“ (4). Und auch Jacques Attali spricht davon in L’Homme nomade, „die Welt zum gelobten Land zu machen.“ (5). Es ist somit diese vereinigte, befriedete Welt, die das „gelobte Land“ sein wird. Aber diese Texte erwecken manchmal den Eindruck, dass in den Köpfen gewisser Intellektueller die Idee vollkommen wörtlich genommen wird, dass die ganze Welt ihnen versprochen ist. Was manchmal zu einem etwas aufdringlichen Verhalten führt…

Mecanopolis: Angesichts der Politik von US-Präsident George W. Bush sieht es nicht so aus, als ob seine zahllosen zionistischen Berater sich für die Welt des „Friedens“ einsetzen, von der Sie sprechen. Wie erklären Sie sich diesen Widerspruch ?

Hervé Ryssen: Man kann nicht leugnen, dass die führenden Persönlichkeiten der amerikanischen jüdischen Gemeinschaft zu einem großen Teil für den Krieg im Irak verantwortlich sind. Man müsste blind sein, das nicht zu sehen; und man müsste unehrlich sein, es zu leugnen. Ihr politischer Einfluss ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts auf alle aufeinanderfolgenden amerikanischen Regierungen beträchtlich gewesen. Amerikanische Nationalisten wie der berühmte Flieger Charles Lindbergh prangerten in ihrer Zeit den Druck der jüdischen Lobby (in den USA ist sie eine Lobby neben anderen) an, ein stark isolationistisches Volk in den Krieg gegen Nazi-Deutschland zu drängen. Bereits in den 1920er Jahren hatte der Fabrikant Henry Ford das Ausmaß des Problems erkannt und diese Information in einer Zeitschrift weitverbreitet veröffentlicht, die er speziell zu diesem Zweck gegründet hat. Man sollte sich auch in Erinnerung rufen, dass Madeleine „Albright“ und die Falken aus dem amerikanischen Außenministerium ihr ganzes Gewicht für den Krieg gegen Serbien im Jahr 1999 in die Waagschale geworfen haben. Sie haben somit vollkommen Recht, auf den Widerspruch zwischen messianischem Glauben und sozusagen dem „irdischen Handeln“ hinzuweisen.

Man wird Ihnen aber in aller Aufrichtigkeit erklären, dass diese Kriege „Friedenswerke“ sind !  Hören sie einfach nur Elie Wiesel, einem „Friedens“nobelpreisträger zu, der 1991 natürlich ein Ultra-Kriegstreiber war, als er sich für die Bombardierung des Irak stark machte: „Es geht nicht nur darum, Kuwait zu helfen“, sagte er damals, „sondern es geht darum, die gesamte arabische Welt zu beschützen.“ Und so mussten alle Westler gegen den „Schlächter von Bagdad“ mobilisiert werden, der sich schuldig gemacht hatte, eine Bedrohung für den Staat Israel darzustellen: „Um Krieg zu verhindern“ schreibt Elie Wiesel, „ist es geboten, Krieg zu führen. Es ist notwendig, der zerstörerischen Kraft, die er gegen die Menschheit anwendet, eine größere Kraft entgegenzusetzen, damit die Menschheit am Leben bleibt. Denn es geht um die Sicherheit der zivilisierten Welt, um ihr Recht auf Frieden, und nicht nur um die Zukunft Israels … Rachedurst ?  Nein: Durst nach Gerechtigkeit. Und nach Frieden.“ (6).

Beachten Sie hierbei, dass er nicht zögert, sich in hohe Ideale von Frieden und Liebe zu hüllen, wenn es um die Vernichtung seines Feindes geht. Aber es kommt selbstverständlich nicht in Frage, dass der jüdische Staat sich selbst mit dieser niederen Militäraktion befasst. Es ist die Aufgabe der Westler, die mittels „Sensibilitäts“kampagnen überzeugt werden müssen, den Diktator zu entfernen. Wenn der Feind erst einmal besiegt ist, kann der unermüdliche Kampf für Demokratie und „Frieden“ wiederbelebt werden, wann immer es politisch opportun ist. Nachdem man seine Feinde ausgelöscht hat, ist man immer für „Frieden“.

Mecanopolis: Sie sprechen von „Demokratie“. Welche Art von Zusammenhang kann zwischen einem politischen System und messianischem Glauben bestehen ?  Ist die Demokratie notwendig für die Ankunft des Messias ?

Hervé Ryssen: Die Demokratie ist nicht immer das einzige Pferd im Stall planetarer Hoffnungen gewesen. Lange Zeit hat auch das marxistische Ideal diese Rolle gespielt. Es ist bekannt, dass Marx selbst sowie die große Mehrheit marxistischer Ideologen und Führer Juden waren: Lenin hatte jüdische Wurzeln, Leon Trotzki, Rosa Luxemburg, Georg Lukacs, Ernest Mandel, usw. ebenso wie nahezu alle Vordenker der 68er-Bewegung. Das ist kein Zufall und es gibt kaum einen kleinen militanten Kommunisten, der sich dessen nicht bewusst ist. Der Marxismus strebt die Schaffung einer perfekten Welt an, in der Religionen und Nationen zusammen mit sozialen Konflikten verschwunden sein werden. Wir können feststellen, dass dieses Schema perfekt in den messianischen Rahmen passt. Das Denken von Marx ist letztendlich nichts als die säkularisierte Version traditioneller jüdischer Eschatologie.

George Steiner hat den Marxismus aus der Perspektive biblischer Prophezeihungen betrachtet: „Marxismus“ so sagt er, „ist im Grunde ungeduldiges Judentum. Der Messias hat zu lange gebraucht um zu kommen, oder genauer gesagt, um nicht zu kommen. Und so ist es an den Menschen, das Reich der Gerechtigkeit auf dieser Erde hier und jetzt einzuführen (…) predigt Karl Marx in seinen Manuskripten von 1844, in denen man die Ausdrucksweise der Psalmen durchschimmern sehen kann.“ (7).

Weder Marx noch Lenin noch Trotzki glaubten an Gott, und doch kommt ihre jüdische Herkunft als jüdischer Messianismus taghell zum Vorschein. Politischer Marxismus ist jedoch seit dem Fall der Berliner Mauer in Europa nur noch eine Randerscheinung. Tatsache ist, dass bei den Projekten der planetaren Vereinigung die Demokratie überall triumphierte, wo der Kommunismus versagt hat. Man kann aber dennoch feststellen, dass linksextreme Gruppierungen immer noch von der Aufmerksamkeit der Medien in westlichen Gesellschaften profitieren: Das liegt daran, dass sie die Speerspitze des Projekts einer egalitären und multirassischen Gesellschaft sind, und damit die radikale Opposition, die das liberale System immer hervorbringt, in eine globalistische Richtung lenken. Dieses mobilisierende Utopia ist eine Notwendigkeit in einem trostlosen demokratischen System, das seiner Jugend nichts weiter bietet als das Flanieren in Einkaufszentren. Somit ist der Marxismus am nützlichsten, wenn er in die Demokratie eingebettet ist. Marxismus und Demokratie sind zwei sich vollkommen ergänzende und füreinander unverzichtbare Kräfte in dem Projekt, ein globales Imperium zu errichten. Ohne den Kommunismus würde die Opposition sich unweigerlich in Richtung nationalistischer Strömungen bewegen, und das würde das System nicht überleben.

Mecanopolis: Sind nach dem Fehlschlagen des Staatskommunismus nun die multirassische Demokratie und „Menschenrechte“ die ultimativen Waffen der „planetaren“ Kräfte ?

Hervé Ryssen: Das Ziel der Globalisten ist es, die verwurzelten traditionellen Kulturen zu zerstören, um eine einheitliche Welt zu erschaffen. Diese Bestrebungen nach Vereinigung wurden von dem chasidischen Philosophen Martin Buber ausgedrückt, dem es nicht aufzufallen scheint, dass er uns damit eine exakte Definition von Totalitarismus liefert: „Überall“ so schreibt er „wird man [im Judentum] das Streben nach Einigung finden. Nach Einigung im Innersten eines Individuums. Nach Einigung zwischen den verschiedenen Mitgliedern eines Volkes und nach Einigung zwischen den Nationen. Nach Einigung zwischen dem Menschen und allen Lebewesen, nach Einigung von Gott mit der Welt.“ (8) Um diese perfekte Welt zu ereichen, ist es notwendig, alle nationalen Widerstände und alle ethnischen oder religiösen Identitäten zu zermalmen, zu zerstrampeln und zu zersetzen. Die „Einigung“ kann nur aus dem menschlichen Staub und den menschlichen Überresten der großen Zivilisationen erzielt werden, und bei diesem Vorhaben der Zerstörung traditioneller Zivilisationen spielt Einwanderung eine entscheidende Rolle. Die Doktrin der „Menschenrechte“ ist hier eine Kriegswaffe von fürchterlicher Schlagkraft.

Und das sagt der Großrabbiner Kaplan: „Um ein Zeitalter ohne Bedrohung für die Menschheit einzuläuten, müssen wir uns stark auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verlassen. (…) Respekt für die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist eine so dringliche Verpflichtung, dass es die Pflicht eines jeden Einzelnen ist, zu allen Projekten beizutragen, die auf ihre weltweite und vollständige Einführung abzielen.“ Die ganze Menschheit muss sich dem unterwerfen.

Das ist gleichbedeutend damit, zu sagen, dass die „Menschenrechte“ das bevorzugte Werkzeug zur Verwirklichung von Jahwes Verheißungen sind. Somit ist es auch kein Zufall, dass René Cassin, der die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 inspirierte, gleichzeitig Generalsekretär der Alliance Israélite Universelle war. 1945 ernannte ihn General de Gaulle zum Vorsitzenden des Conseil d’Etat. Sein Leichnam ruht im Panthéon, dem Tempel der großen Männer der Republik.

Mecanopolis: Kann man sagen, dass in der Einwanderungsfrage Einigkeit unter jüdischen Intellektuellen herrscht ?

Hervé Ryssen: Jüdische Intellektuelle können Liberale, Marxisten, Zionisten, Religiöse oder Atheisten sein. Doch all diese Meinungsverschiedenheiten machen die messianische Basis ihrer Bestrebungen nicht zunichte. Und ich kann Ihnen versichern, dass bezüglich Einwanderung vollkommene Einigkeit unter ihnen herrscht. Hier ist zum Beispiel, was Daniel Cohn-Bendit, ehemals führend bei der 68er-Revolution und heute Dezernent für multikulturelle Angelegenheiten im Magistrat der Stadt Frankfurt sagt: „Die Wohnbevölkerung in Frankfurt am Main besteht zu mehr als 25% aus Ausländern, aber man kann sagen, dass Frankfurt auch nicht zusammenbrechen würde, wenn der Ausländeranteil eines Tages auf ein Drittel ansteigen würde.“ (9)

Das stimmt vollkommen mit den Aussagen des Sozialisten Jacques Attali überein, der über Deutschlands alternde Bevölkerung schreibt: “Es ist in der Tat notwendig, dass die eingebürgerte ausländische Bevölkerung ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmacht, und in den Städten die Hälfte der Bevölkerung.” (10). Man könnte natürlich genausogut Anreize zur Steigerung der deutschen Geburtenrate schaffen, aber Jacques Attali zieht das nicht in Betracht, weil nur eine multirassische Gesellschaft der Garant für die Verwirklichung der planetaren Projekte ist. Für Frankreich schlägt Attali dieselbe Lösung vor: „Es [Frankreich] wird auch alle Mittel zur Verjüngung seiner Bevölkerung einsetzen und dazu eine große Anzahl von Ausländern willkommen heißen müssen.“ (11)

Ein im Jahr 2005 veröffentlichter Bericht der Weltbank spricht sich auch dafür aus, dass Russland seine Grenzen öffnet und eine großangelegte Einwanderungspolitik betreibt, die „eine der grundlegenden Voraussetzungen für stabiles Wirtschaftswachstum“ darstellt und es ermöglichen wird, der Herausforderung einer alternden Bevölkerung zu begegnen. Halten wir gleichzeitig fest, dass Paul Wolfowitz, der Präsident der Weltbank, sich niemals für arabische Einwanderung nach Israel ausspricht, um die schwankende Bevölkerungszahl dieses Landes zu stabilisieren.

Äußerungen dieser Art kommen systematisch von allen jüdischen Intellektuellen, gleichgültig ob es Marxisten wie Jacques Derrida, Sozialisten wie Guy Konopnicki oder Liberale wie Guy Sorman oder Alain Minc sind. Die einen oder anderen unter ihnen legen darüberhinaus auch noch die ärgerliche Tendenz an den Tag, uns wie Vollidioten zu behandeln, indem sie uns zum Beispiel erzählen, dass die Einwanderung während der letzten 20 Jahre nicht gestiegen sei oder dass die mangelnde Sicherheit auf gar keinen Fall mit diesem Phänomen zusammenhängen würde. Cohn-Bendit sagt uns offen ins Gesicht: „Der beste Weg, Rassismus zu stoppen, wäre die Steigerung der Ausländerzahl.“

Ihre Aussagen zu diesem Thema sind unfassbar dreist. Guy Sorman zum Beispiel erklärt uns in aller Seelenruhe, dass das Frankreich von einst mit seinen Dialekten und seinem Patois [Anm. d. Ü.: ländliche Mundart der Normandie] „multikultureller als das heutige Frankreich war“ (12). Das ist nur ein Beispiel von vielen für die Dreistigkeit, auf die sie so stolz sind und die sie „Chutzpe“ nennen.

Das Ziel ist die Zerstörung der weißen Welt und noch allgemeiner aller verwurzelten Gesellschaften. All diese Intellektuellen beteuern, dass diese Entwicklung unvermeidlich ist, und dass es daher auch zwecklos ist, sich ihr zu widersetzen. Man fühlt sich hier an das marxistische System erinnert, in dem es die klassenlose Gesellschaft war, die „unvermeidlich“ war. Gemäß Jean Daniel wird „nichts die Wanderungsbewegungen der verarmten Bevölkerungen in Richtung eines alten und reichen Westens aufhalten. (…) Deshalb zeigt sich von nun an Weisheit und Vernunft darin, sich auf immer mehr Einwanderer einzustellen und geeignete Vorbereitungen für ihren Empfang zu treffen.“ (13)                                                                                                                                                         Sie müssen sich klarmachen, dass es darum geht, uns schon den bloßen Gedanken daran, uns zu verteidigen, zu verbieten. Ihre weltweite Einmütigkeit bei diesem Thema ist wahrlich verblüffend.

Mecanopolis: Man hört oft, dass die Juden von den Nazis als „minderwertige Rasse“ betrachtet wurden. Ich glaube jedoch, dass Ihre Recherchen darauf hindeuten, dass sie viel eher dazu neigen, sich selbst als „überlegene Rasse“ zu betrachten. Könnten Sie das bitte erklären ?

Hervé Ryssen: Ich kann Ihnen versichern, dass es einen enormen Stolz gibt, zum „auserwählten Volk“ zu gehören. Und unter Intellektuellen ist dieser Stolz mit einer nicht minder großen Verachtung für die sesshaften Völker, die sie für äußerst minderwertig halten, verknüpft. Es gibt zahllose Aussagen zu diesem Punkt. Zum Beispiel schrieb Bernard-Henri Levy in der Erstausgabe des Journal Globe von 1985: „Selbstverständlich sind wir entschieden kosmopolitisch. Selbstverständlich ist uns alles Bodenständige, die Bourrée [Anm. d. Ü.: frz. Tanz], der bretonische Dudelsack, kurz gesagt alles typisch Französische oder Fahnenschwenkende, fremd und sogar zuwider.                                      Vaterländer aller Art und der ganze altmodische Plunder in ihrem Gefolge“ widern ihn in höchstem Maße an: „All das ist nichts weiter als ein furchtsamer und verklemmter Rückzug auf die armseligste Identität. (…) Patois zu sprechen, im Takt der Bourrée zu tanzen und zum Klang von bretonischen Dudelsäcken zu marschieren (…) so grenzenlose Dummheit ist widerwärtig.“ (14)

Der Philosoph Emmanuel Lévinas hat ebenfalls seinem Glauben an die Tugenden der Entwurzelung und des Nomadentums Ausdruck gegeben. Für ihn wird die größte Rückständigkeit ohne Zweifel durch die heidnischen Zivilisationen der Antike repräsentiert: „Das Heidentum“ so schreibt er „ist der regionale Geist: ein Nationalismus, in dem Grausamkeit und Mitleidlosigkeit zu Hause sind. Waldmenschentum, eine vormenschliche Menschheit.“ Selbstverständlich reicht all das nicht an den Genius der Wüstenbeduinen heran: „Es ist der trockene Wüstenboden, auf dem sich nichts befestigen lässt, auf den der wahre Geist als Schrift hernieder gestiegen ist, um seine universelle Erfüllung zu finden.(…)                                                                                                                  Der Glaube an die Befreiung des Menschen kann für sesshafte Zivilisationen nur eine Erschütterung sein, die dazu führt, dass die dicken Krusten der Vergangenheit abbröckeln.(…) Man muss unterentwickelt sein, um sich zu ihrer Existenzberechtigung zu bekennen und in ihrem Namen um einen Platz in der modernen Welt zu kämpfen“ (15).

Es reicht diesen Intellektuellen jedoch nicht aus, uns Blödsinn zu erzählen, uns mit „Menschenrechten“ einzulullen, uns mit repressiven Gesetzen die Hände auf dem Rücken zu fesseln und uns Körperfremdes in unsere Venen zu injizieren. Sie müssen uns auch noch ihre Verachtung für unsere alten Kulturen in die Ohren schieben. Aber es scheint, als ob diese Verachtung ihren Rachedurst nicht vollständig befriedigt. Sie müssen uns auch noch beleidigen und uns ins Gesicht spucken: „Ignoranten, Xenophobe, Paranoiker, Schwachköpfe, Spinner usw.“: Das ist es, was wir sind. In La Vengeance des Nations aus dem Jahr 1990 versichert uns Alain Minc, der uns über die Wohltaten der Einwanderung aufklärt, dass „es Unwissenheit ist, die der ‘Xenophobie’ Nahrung gibt.“ (16), und dass es deswegen notwendig ist, „die verrückten Fremdenfeinde zu bekämpfen“ und dieser „französischen Paranoia“ (17) ein Ende zu setzen.                                                                       Und um das zu bewerkstelligen, schlägt Alain Minc vor, Migranten gegenüber Franzosen nach dem amerikanischen Modell systematisch zu bevorzugen. Wie Michael Moore in seinem 2002 in den USA herausgegebenen Buch im Rampenlicht der Medien proklamiert hat, ist es nicht mehr notwendig, diese Stupid White Men (das ist der Titel seines Buches) mit Samthandschuhen anzufassen, weil sie ohnehin rein gar nicht verstehen, was mit ihnen geschieht. Und ich werde Ihnen jetzt nicht auch noch die zahllosen Filme aufzählen, in denen die kosmopolitischen Filmemacher ihrer Rache gegen die christliche Zivilisation und ganz allgemein gegen den weißen Mann freien Lauf zu lassen scheinen.                              Angesichts all dieser Logorrhoe scheint es mir offensichtlich zu sein, dass diese Leute uns hassen. Man könnte es kaum klarer sehen, wenn sie fluoreszierende Leuchtreklamen wären oder wenn sie ein Blinklicht auf dem Kopf tragen würden.

Mecanopolis: Wie erklären sie sich diesen offensichtlichen Rachedurst in religiösen Schriften, die in Richtung Weltfrieden tendieren ?  Wo kommt diese Rachsucht, von der Sie sprechen, her ?

Hervé Ryssen: Der Geist von Rachsucht findet sich in zahllosen Schriften. Er trieft aus der Feder des Schriftstellers Albert Cohen in seinem Roman Frères humains oder bei Patrick Modiano in La Place de l’Etoile. Der große Guru des derzeitigen Afrozentrismus Martin Bernal, der ein „Weißer“ ist, beschwört dieses Gefühl auch herauf: „Mein Ziel ist es, die intellektuelle Arroganz der Europäer zu drosseln.“ Wenn man in die ferne Vergangenheit eintaucht, stellt man fest, dass diese Haltung unverwüstlich die Jahrhunderte überdauert hat.

Zum Beispiel schrieb Anfang des 16. Jahrhunderts Rabbi Salomon Molcho, der von vielen Juden als messianische Figur angesehen wurde, seine sehr bezeichnenden prophetischen Visionen nieder, in denen man die Vorstellung findet, dass sich die „Rache gegen die Völker“ erfüllen wird. Er versichert uns auch, dass „die Fremden zerbrochen“ und „die Nationen zittern werden“. (18). Und Moshe Idel kommentiert: „Das Gedicht von Molcho beschwört ganz klar das Kommen einer doppelten Rache herauf: Gegen Edom und gegen Ismael“, das heißt gegen Christentum und Islam, und er setzt noch einen drauf: „Gott enthüllt nicht nur, wie man das Christentum bekämpft (…) sondern auch noch, wie man die Macht des Christentums zerbricht, damit die Erlösung stattfinden kann.“(19) Das ist deutlich, oder ?

Man kann diese Art prophetischen Wahns bei vielen anderen jüdischen Gestalten der Geschichte finden, wie zum Beispiel bei Isaac Abravanel, der vor der Vertreibung 1492 Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Spanien war und der zu einem der mythischen Helden für die aus Spanien kommenden Juden geworden ist. Auch er hat sehr deutlich die Rache des Volkes Israel gegen die Christenheit ausgedrückt und „alle Nationen aufgerufen gegen das Land Edom in den Krieg zu ziehen.“ (Obadiahs Vision aus 1. Mose, 20, 13) (20)

Für diejenigen, die sich immer noch nach den Gründen für diesen Jahrhunderte alten Hass fragen, ist hier eine kleine Erklärung: „Der Tag ist nahe, an dem der Ewige an allen Nationen Rache nehmen wird, die den ersten Tempel zerstört und Israel im Exil unterjocht haben. Und auch du, Edom, der du den zweiten Tempel zerstört hast, wirst das Schwert und die Rache kennenlernen (Obadiah) …. Die verheißene Erlösung Israels ist mit dem Fall Edoms verbunden.“ (21)

Dieser rachsüchtige Hass von zwanzig Jahrhunderten wird auch von dem Philosophen Jacob Talmon ausgedrückt, der 1965 schrieb: „Die Juden haben mit dem christlichen Westen sehr alte Blutfehden zu regeln.“ (22) Pierre Paraf, der ehemalige Vorsitzende von LICA (Ligue contre l’antisémitisme – Liga gegen Antisemitismus) lässt eine Romanfigur aus seinem im Jahr 2000 wieder aufgelegten Roman Quand Israël aima, sagen:“So viele unserer Brüder, durch Beschneidung gekennzeichnet, stöhnen unter der Peitsche der Christen. Gelobt sei Gott !  Jerusalem wird sie eines Tages sammeln; und sie werden ihre Rache haben !” (23). Es sieht ganz so aus, als ob diese Leute einen sehr hartnäckigen Groll hegen.

Mecanopolis: Wir sind jetzt wirklich sehr weit weg von dem Klischee des „armen kleinen verfolgten Juden“, wie es im Kino gezeigt wird. Kann man letztendlich die weit verbreitete Vorstellung oder das „Vorurteil“, dass „die Juden nach der Weltherrschaft streben“ doch ernst nehmen ?

Hervé Ryssen: Wissen Sie, ich habe zu diesem Thema keine persönliche Meinung, ich gebe mich damit zufrieden, zu analysieren, was geschrieben wird. Deshalb kann ich nicht bestätigen, dass es sich um eine allgemeine Gesinnung jüdischer Intellektueller handelt. Aber diese Gedanken wurden von einigen von ihnen ausgedrückt. Das Buch über Abravanel bestätigt diese Interpretation auf der Grundlage biblischer Schriften: „Samuel dachte“ so schreibt der Autor „dass im messianischen Zeitalter alle Nationen Israel unterworfen sein werden, in Übereinstimmung mit dem, was geschrieben steht: ‘Und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis ans andere und vom Strom bis an der Welt Ende. ‘ (Sacharja 9, 10) (…) Während der Erlösung wird ein König aus dem Hause David regieren.“ Das wird „der große Frieden sein, der im Zeitalter das Messias-Königs auf Erden herrschen wird.“ (24). Hier haben wir die Bestätigung, dass Israel für den „Frieden“ kämpft.

Camille Marbo erzählt in ihrem 1936 erschienenen und 1999 wieder aufgelegten Roman Flammes Juives (25) die Geschichte junger marokkanischer Juden, die in den 1920er Jahren ihre Mellah [Anm. d. Ü.: traditionelles jüdisches Viertel in Marokko] verlassen und sich in Frankreich niederlassen. Dabei wird explizit von der „Eroberung der Welt durch Israel“ gesprochen (S.10). Man findet darüberhinaus auch Passagen wie „‘Israel muss die Welt regieren’, sagte Daniel (…) ‘Man fürchtet sich vor uns’ wiederholte der alte Benatar, ‘weil wir die Rasse der Propheten sind’“ (S. 18); „Es ist noch nicht unsere Generation, welche die Christenheit erobern wird. Aber Ihr, ja Ihr, werdet das Fundament legen und Eure Kinder werden das Werk vollbringen. Sie werden die Christen in Verwirrung stürzen. Israel wird die Welt führen, so wie es sein soll.“ (S. 126). Es gibt noch viele andere Texte über dieses Thema.

Mecanopolis: Der Wunsch, eine Weltregierung zu errichten ist somit keine Wahnvorstellung der „Erleuchteten“, wie Taguieff sagen würde ?

Hervé Ryssen: Es ist ganz klar, dass all das ins Werk gesetzt wird, um uns dazu zu bringen, unsere Wurzeln, unsere Traditionen, unsere Geschichte, unsere Familien und unsere Vaterländer zu verleugnen, um uns schließlich dahin zu bringen, die „offene“ Gesellschaft zu akzeptieren, die den kosmopolitischen Geistern und der Vorstellung einer Weltregierung entgegenkommt. Alain Finkielkraut beharrt auf diesem Punkt: „Das Böse“ so schreibt er “ kommt durch Vaterländer und Vatersnamen in die Welt.“ (26)                   Der postmoderne Mensch muss aufhören, „sowohl in sich als auch in anderen den Spuren der Vergangenheit nachzujagen.“ Es soll ihm Ruhm und Ehre bedeuten, “ Kosmopolit zu sein und gegen Lokalpatriotismus in den Krieg zu ziehen.“ (27) Von da aus kann man schließlich dazu kommen, die Idee einer „planetaren Konföderation“ anzunehmen, wie es sich der Soziologe Egar Morin in all seinen Büchern wünscht, oder besser gesagt, für die Einführung einer Weltregierung tätig zu sein, wie es auch Jacques Attali ausdrückt: „Nach der Einführung kontinentaler europäischer Institutionen wird vielleicht die dringende Notwendigkeit einer Weltregierung auftauchen.“ (28)                                                                All das hindert ganz offensichtlich den berühmten antifaschistischen Bauernfänger Pierre-André Taguieff nicht, sich über die antisemitischen Hirngespinste zu empören, und zu behaupten, die Vorstellung von Weltherrschaftsstreben sei auf Geisteskrankheit oder Täuschungsabsicht zurückzuführen.

Mecanopolis: Man kann aber dennoch nicht leugnen, dass die Juden die Jahrhunderte hindurch schreckliche Verfolgungen erlitten haben. Wie erklären sie sich ihr Unglück selber ?

Hervé Ryssen: Das ist vielleicht das erstaunlichste Kapitel der Frage. Auch in diesem Punkt stimmen die Erklärungen alle miteinander überein und sind üblicherweise auf der „Sündenbock“-Theorie aufgebaut, die besagt, dass sich die Regierung oder das Volk in schwierigen Zeiten gegen ein speziell dafür ausersehenes Opfer wendet, dem alle „Fehler“ der „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ angelastet werden.

Diejenigen, die am meisten daran interessiert sein sollten, zeigen häufig auch ein vollkommenes Unverständnis des Phänomens. So ist für Clara Malraux (die Frau des Schriftstellers André Malraux) antisemitischer Hass „leichter zu ertragen, wenn man weiß, dass er vollkommen und absolut ungerechtfertigt ist, und dass der Feind sich selbst damit zu einem Menschheitsfeind macht.“ (29).                                                                                       Der Feind der Juden ist also der Feind der gesamten Menschheit. Das drückt auch Elie Wiesel aus, der in Band 2 seiner Memoiren schreibt: „So und nicht anders ist es: Der Feind der Juden ist der Feind der Menschheit (…) Wenn sie Juden töten, nehmen die Mörder die Ermordung der gesamten Menschheit in Angriff.” (30). In der Tat bedeutet die Ermordung eines Juden, der sozusagen von Natur aus unschuldig ist, einen Angriff auf jeden unschuldigen Menschen und jede andere Gemeinschaft. Damit hat sich jemand in der Tat als Menschheitsfeind definiert. Aber es gibt auch noch eine andere eher klassische Interpretation, die darauf basiert, dass ausschließlich Juden als Menschen gelten, während die anderen Völker gemäß einer sogenannten Talmudformel aus dem „Samen von Vieh“ abstammen.

In seinem 2004 erschienenen Buch Le Discours de la haine, behauptet der Philosoph André Glucksmann, dass „Judenhass das Rätsel aller Rätsel ist. (…) Der Jude ist auf keinen Fall die Ursache des Antisemitismus; es ist notwendig, dass man diese Leidenschaft in sich selber und durch sich selber betrachtet, so als ob der Jude, den sie heimsucht (…) gar nicht existieren würde (…) Zwei Jahrtausende, die schwer für den Juden waren. Zwei Jahrtausende, in denen er eine beständige Frage für sein Umfeld gewesen ist. Zwei Jahrtausende, in denen er nichts dafür konnte. (31) .                                                                   Sie müssen verstehen: „Der Jude“ ist immer unschuldig. Auch hierbei handelt es sich nicht um isolierte Aussagen, diese Haltung scheint diejenige zu sein, die unter der Mehrheit jüdischer Intellektueller vorherrschend ist. Emmanuel Lévinas hat diese Meinung auch ausgedrückt, genauso wie ein anderer jüdischer Philosoph, Shmuel Trigano, für den das Phänomen des Antisemitismus „trotz einer riesigen Masse an Literatur über das Thema unerklärt geblieben ist.“ (32)

Mecanopolis: Man hört auch oft, Antisemitismus sei eine Geisteskrankheit…

Hervé Ryssen: Da das Phänomen nicht erklärt ist und die Juden unschuldig daran sind, kann das Problem logischerweise nur bei den Goyim liegen. Betrachten wir die Aussage des Religionsphilosophen Yeshayahu Leibowitz, die sich in dem Buch Portraits juifs finden lässt: „Es ist ein Phänomen, das historisch unverständlich ist. Der Antisemitismus ist für mich nicht das Problem der Juden sondern der Goyim. (33) Im ersten Band seiner Memoiren schreibt auch Elie Wiesel: „Ich war nicht weit davon entfernt, mir zu sagen: Es ist ihr Problem, nicht unseres.“(34)

Die Erklärung, dass Antisemiten an Geistesverirrung leiden, findet sich sehr häufig aus der Feder intellektueller Juden. Das 1995 veröffentlichte Buch von Raphaël Draï Identité juive nimmt diese Vorstellung ebenfalls auf: „Der Antisemit unterstellt dem Juden die Absichten, die er selber hegt.(…) Die psychopathologische Dimension einer derartigen Konstruktion bedarf der Aufmerksamkeit.(…) Die präsentierten Juden sind in Wirklichkeit projizierte Juden; das ‘judaisierte’ Bild gehört zu den Wahnvorstellungen des Antisemiten.“ (35)

Der russische Schriftsteller Vassili Grossmann gibt derselben Vorstellung Ausdruck: „Antisemitismus“ so sagt er „ist der Spiegel der Defekte des Einzelmenschen, der bürgerlichen Gesellschaften, der Staatssysteme. Sag mir, wessen du den Juden beschuldigst, und ich sage dir, wessen du selbst schuldig bist. Als der Nationalsozialismus dem jüdischen Volk die Wesenszüge zuschrieb, die er selber erfunden hatte, wie zum Beispiel Rassismus, den Willen zur Weltherrschaft oder die Gleichgültigkeit gegenüber seinem deutschen Vaterland, hat er in Wirklichkeit den Juden mit seinen eigenen Eigenschaften ausgestattet.“ (36).                                                                                         Zusammengefasst wird uns zu verstehen gegeben, dass der Antisemit im Juden seine eigenen Fehler zurückweist. Auf dieser Ebene fällt das tatsächlich in den Bereich der Psychotherapie. Bliebe nur noch  zu klären, ob es wirklich der „Goy“ ist, der sie am meisten benötigt!

 (1) Lévinas, Emmanuel: Difficile liberté [Schwierige Freiheit], Albin Michel, 1963, éditions de 1995, S. 85-86
(2) Kaplan, Jacob: Le vrai Visage du judaïsme [Das wahre Gesicht des Judentums] Paris: Stock, 1987
(3) Banon, David: Le Messianisme [Der Messianismus], Presses universitaires de France, 1998, S. 15-16.
(4) Morin, Edgar: Un nouveau commencement [Ein neuer Anfang], Seuil, 1991, S. 9.
(5) Attali, Jacques: L’Homme nomade [Der nomadische Mensch], Fayard, 2003, Livre de poche, S. 34.
(6) Wiesel, Elie: Mémoires 2 [Memoiren, 2, Band], Editions du Seuil, 1996, S. 144, 146, 152.
(7) Steiner, George: De la Bible à Kafka [Von der Bibel zu Kafka], 1996, Bayard, 2002, pour l’édition française.
(8) Buber, Martin : Judaïsme, 1982, S. 35.
(9) Cohn-Bendit, Daniel: Xénophobies, 1998, S. 14.
(10) Dictionnaire du XXIe siècle, [Wörterbuch des 21.
Jahrhunderts] 1998.
(11) Attali, Jacques: L’Homme nomade [Der nomadische Mensch], 2003, S. 436.
(12) En attendant les barbares [Warten auf die Barbaren], S. 174-79.
(13) Le Nouvel Observateur, October 13, 2005
(14) L’Idéologie française, 1981, S. 212-216
(15) Lévinas, Emmanuel Difficile liberté [Schwierige Freiheit], Albin Michel, 1963, éditions de 1995, S. 299.
(16) Minc, Alain: La Vengeance des Nations [Die Rache der Nationen] (1990) S. 54
(17) ebenda S. 208 ff
(18) Moshe Idel, Messianisme et mystique [Messianismus und Mystik], 1994, S. 65-66
(19) ebenda S. 48
(20) Attias, John-Christoph :Abravanel, La mémoire et l’espérance [Erinnerung und Hoffnung] Paris: Editions du Cerf, 1992, S. 256
(21) Lamentations [Klagelieder Jeremias] 4:22; S. 276
(22) Talmon, J.-L.: Destin d’Israël [Die Bestimmung Israels], 1965, Calmann-Lévy, 1967, p. 18
(23) Paraf,Pierre: Quand Israël aima [Als Israel liebte], 1929, Les belles lettres, 2000, p. 19
(24) Attias, Isaac: Abravanel S.181, 198, 228
(25) Marbo, Camille: Flammes juives [Jüdische Flammen], 1936, Les Belles Lettres, 1999.
(26) Finkielkraut, Alain: L’Humanité perdue [Die verlorene Menschheit], p.154.
(27) Finkielkraut, Alain: Le Mécontemporain [Unzufriedene Zeitgenossen], Gallimard, 1991, pp. 174-177.
(28) Dictionnaire du XXIe siècle [Wörterbuch des 21. Jahrhunderts]
(29) Malraux, Clara: Rahel, Ma grande sœur…[Rachel, meine große Schwester…], Editions Ramsay, Paris, 1980, p. 15.
(30) Wiesel, Elie: Mémoires 2, Editions du Seuil, 1996, p. 72, 319.
(31) Glucksmann, André: Le Discours de la haine [Hassrede], Plon 2004, pp. 73, 86, 88.
(32) Trigano, Shmuel: L’Idéal démocratiqe; à l’épreuve de la shoah [Das dem.
Ideal; von der Shoah auf die Probe gestellt], Ed. Odile Jacob, 1999, S. 17.
(33) Loelbl, Herlinde: Portraits juifs [Jüdische Porträts], L’Arche éditeur, Francfort, 1989, 2003 pour la version française.
(34) Wiesel, Elie: Mémoires 1, Le Seuil, 1994, pp. 30, 31
(35) Draï, Raphaël: Identité juive, identité humaine [Jüdische Identität, menschliche Identität], Armand Colin 1995, pp. 390-392.
(36) Grossman, Vassili: Vie et destin [Leben und Bestimmung], 1960, Ed. Julliard, Pocket, 1983 pour la traduction française, pp. 456-8.
[Anm. d. Ü.: Das in Eckklammern Gesetzte ist lediglich meine Übersetzung. Es bedeutet nicht, dass eine deutsche Übersetzung exististiert oder unter diesem Titel existiert]

https://helmutmueller.wordpress.com/2011/08/19/die-religiosen-ursprunge-des-globalismus/

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Der honigmann

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Krieg und Panik – Eine endlose Tragödie? Bisher noch keine Bewertung

Im Gespräch mit Carsten Pötter

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Symptome, die im engeren und weiteren Sinne mit Angst und/oder Panik zu tun haben, nehmen zu. Laut Angaben von statistika leiden 25 Prozent aller Menschen mindestens einmal im Leben unter Angststörungen. „Jeder siebente Deutsche (13,1%) war bzw. ist gerade wegen Angstsymptomen in Behandlung (von den insgesamt 394 Behandelten waren 109 klinische und 285 subklinische „Fälle“). Nur 41,6% aller Befragten mit behandlungsbedürftigen Ängsten erhielten eine Behandlung im weitesten Sinne. Als Behandler der Befragten wurden verschiedene Berufsgruppen in folgender Häufigkeit eruiert: 81,7% Allgemeinmediziner, 5,8% Psychiater oder Nervenfachärzte, 16,5% andere Fachärzte (z.B. Internisten), 2,8% Psychologen und 1,3% Heilpraktiker. Über vier Fünftel der Behandlungen von Menschen mit Angststörungen erfolgen demnach durch den Hausarzt. 89,3% aller Behandelten erhielten Medikamente, 74,4% eine allgemeine Beratung, 9,4% eine stationäre Behandlung, 16,5% eine Psychotherapie, 5,1% eine andere Behandlung. Die Pharmakotherapie stellt in der Versorgungspraxis die häufigste Form der Angstbehandlung dar. Nur bei insgesamt 25% der klinischen und subklinischen Fälle erfolgte eine psychotherapeutische Behandlung“, ist auf der Internetseite von Dr. Hans Morschitzky, Klinischer Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut und Autor, zu lesen. Die Seite bietet übrigens eine Fülle weiterer Informationen zum Thema Angst- und Panikstörungen.

In einer Reportage mit dem Titel „Volkskrankheit Angst“ in der WELT von Wiebke Hollersen steht, dass allein im Jahre 2010 15 % aller Deutschen wegen krankhafter Angststörungen beim Arzt waren.

Was könnten Angst und Panik mit früheren Kriegen zu tun haben?

Auch Apotheker Carsten Pötter hat sich Gedanken über das Thema Angst und Panik gemacht. In einem von ihm verfassten Beitrag mit dem Titel „Krieg und Panik“ beleuchtet er die Problematik aus systemischer Sicht und postuliert, nichts gehe „im System“ verloren. Wenn die eigene Biografie keine Hinweise auf Lebensbedrohung liefere, gründeten sich Angst und Panik auf Erinnerungen anderer Menschen, deren Träger die Betroffenen seien. Schon in dem Interview mit Iris Hammermeister „Heilung der Mutterwunde durch die eigene Stimme“ wurde auf die Relevanz intergenerationeller traumatischer Erfahrungen hingewiesen. Angesichts der Tatsache, dass Angst- und Panikstörungen zu etwa 90 Prozent medikamentös behandelt werden, was die Konflikte nicht ursächlich lösen dürfte, soll das Thema in einem erneuten Gespräch mit Carsten Pötter untersucht werden.

FRIEDA im Gespräch mit Carsten Pötter

FRIEDA: Wie meinen Sie das, Angst und Panik können auf Erinnerungen anderer Menschen basieren, wenn die eigene Biografie keine Hinweise auf Lebensbedrohung liefere?

Carsten Pötter: Um diese Frage zu beantworten, muss ich etwas weiter ausholen. Ich gehe zum einen davon aus, dass nichts ohne Grund geschieht und zum anderen, dass alles miteinander in Beziehung steht. Daraus folgt, dass in einem Netz nichts verloren geht, und beispielsweise ein Ereignis, das am Knotenpunkt C einwirkt, durchaus am Knotenpunkt F zum Ausdruck kommen kann, wenn das am Punkt C nicht mehr möglich ist. Wenn also die Biografie eines Menschen keine Anhaltspunkte enthält, die mit einer Lebensbedrohung in Verbindung stehen, wird die Ursache in einem anderen Knotenpunkt als Erleben zu finden sein, mit dem dieser Mensch in Verbindung steht oder in Verbindung stand. Dazu sollte der Blickwinkel erweitert werden, um den Ereignishorizont zu erfassen, in dem die Ursache gefunden werden kann. Nach meiner Ansicht ist jeder Mensch auf dieser Welt, um seine eigene Lektion durch Wiederholen von Prozessen und Erinnern von Erfahrungen zu lernen, und zwar so lange, bis er diese verstanden und verinnerlicht hat. Wenn er am Erkennen seiner Lektionen kein Interesse hat, bleibt er entweder an jenen Strukturen haften, die sein eigenes Leben bedingen oder in dem Netz hängen, das zum Einfangen ausgelegt wurde.

 

FRIEDA: Was verstehen Sie in dem Zusammenhang untereinem Netz, das zum Einfangen ausgelegt wurde?

Carsten Pötter: Das Netz ist ein Synonym für die Verstrickungen, die, wenn sie dicht gewebt sind, undurchdringlich sind. Es wirkt wie ein Schleppnetz, das ein Fischtrawler hinter sich herzieht und alles einfängt, was sich auf seiner Route befindet. Die darin gefangenen Fische sind zwar in diesem Netz geschützt, sie verlieren aber ihr Leben, sobald das Netz an Bord des Schiffes eingeholt wird. Und darauf läuft es immer hinaus: Die konstruierte Sicherheit ist in jedem Fall tödlich für das Leben. Das Leben kann nur gelebt werden, dazu ist es da. Es ist der Wirklichkeitsraum, den jeder Mensch bewusst oder unterbewusst selbst geschöpft hat, denn jeder von uns ist Schöpfer und somit auch Schöpfer seiner eigenen Wirklichkeit.

Diese Erkenntnis mag ernüchtern, oder gar schmerzlich sein, aber sie ist, wie sie ist, und wir kommen daran nicht vorbei, so sehr wir uns auch bemühen, uns in Strukturen zu begeben, die Sicherheit versprechen, die es nicht gibt, und dabei nicht realisieren, dass dieses Sicherheitsnetz letzten Endes ein Käfig ist, aus dem es kein Entrinnen gibt. Aus dem Käfig kommt derjenige heraus, der das Wagnis des Lebens vollumfänglich annimmt und aufrecht in dieses Leben tritt, das zu führen er selbst für sich gewählt hat.

Noch einmal: Leben heißt Lernen durch Erinnern und Wiederholen. Es verschwindet nichts. Es ändern sich lediglich die Erscheinungsform oder der Ort. Dort verbleibt die Erinnerung so lange, bis sie aufgerufen wird, wobei sich der Fund oft in einem neuen Gewand zeigt. Mythen zu verstehen und Geheimnisse zu lüften sind gekoppelt an die Bereitschaft, Zusammenhänge zu sehen, und das beruht auf der Fähigkeit, vernetzt denken zu können. Zu diesem Thema habe ich im letzten Interview einiges ausgeführt. All das legt die Vermutung nahe, dass alles, was sich bemerkbar macht, gesehen und in seinem Wesen erkannt werden will. Es gehört aus meiner Sicht zur Hauptaufgabe des Menschen, sich seinem eigenen Erkenntnisprozess zu stellen, und sein Handeln an den daran gewonnenen Schlussfolgerungen auszurichten. Das, was er zu erkennen vermag, ist allerdings abhängig von seinem Wissen von der Welt, was wiederum an seine in ihm wirksamen Filtersysteme gekoppelt ist, die darüber entscheiden, zu welchem Wissen er Zugang findet und zu welchem Wissen ihm der Zugang verwehrt ist.

Ich sehe den Menschen im Ringen um die Frage, wer er ist, warum er ist und welche Bedeutung sein Leben hat. Dazu inkarniert jeder Mensch präzise in die Zeit und an jenen Ort hinein, der seiner Erkenntniskonfiguration entspricht. Denn dort findet er genau das vor, was mit seinem Lernauftrag korreliert. Den hat jeder Mensch nach meinem Verständnis selbst gewählt, denn dieser Auftrag ist an seine Seelenfrequenz gekoppelt, die bei der Verschmelzung eines elektrisch geladenen Samenfadens und einer magnetisch geladenen Eizelle erzeugt wurde, und dessen Aufruf er gefolgt ist. Somit gehören Eltern und Kind energetisch zusammen, weil sie einander bedingen. Ihre Verbindung beruht auf der Weitergabe und der Fortsetzung von Erfahrungen und Erinnerungen, deren Inhalte so lange in Erscheinung treten, bis diese erkannt, verstanden und im Falle des Nichterledigtseins verwandelt werden. Wenn dieser Mensch stirbt, bedeutet das keineswegs das Ende seines Auftrags. Das gilt nur für den Fall, dass er diesen erkannt und erfüllt hat. Ist sein Auftrag unerledigt, bleibt dieser bestehen und wird als Erbe an seine Nachfahren weitergegeben.

FRIEDA: Wie funktioniert ihrer Meinung nach die Weitergabe dieses Erbes?

Carsten Pötter: Ich verstehe die Welt als sichtbare Ausdrucksform von organisiertem Bewusstsein, wobei ich Bewusstsein und Energie als Synonyme betrachte. Da Energie weder hergestellt noch zerstört werden kann, kann sich lediglich der Ausdruck oder die Form verändern. Wird das Leben eines Menschen durch ein bestimmtes Ereignis bedroht, und führt dieses Ereignis zum Tode, nimmt seine Seele, die nicht an Materie gebunden ist, diese Speicherung in das allgemeine Bewusstseinsfeld als Erinnerung mit, und mit dieser Erfahrung verbleibt diese Seelenfrequenz in der jeweiligen Konfiguration zurück. Wird diese Frequenz erneut aufgerufen und transzendiert in einem Menschen, ist er auch an diesen Erfahrungsschatz angebunden.

In meiner täglichen Arbeit erlebe ich, dass Menschen Dinge zum Ausdruck bringen, die in ihnen nicht als mittelbare Erfahrung wirken. Dann sehe ich diese Menschen als Erinnerungsträger bestimmter Erfahrungen und Erlebnisse. Unsere Großeltern- und Urgroßeltern haben in ihrer Lebenszeit mehrheitlich Dinge erfahren und erlebt, die sie weder ausdrücken noch verarbeiten konnten. Dieses Erbe schlummert als Potential in ihren Nachkommen weiter. Es wurde in unserer Elterngeneration im Zustand des Verborgenen gespeichert und in der Regel nicht zum Ausdruck gebracht. Der Ausdruck dieser Erinnerung ruht nach meinen Erfahrungen ein bis zwei Generationen.

Wir, die Enkel- bzw. Urenkelgeneration, tragen dieses Erbe und wir sind angetreten, dessen wahre Geschichte ans Tageslicht zu bringen, die Dinge zu klären und zurechtzurücken. Das funktioniert nur, wenn wir verstehen, was tatsächlich passiert und warum es passiert. Die Ruhigstellung und Unterdrückung dieser Phänomene führen sicherlich nicht zur Klärung. Das gilt auch für die Verbrämung und Beschwichtigung. Dieser Prozess kann in Verwahreinrichtungen, die wir euphemistisch als Seniorenheime umschreiben, anschaulich beobachtet werden.

FRIEDA: Woran liegt es Ihrer Ansicht nach, dass in den Nachkriegsgenerationen oft so wenig oder gar nicht über die erlebte oder ausgebübte Gewalt im Krieg gesprochen wurde?

Carsten Pötter: Das hat mit dem Dogma des Tätervolkes zu tun. Sie kennen den Ausspruch „Vae vicits“, der auf den Gallierkönig Brennus zurückgeht. Nach seinem Sieg über die Römer warfen diese ihm vor, bei der Auswägung der auferlegten Kriegskontribution zu schwere Gewichte zu benutzen. Daraufhin soll Brennus mit diesen Worten auch noch sein Schwert in die Waagschale geworfen haben, so dass die Römer nun sogar noch mehr Gold zahlen mussten. Diese Intention hat sich auch nach der bedingungslosen Kapitulation am 9. Mai 1945 in Deutschland wiederholt, und die Besiegten sind immer noch tributpflichtig, auch wenn die Zahlungen und Leistungen etwas diskreter organisiert werden.

Das Dogma vom Tätervolk stigmatisiert eine ganze Generation kollektiv als Verbrecher und jeder Versuch, dieses Dogma zu hinterfragen, wird mit Sanktionen belegt. Das hat in den letzten 70 Jahren zur Entwicklung einer stinkenden Eiterhöhle geführt, die früher oder später platzen wird. Die Dramatik dieser Eiterhöhle kann nur von denen verstanden werden, die über ein unabhängiges Geschichtsbewusstsein verfügen, denn der Inhalt dieser Höhle stellt gleichzeitig den Gründungsmythos der BRD und der gesamten Nachkriegsordnung dar. Eines der Hauptwirkungen dieses stinkenden Eiters ist die Zerstörung der Selbstachtung der Menschen, die darin mental, spirituell und emotionell eingeschlossen ist. Für diese Menschen gibt es unter den gegenwärtigen Bedingungen kein Entrinnen.

Für die Siegermächte, vor allem die USA, ist es von zentraler Bedeutung, dass ein Bild entsteht, in dem die Deutschen als Verbrecher und die Alliierten als Befreier gezeichnet werden, denn das stellt die Rechtfertigung für alles, was nach 1945 in Deutschland und mit den Deutschen bis in die Gegenwart passiert. Das funktioniert nur deswegen, weil sich die Deutschen dieser Indoktrination nicht nur unterwarfen, sondern darüber hinaus jede Infragestellung selbst sanktionieren, um dieses Bild aufrechtzuerhalten. Dieses Programm der Selbstsabotage funktioniert so gut, dass es keiner externen Kontrolleure mehr bedarf, die die Durchführung überwachen. Das erledigen die Deutschen über ihre jeweiligen Regierungen, Behörden und Institutionen selbst. Entscheidend ist, dass am Ende jedes Selbstwertgefühl, jedes Quellenbewusstsein verloren ging und an dessen Stelle ein Götzendienst getreten ist, dessen Inhalte – in der Regel hohle Worthülsen oder materielle Zuwendungen für wenige Menschen – nach Belieben austauschbar sind. Der wirksamste Götzendienst ist in diesem Zusammenhang der Kult mit der Schuld, die nicht nur an denen haftet, die verantwortlich sein sollen, sondern auch an denen, die ihm folgten und folgen.

FRIEDA: Was fällt Ihnen zum Thema „Täterintrojekt“ vor diesem Hintergrund ein?

Carsten Pötter: Im Unterschied zur Projektion, wo also jemand seinen eigenen Zustand auf einen anderen Menschen überträgt, und sich an diesem stellvertretend abarbeitet, läuft es bei der Introjektion umgekehrt. Die betroffene Person übernimmt Informationen und Erfahrungen eines anderen Menschen in sein eigenes Bewusstseinsfeld und drückt diese stellvertretend für diesen aus. Die Täterintrojektion spielt in der forensischen Psychiatrie eine bedeutsame Rolle, indem man Menschen, die berichten, sie würden den Befehlen von Kräften folgen, deren Stimmen sie hören, veranlasst, „vernünftig“ zu werden. Viele Therapeuten beißen sich allerdings an diesen Menschen die Zähne aus, weil sie nicht erkennen, dass es sich bei den Verhaltensweisen ihrer Patienten nicht um Phantasien handelt, sondern um einen realen Ausdruck einer Speicherung, die in dem Betroffenen wirksam ist.

Anstatt die Quelle zu identifizieren, die es verursacht, also zu erkennen, wem der Therapeut in diesem Moment gegenübersteht, wird eine Struktur konstruiert, in die der Patient hineingezwängt wird. Das heißt, der Mensch wird gezwungen, sich dem Weltbild des Therapeuten anzupassen, weil er nur in diesem Vorstellungsraum agieren kann. Das läuft in vielen Fällen auf ein Machtspiel hinaus, bei dem es nur noch darum geht, die Fassaden aufrechtzuerhalten, um die Deutungshoheit zu bewahren. Damit wird das Klima der Zusammenarbeit vergiftet und eine zielführende Klärung verhindert. Es wäre zu wünschen, wenn Therapeuten nicht werten, sondern ihr Gegenüber in seiner Gesamtheit erfassen und abbilden würden.

FRIEDA: Hinter psychischen oder mentalen Problemen können sich demnach Themen der Ahnen verbergen, oftmals auch unbewältigte traumatische Erlebnisse, von denen es ja gerade in Kriegen jede Menge gibt. Eine Möglichkeit von mehreren, um sich diese so genannten intergenerationellen Traumata bewusst zu machen und sie zu lösen, sind Familien- oder Synergie-Aufstellungen, Methoden, die sich auf „systemische Muster“ im so genannten morphogenetischen Feld stützen. Da traumatische Erfahrungen im „Zellgedächtnis“ verbleiben, solange sie nicht gelöst werden, scheint es also besonders fatal zu sein, wenn nicht über das Erlebte gesprochen wird. Insbesondere im Stammhirn (Reptiliengehirn) sind traumatische Erfahrungen verankert und diese ließen sich, wie manche Traumatherapeuten sagen, nachhaltig nur durch körpertherapeutische Maßnahmen erfolgreich behandeln. Wie sehen Sie das?

Carsten Pötter: Es macht nach meinen Erfahrungen wenig bis keinen Sinn, über den Körper Einfluss zu nehmen. Das Zellgedächtnis ist nur der Speicher, aber nicht die Quelle der Information. Die Quelle ist das morphogenetische Feld. Körpertherapie bringt den Ausdruck unter Kontrolle, aber keine Klärung der Speicherung. Damit wird lediglich Zeit geschunden. Der Inhalt will gesehen und anerkannt werden und das geht meiner Ansicht nach nur, wenn sein Ausdruck zugelassen und unterstützt wird, wenn über den Ausdruck auch die damit verknüpfte Geschichte ans Tageslicht kommt.

Wenn ein Mensch einen Abszess entwickelt, führt der Arzt eine Inzession durch, um den Eiter abführen zu können. Kein normaler Mensch käme auf die Idee, diesen Eiter zu konservieren, weil die Gefahr groß ist, das umliegende Gewebe zu zerstören. Der Speicher muss geöffnet und der Inhalt ausgedrückt werden. Dieser Prozess muss auf der emotionellen Ebene ablaufen, sonst ändert sich nichts. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass im Nacherleben der Erfahrung der Schlüssel liegt. Die Kunst besteht darin, diesen Prozess auszuhalten und zu Ende zu führen. Da die Speicherung energetischen Charakter hat, kann diese auch nur energetisch verwandelt werden, denn das Ereignis selbst kann nicht rückgängig gemacht werden.

FRIEDA: Das klingt plausibel; dennoch halte ich bei der Traumatherapie körpertherapeutische Verfahren, wie beispielsweise auch die Bioenergetik, für hilfreich! Aus mehreren Erfahrungsberichten aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis erfuhr ich zudem, dass Behandlungssysteme wie Brainspotting oder NIS (Neurologisches Integrationssystem) sehr wirksam sein sollen.

Reicht es nicht mitunter auch, eine andere innere Haltung gegenüber den inneren und äußeren Konflikten zu erlangen, beispielsweise über Gebete oder Vergebungsrituale, wie etwa Ho’oponopono-Affirmationen?

Carsten Pötter: Es gibt eine ganze Reihe von Verfahren in der Traumatherapie. Entscheidend für ihren Erfolg ist meiner Ansicht nach, ob ein anhaftendes Ereignis wirklich vom Menschen gelöst wird oder ob sich lediglich der Ausdruck ändert. Die Frage lautet: Sind Schmerzen, Lähmungen, Albträume oder Depressionen verschwunden oder wurden nur neue Bühnen aufgebaut, auf denen sich das gleiche Drama mit anderen Akteuren abspielt? Klassische Ausweichorte sind Leber, Lungen, Herz und Verdauungssystem. Ob Vergebungsrituale ausreichen, hängt davon ab, ob diese geglaubt werden. Die Maßnahmen müssen vom Unterbewusstsein bestätigt werden; erst dann sind diese wirksam. Ein Vergebungsritual ohne vorherige Klärung und Erfüllung ist nach meiner Erfahrung nicht dauerhaft wirksam, da die Affirmation keinen freien Raum findet, um sich zu entfalten.

Ob das Ritual greift, lässt sich zum Beispiel kinesiologisch prüfen. Der Muskelhaltetest bringt ans Licht, ob die Affirmation einfach nur nachgesprochen oder verinnerlicht wurde. Heilung – also wieder vollständig werden – ist ein Stufenprozess, der sich idealerweise in vier Phasen vollzieht. In der Phase 1 geht es um das Erkennen, warum etwas da ist und zu verstehen, was es wirklich bedeutet. In der Phase 2 sollten die erkannten Verschränkungen, Verklebungen und Abhängigkeiten geklärt werden und zwar auf allen Ebenen, durch alle Zeiten und durch alle Dimensionen. Läuft die Klärungsphase nicht vollständig, entwickelt sich aus dem verborgenen Keim das Bekannte wieder zurück. In der Phase 3 geht es darum, den geklärten Raum mit dem eigenen Sein zu füllen. Entscheidend dabei ist, dass das niemand für uns leisten kann. Erfüllung ist stets Selbsterfüllung. Unsere Eltern, Partner oder Therapeuten können das nicht, da sie in der Regel auch mangelbehaftet sind. Es ist ganz nebenbei auch nicht ihre Aufgabe. Unterbleibt die Selbsterfüllung des gereinigten Raumes, füllt sich dieser in kurzer Zeit mit genau jenem Inhalt wieder an, der mit Mühe entfernt worden ist. In der letzten Phase müssen schlussendlich die energetischen Verbindungen gelöst werden. In der Versöhnungsphase zeigt sich, wie wirksam die Phasen 1-3 vollzogen worden sind. Diese Bewusstseinsarbeit kann mit Resonanzmitteln in Kombination mit passgenauen Ritualen unterstützt werden.

FRIEDA: Gibt es spezielle Resonanzmittel, die einen solchen Prozess unterstützen?

Carsten Pötter: Ich habe zusammen mit einem Freund spezielle Werkzeuge entwickelt, die wie energetische Schlüssel funktionieren. In ihnen kommen sowohl bewusstseinsmedizinische, alchemistische und regulative Aspekte als auch affirmatorische Informationen zum Tragen, die auf Wasserbasis gespeichert werden und nach dem Resonanzprinzip funktionieren. Gute und sehr gute Erfahrungen machen Anwender in der Erstbegegnung mit dem Kinder-Komplex in Kombination mit dem alpha-Komplex, die nicht nur unter die Zunge, sondern auf die Chakren gesprüht werden, um die energetischen Zentren wieder miteinander in Verbindung zu bringen.

Das Besondere an diesen Wässerchen liegt darin, dass sie nicht nur die Räume öffnen, in denen die Erinnerungen gespeichert sind, sondern den Anwender dabei unterstützen, den Inhalt freizusetzen. Dieser Prozess kann kurzfristig turbulent sein, je nach Art und Tiefe der Speicherung; er bringt den Anwender aber auf jeden Fall in seine eigene Spur. Wie diese Wässerchen arbeiten, kann nicht wirklich beschrieben werden; das kann nur erlebt und erfahren werden.

FRIEDA: Können Sie das trotzdem an einem Beispiel illustrieren?

Carsten Pötter: Ich will es versuchen und vorausschicken, dass das, was beim Menschen A so funktioniert, nicht einfach auf den Menschen B übertragen werden kann, weil sich ihre Geschichten unterscheiden. Ich werde oft mit der Frage konfrontiert, ob das, was ich tue, bei diesem und bei jenem Problem geholfen habe. Ja, es hilft, aber das heißt nicht, dass es auch allen helfen wird, weil sich Geschichte und Motive unterscheiden.

Nun zum Beispiel: Ein vierjähriges Mädchen entwickelte aus heiterem Himmel eine Angststörung, so dass sie nicht mehr richtig schlafen konnte. Sie träumte nachts von Explosionen und war auch nicht mehr zu beruhigen. Ihre Mutter nahm zu ihrer Heilpraktikerin Kontakt auf und bat um Hilfe. Zum verabredeten Termin erschien aber nicht nur die Mutter mit Tochter, sondern die Kleine brachte ihre Oma mit, die sie auch nicht mehr loslassen konnte. Warum sie das tat, wurde kurze Zeit später klar, nämlich, als die Heilpraktikerin testete, ob die Oma eine wichtige Rolle in diesem Drama spielte. Sie sprühte der Oma den Kinder-Komplex unter die Zunge und ihre Enkelin wurde schlagartig ruhig und verließ den Raum, um im Wartezimmer zu spielen.

Der Kinder-Komplex öffnete in der Oma den Zugang zu einer Erinnerung. Sie berichtete, dass sie mit 4 Jahren nachts von der Mutter geweckt wurde, weil der Vater im Sterben lag. Sie lebten in Polen auf einem Bauernhof. Als sich alle Kinder um das Bett, in dem ihr Vater lag, versammelt hatten, gab es einen großen Donner, der aus der Küche kam. Dort stand ein Topf auf dem Herd, der explodierte. Gleichzeitig fiel der Strom aus und die Kinder hatten große Angst, weil sie nicht wussten, was da vor sich ging. Über dieses Ereignis hatte die Frau noch nie mit jemandem gesprochen. Oma und Enkelin sprühten zwei Wochen lang diesen Kinder-Komplex und die Kleine schlief wieder ohne Probleme, weil das dahinter stehende Bild erkannt und ausgedrückt worden ist.

FRIEDA: Ihr Beispiel ist anschaulich. Mich überrascht allerdings, dass das Wissen um solche Dynamiken und deren Therapierbarkeit nach wie vor nur vergleichsweise selten Anwendung findet. Das, was Sie zu verstehen geben möchten, passt gut zu Erfahrungen, die ich im Zusammenhang mit alten Menschen und demenziellen Erkrankungen gemacht habe. Ich schrieb vor Jahren einen längeren Beitrag mit dem Titel „Immer, wenn man ihnen die Pille gab“ über das Thema für die raum&zeit. Der Artikel ist noch als pdf im Internet zu finden.

Im Rahmen der Recherchen führte ich damals mehrere Gespräche mit Ärzten und auch mit Mitarbeitern in Seniorenheimen. Krieg oder Trauma kamen dabei leider nie zur Sprache. Für die „Veralzheimerung“ werden ja mehrere Ursachen in Betracht gezogen, besonders auch die Kontamination von Leicht- und Schwermetallen im Gehirn. Der Arzt Dr. Klinghardt postuliert, dass die „Bereitschaft“ des Körpers, Umweltgifte zu speichern, genauer: über Neuropeptide zu binden, höher sei, je traumatisierter ein Mensch ist. Umso wichtiger dürfte es ja sein, über die erlebte oder teils auch selbst ausgeübte Gewalt zu sprechen, aber das geschieht nur selten. Wieso „übernehmen“ die Folgegenerationen diese Themen und wie können sie – abgesehen von Angst- und Panikattacken – sonst noch zum Ausdruck kommen?

Carsten Pötter: Die Folgegenerationen übernehmen die Themen deshalb, weil sie energetisch mit ihren Vorfahren verknüpft sind und auch so lange bleiben, bis die Systeme bewusst voneinander gelöst werden. Alle verknüpften energetischen Systeme streben nach Ausgleich. Wenn es in einem Bereich einen Überschuss gibt, dann findet diese Energie dort einen neuen Platz, wo etwas fehlt. Dabei folgt die Energie immer einem schon vorhandenen Weg, in etwa so, wie zur Regenzeit in der afrikanischen Savanne sich ein Wadi mit Wasser füllt. Konventionelle therapeutische Ansätze folgen leider weder dem Flusslauf noch erkennen sie das Flussbett, in dem sich das Wasser bewegt. Sie erkennen bestenfalls, dass der Fluss über die Ufer tritt, und zeigen sich erstaunt über seine zum Teil zerstörerische Kraft, die er entwickeln kann. Sie haben leider keine Idee vom Wesen des Flusses, der sich seinen Raum zurückholt.

Menschen haben im Gegensatz zu Flüssen kaum Gelegenheit, sich Raum und Ausdruck zu verschaffen, da sie bei Auffälligkeiten ruhiggestellt und ihre Entzündungsprozesse, die letztlich nichts anderes sind als der Ausdruck von einem immanenten Konfliktgeschehen, mit starken Antiphlogistika, Rheuma- und Schmerzmitteln unterdrückt werden. Das lässt in vielen Fällen einen pharmazeutisch nach Leitlinien optimal versorgten, aber völlig hilflosen und verzweifelten Menschen zurück, denn dieser kann nicht mehr mitteilen, was er zum Ausdruck bringen könnte, wenn ihm die richtigen Fragen gestellt würden. Ich will noch einmal wiederholen, dass mit dem Tod nichts zu Ende ist, sondern sich alle unerledigten Dinge an einem anderen Menschen manifestieren.

FRIEDA: Wie meinen Sie das konkret?

Carsten Pötter: Auch das kann ich an einem Praxisbeispiel illustrieren. Ein 14jähriges Mädchen litt mit Eintritt in die Pubertät unter heftigsten Schmerzen während ihrer Periode. Sie verlor nicht nur Blut, sondern auch eitrigen Ausfluss. Sie erlebte mit ihrer Mutter eine lange Odyssee bei verschiedenen Ärzten und Therapeuten. Hormon- und Antibiotikatherapien halfen ebenso wenig wie Ausleitungen und Entgiftungen. Das junge Mädchen landete schließlich bei einer Heilpraktikerin, die mit meinen Resonanzmitteln arbeitet, und diese fragte die Mutter, ob sie das Phänomen auch kennen würde. Das bejahte sie, allerdings mit der Einschränkung, dass es nie so heftig gewesen sei wie bei ihrer Tochter.

Durch systemische Arbeit stellte sich heraus, dass die bereits verstorbene Oma auf der Flucht über die Kurische Nehrung 1945 von russischen Soldaten als junges Mädchen vielfach vergewaltigt wurde und fast daran starb. Sie wurde nicht nur missbraucht, sondern auch mit Gegenständen im Schambereich gefoltert, was heftigste Blutungen hervorrief. Dieses Ereignis hat dieses Mädchen bis zu ihrem Lebensende mit sich herumgetragen, ohne es jemandem mitgeteilt zu haben.

Als sie selbst Mutter wurde und ein Mädchen zur Welt brachte, hatte dieses Mädchen große Probleme mit ihrer Weiblichkeit und deren Ausdruck, weil sie die Erinnerung der Erlebnisse der eigenen Mutter in sich trug und spürte, dass sie alles unternehmen musste, um im Außen nicht als Frau wahrgenommen zu werden, und weil sie glaubte, nur dadurch sicherstellen zu können, dass ihr dann solch schlimme Dinge nicht widerfahren würden. Jetzt wurde dieses Mädchen selbst Mutter und das Erlebnis wurde weitergegeben, ohne zu wissen, was der Inhalt des Erlebnisses war, bis zu dem Zeitpunkt, wo die Heilpraktikerin der Tochter dieser Mutter den Kinder-Komplex unter die Zunge und auf das Wurzelchakra sprühte. Der Schmerz ließ zwar sofort nach, kehrte aber nach einer Zeit zusammen mit Bildern zurück.

Das Kind erlebte die Speicherungen der Oma und schrie sich die Seele aus dem Leib. Mutter und Tochter sprühten vier Wochen ihren Kinder-Komplex und transformierten auf diese Weise die traumatischen Erfahrungen der Oma auf der Bewusstseinsebene. In einem Abschlussritual verabschiedeten sich Mutter und Tochter von der Oma und lösten sich aus ihrem Energiefeld. Die nächste Regelblutung war zwar heftig, verlief aber schmerzlos. Die restlichen Speicherungen verließen den Körper und das Mädchen ist seitdem beschwerdefrei.

FRIEDA: Das ist einerseits erschreckend, wenn man sich vor Augen hält, wie weitreichend solche Erfahrungen wirken; andererseits zeigt dieser Bericht einmal mehr, wie immens wichtig es zu sein scheint, in den Familien nichts unter den Tisch zu kehren und über das Erlebte zu sprechen. Können Sie von einer weiteren Erfahrung berichten?

Carsten Pötter: Ich kann Dutzende erzählen, die immer auf demselben Prinzip beruhen. Es geht letztlich darum zu verstehen, was durch einen Menschen zum Ausdruck kommt, wenn er leidet, und dabei die Geschichte freizulegen, die in diesem Menschen wirksam ist. Das geschieht nach meinem Verständnis leider viel zu selten, da der Fokus in der Therapie überwiegend auf der Störung liegt, die zu bekämpfen sich die Therapeuten mehrheitlich auf die Fahnen geschrieben haben. Das soll kein Vorwurf sein, sondern nur eine Feststellung. Viele wissen es nicht anders. Unter dieser Prämisse verschwindet jedenfalls die Frage, wo es herkommt aus dem Blickfeld, wie es ein junger Mann erfahren musste, der mit 21 Jahren unter schier unerträglichen Schmerzen an beiden Füßen litt, und für die keine Ursachen gefunden werden konnten.

Das anfängliche Kribbeln entwickelte sich zu Parästhesien und endete im Gefühl von brennenden Füßen. Da alle schmerztherapeutischen Versuche und neurologischen Ansätze erfolglos geblieben sind, wurde ihm als letzte Option die Amputation vorgeschlagen. Da das für ihn nicht in Frage kam, machte er sich auf den Weg, um andere Möglichkeiten zu finden, und fand sich in der Praxis der schon erwähnten Heilpraktikerin wieder. Die Beschreibung von brennenden Füßen brachte sie auf die richtige Fährte.

Die systemische Arbeit brachte zum Vorschein, dass der junge Mann die Speicherung seines Urgroßvaters zum Ausdruck brachte, der im 2. Weltkrieg mit den Auswirkungen einer Phosphorbombe zu kämpfen hatte. Die Royal-Airforce fing 1942 an, Städte mit Brandbomben in einem Feuersturm zu vernichten, nachdem sie keine andere Möglichkeit mehr sah, das Deutsche Reich nach Regeln der Kriegskunst in die Knie zu zwingen. Der Urgroßvater, seinerzeit 21 Jahre, starb bei einem dieser Angriffe. Während der ersten Behandlung sprühte die Heilpraktikerin den alpha-Komplex und den Quell-Komplex auf die Füße des jungen Mannes. Der Schmerz beruhigte sich und die stündliche Anwendung der beiden Komplexe konfrontierte den Urenkel mit den Speicherungen seines Urgroßvaters, die er nochmals erlebte und nachfühlte. Auch hier erfolgte am Ende ein Versöhnungsritual, um die energetische Verbindung zwischen diesen beiden Menschen zu trennen. Nachdem beide voneinander getrennt wurden, bildeten sich die Phänomene an den Füßen vollständig zurück.

FRIEDA: Danke für diese aufschlussreichen Schilderungen. Am Ende bleibt demnach die Erkenntnis, dass der Krieg nicht mit dem Ruhen der Waffen endet, sondern erst mit der Verwandlung der gespeicherten Energien. Lassen Sie mich bezüglich des Krieges noch ein anderes Feld öffnen. Obwohl wir denken, dass es Kriege schon immer gegeben hat, sehen viele Matriarchatsforscherinnen, und auch einige Archäologen sowie andere Forscher, das durchaus anders.

Die Schweizer Psychologin Doris Wolf beispielsweise (ich lasse kaum eine Gelegenheit aus, um auf ihre Arbeit zu verweisen…) hat sich auf eine jahrzehntelange Spurensuche begeben und viele archäologische Quellen auf ihre Korrektheit hin überprüft. Dabei stellte sie erstaunliche Lücken und Fehlinterpretationen in der Geschichte fest. Ihrer Ansicht nach war nämlich die Steinzeit eine Hochkultur, die sich an der matriarchalen Linie orientierte, und diese damals in friedlichem Einvernehmen koexistierende Gesellschaft sei durch eine gewaltsame Invasion zerstört worden, womit die unglückselige Geschichte der Kriege begonnen habe. Gerade die monotheistischen Religionen hätten nach Ansicht von Doris Wolf dazu beigetragen, das „weibliche Prinzip“ aus der offiziellen Geschichtsschreibung zu eliminieren.

Sie haben sich auch viel mit der Geschichte beschäftigt. Wie beurteilen Sie die offizielle Geschichtsschreibung und die Eliminierung der weiblichen Attribute als Hüterinnen der Sippe vor dem Hintergrund all der Kriege und Gewalt seit Jahrtausenden – und auch mit Blick auf die militärischen Konflikte der Gegenwart?

Carsten Pötter: Das Kernübel aller Kriege ist das Teile-und-Herrsche-Spiel, das von wenigen Wesen betrieben wird, um den Rest gegeneinander aufzustacheln. Ich glaube nicht, dass das Matriarchat die Antwort auf alle Probleme ist, die mit der Erwähnung des Patriarchats assoziiert werden sollen. Nicht Männer zetteln Kriege an und führen sie, sondern Mangelwesen in maskuliner Verfassung, die sich im Außen als Männer darstellen. Das mag sich spitzfindig anhören, ist es aber nicht. Auch in diesem Zusammenhang rege ich an, der Frage nachzugehen, was drückt sich über diese Männer aus? Was kommt zum Vorschein? Es gilt, die Kraft zu entdecken, die dahinter wirksam ist und nicht ein Prinzip durch ein anderes zu ersetzen. Ich plädiere dafür, dass Jungen sich wieder zu echten Männern und Mädchen sich wieder zu echten Frauen entwickeln sollten, und dass dafür die Bedingungen geschaffen werden. Echte Menschen führen keine Kriege. Das ist den Mangelwesen vorbehalten, die etwas darstellen, was sie nicht sind, nicht sein wollen und auch nicht sein sollten. Das Feld für diese Metamorphose kann der Mensch aber nur in sich selbst freilegen und er wäre gut beraten, nicht darauf zu warten, dass das jemand für ihn erledigt. Das wird nicht funktionieren.

FRIEDA: Was echte Frauen und echte Männer ausmacht – dazu haben Menschen sicherlich unterschiedliche Assoziationen und Meinungen. Welche haben Sie?

Carsten Pötter: Ich bin nicht der Meinung, dass Männer und Frauen gleich sind. Sie repräsentieren zwei unterschiedliche Wirklichkeitsprinzipien, die sich im Idealfall ergänzen. Da der Idealfall aber die Ausnahme ist, finden wir als Regel eine besondere Form des Krieges: den Krieg der Geschlechter. Dass dieser inszeniert ist, erkennen leider nur wenige. Die Auswirkungen hingegen spüren wir alle mehr oder weniger schmerzlich. Noch schmerzlicher gestaltet sich der Weg in die Authentizität, weil uns auf diesem Wege alle Lügen und Selbsttäuschungen begegnen werden, deren Schöpfer wir letztlich sind. Es ist nach meinem Verständnis unerheblich, ob ich mich bewusst täusche oder Ideologien folge, welcher Art auch immer, die mich von meinen Instinkten und Selbstwahrnehmungen abtrennen. Fragen Sie sich, wie sie sich selbst wahrnehmen und wie sich diese Wahrnehmung anfühlt? Fühlt sich das richtig und stimmig an oder nicht? Und wenn es sich falsch anfühlt, woran liegt das? Also bleibt am Ende des Tages die Frage: Was stimmt nicht und warum ist das so?

Ich wäre schlecht beraten, hier ein Modell der Geschlechter zu entwickeln, weil das nur ein weiteres Bild liefern würde, um auf selbiges einzudreschen. Ich habe ein klares metaphysisches Bild von weiblichen und männlichen Prinzipien, die zueinander kongruent sind. Aber dieses Bild ist mein Bild und für mein Gegenüber unerheblich. Da wir ja dank der umtriebigen Gender-Forschung inzwischen wissen, dass das Mann-Frau-Bild ein rückständiges sei und es nach deren Vorstellungen nicht nur keine biologischen Geschlechter gibt, sondern diese frei gewählt und nach Belieben geändert werden können, möge sich jeder Betroffene oder Angesprochene fragen: Was ist ein Mann und was ist eine Frau? Wer dieser Frage nachgehen möchte, dem empfehle ich die Tür zu dem Raum zu öffnen, in dem seine eigene Antwort hinterlegt ist. Der Schlüssel dazu steht bereits zur Verfügung: alpha-4-Komplex

FRIEDA: Danke für diesen aufschlussreichen Exkurs, den ich als Überleitung zur Reproduktionsmedizin nutzen möchte, die ich zum Abschluss noch kurz beleuchten will. Diese Sparte ist nicht nur ein gigantisches Geschäft, das massiv forciert wird, sondern schafft einen Raum, in dem noch ganz andere Fragen entstehen, wenn man die historischen Geschehnisse einbezieht. Selbst Gebärmuttertransplantationen werden schon mit den aus meiner Sicht abstrusesten Argumenten propagiert. Wie schätzen Sie diese Entwicklung vor dem Hintergrund systemischer Wirkmechanismen ein?

Carsten Pötter: Der Ausblick in die Zukunft ist wahrlich besorgniserregend, weil er uns auf dramatische Weise vor Augen führt, wie sich der Krieg auf einer anderen Ebene fortsetzen soll. Nach meinem Gefühl hat die Reproduktionsmedizin mit der Offerte, unechte Männer mit Gebärmuttern ausstatten zu wollen, ihr wahres Gesicht offenbart, nämlich, dass sie jede Achtung vor dem Leben verloren hat. Der Begriff Reproduktion verrät dem Wortkundigen ja bereits alles. Es geht nicht einmal mehr um die Herstellung des Menschen, so wie ein Kühlschrank in der Fabrik produziert wird, sondern das Präfix „Re“ zeigt die Richtung an, die dahintersteht: Zurückbildung! Sie degradiert den Menschen zum Objekt einer Beliebigkeit, für die ich kaum noch Worte finde. Ein beseeltes Wesen wird zur technisch normierten austauschbaren Ware. Das wird den Menschen als Fortschritt verkauft und sie glauben es auch noch.

Nehmen wir einmal an, eine solche Option entwickelt sich zur Serienreife. Welche Wesen werden sich in diesen künstlichen Schläuchen entwickeln? Welche Erfahrungen werden sie in der „Schwangerschaft“ machen? Welche Dramen werden so konfiguriert? Das ist eine grauselige Vorstellung. Ich befürchte, dass dann das, was im Fernsehen von Zombieland zu sehen ist, Realität wird.

FRIEDA: Entsetzliche Vorstellung! Zombieland wäre dann der ultimative Kriegsschauplatz des Menschen mit seinen selbst geschaffenen Kreaturen. Umso wichtiger dürfte es sein, die systemischen emotionellen „Altlasten“ zu verwandeln, damit sie sich nicht wiederholen. Übrigens schreibt auch Dr. Immanuel Velikovsky in seinen Büchern, dass Katastrophen sich wiederholen, weil sie unverarbeitet im kollektiven Unbewussten dafür „sorgen“, dass sie sich immer wieder als Muster re-inszenieren (müssen). Wie schon in dem Interview mit Dr. Hans Hein „Linie 41: Kollektive Anosognosie?“ erwähnt, glaubt der Historiker Lloyd de Mause, dass wir nicht nur in unserer Embryologie die körperliche Entwicklungsgeschichte mit den verschiedenen Stadien der Evolution wiederholen, sondern die gesamte emotionale Weltgeschichte. Was könnte helfen, um diesen destruktiven „Kreislauf“ zu durchbrechen?

Carsten Pötter: Ich wünsche mir für die Menschen, dass sie sich darüber bewusst werden, was sie sind: geistig, spirituelle Wesen und individueller Ausdruck des göttlichen Bewusstseins hier auf Erden. Und jeder Mensch ist König eines Reiches, das er bereits inwendig in sich trägt, ohne es zu ahnen oder zu wissen. Möge er dieses eigene Reich entdecken und erkunden und sich dort selbst als göttliches Wesen begegnen. Möge er dort seinen Frieden finden, um damit die Kriege im Außen zu beenden. Denn nur dort, in sich selbst, erkennt er die Wahrheit von allem. Und das ist die Quelle von Frieden, während Krieg immer auf Lügen beruht, die von Generation zu Generation weitergetragen werden und auch mit immer größerem Aufwand verteidigt werden müssen. Die Wahrheit hat das nicht nötig, denn sie steht für sich selbst und bedarf keiner Verteidigung. Sie steht am Anfang und ist die Basis, das Fundament.

Ich trage meinen Teil nach meinem Vermögen dazu bei, um jene Menschen dabei zu unterstützen, diese Selbsterkenntnisse und diese Selbsterfahrungen zu machen, wenn sie sich dazu aufgerufen und im Stande fühlen. Eine Wahrnehmungsübung mag dazu als erster Schritt dienen. Wenn Menschen mit etwas Seltsamem oder Merkwürdigem konfrontiert werden, sollten sie dem Gefühl folgen, was dann in ihnen wach wird. Bei dieser Übung geht es nicht darum, sein Gehirn zu bemühen, sondern der Wahrnehmung aufmerksam bis zu seinem Ursprung zu folgen. Dabei geht in der Regel eine bestimmte Körperregion in Resonanz. Das führt zu der Frage, wozu diese Region da ist. Eine Antwort darauf kann sich erschließen, indem diese Funktion in ein Bild übertragen wird. Wer die Analogie nicht erkennt, schreibt den Namen des Organs auf einen Zettel: Mein Herz, Mein Darm, Meine Schilddrüse und stellt sich auf diesen Zettel. Dabei geht es darum, in sich hinein- und sich aufmerksam zuzuhören. Im nächsten Schritt geht es um die Entscheidung: Ignoriere ich meine Wahrnehmung oder nutze ich diese als Impuls, um den zweiten Schritt zu gehen, wohin auch immer er mich führen möge?

FRIEDA: Vielen Dank für dieses erneute Gespräch, das, so hoffe ich, viele Menschen erreicht.

https://frieda-online.de/krieg-und-panik-eine-endlose-tragoedie/

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Nach Merkels YouTube-Auftritt: Schulz lässt sich auf YouPorn interviewen Bisher noch keine Bewertung

von Postillion

Berlin (dpo) – Der Bundestagswahlkampf geht allmählich in die heiße Phase. Nachdem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel auf YouTube interviewen ließ, hat nun auch ihr Herausforderer die Zusage einer bekannten Video-Plattform erhalten.

Martin Schulz (SPD) wird sich am Samstag provokanten Fragen vier bekannter YouPorner rund um Politik und Gesellschaft stellen.

„Wir sind stolz darauf, dass es uns gelungen ist, dieses Interview einzufädeln“, erklärt SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. „Damit zeigen wir, dass unser Spitzenkandidat mindestens so digitalaffin ist wie Merkel. Außerdem können wir auf YouPorn Wählerschichten ansprechen, die wir mit einem Plakat oder mit klassischen Medien nicht mehr erreichen, weil sie davon nicht angetörnt werden.“

Immerhin wird die Plattform YouPorn Statistiken zufolge von 89 Prozent aller männlichen Deutschen zwischen 14 und 79 regelmäßig besucht. Hinzu kommen etwa 3 Prozent der Frauen, die die URL in der Browser-Historie ihres Partners gefunden haben.

Das Interview, auf das sich Schulz derzeit akribisch vorbereitet, soll nackt stattfinden und wird sich insbesondere um die Themenbereiche Sozialpolitik, Wirtschaft, die Zukunft der EU sowie Analfisting drehen.

Das Gespräch wird in der Nacht von Freitag auf Samstag um 02:45 live übertragen und rund sieben Minuten dauern.

„Länger werden unsere Videos in der Regel nicht angeschaut“, so ein Sprecher von YouPorn.

Wer das Interview verpasst hat, kann es ein Jahr lang in der Kategorie „Hairy“ abrufen.

https://brd-schwindel.org/nach-merkels-youtube-auftritt-schulz-laesst-sich-auf-youporn-interviewen/

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„Bild“ stellt Fragen und die Kanzlerin gibt dumme Antworten 5/5 (1)

Bild – da lacht der Leser (Foto: Collage)

Groß angekündigt hatte die „Bild“ ein Interview mit ihrer Chefin Angela Merkel. „Die richtigen Fragen – spezial“ heißt der Quatsch und herausgekommen ist mal wieder eine der typischen Nullnummern, die die Kanzlerin in Form von Luftblasen von sich gibt, wenn sie an die Öffentlichkeit tritt.

Die dts-Nachrichtenagenturen hat die Antworten mal zusammengetragen:

„Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht Defizite im Kampf gegen Einbruchskriminalität in Deutschland „Das Thema ist zu lange als nicht so dramatisch eingestuft worden, wie ich das auch sehe“, sagte Merkel in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“. Man habe „nach langen Diskussionen mit den Sozialdemokraten“ erreicht, „dass wir endlich härtere Strafen haben, die nicht mehr zu Bewährung führen, sondern dass die Strafe im Gefängnis abgebüßt werden muss“. Merkel hofft, dass höhere Strafen, die Erweiterung des Telekommunikationsgesetzes sowie das Zuschussprogramm zum Einbruchschutz die geringe Aufklärungsrate von Wohnungseinbrüchen erhöht: „Ich hoffe, dass die Aufklärungsrate, die leider noch sehr gering ist, dadurch verbessert werden kann“, sagte die Kanzlerin.

Merkel äußerte sich auch zur bisherigen Bilanz der Kriminalität von Asylsuchenden. „Da haben wir viel gelernt, leider auch aus trauriger Erfahrung. Aber ich glaube, wir sind auch ein ganzes Stück weit besser geworden“, sagte die CDU-Chefin in der Sendung.

Auf Straftaten und Anschläge von Flüchtlingen angesprochen, sagte Merkel: „Es gibt auch leider einige Flüchtlinge, die so etwas gemacht haben und es gibt viele, viele andere, die schutzbedürftig sind. Wir müssen alles Menschenmögliche tun, um zu versuchen, solche Attentate, solche Morde, islamistischen Terror zu verhindern.“

Also erst mal ist die Aufklärungsrate bei Einbruchsdiebstählen weiterhin sehr gering und den Einbruchsschutz zu finanzieren, nützt nur den Firmen, die Alarm- und Schutzanlagen vertreiben. Die Hauptlast trägt weiterhin der Haus- bzw. Wohnungsinhaber und Mieter. Die kriminellen Banden, die zumeist aus dem Ausland agieren, werden aber einen Weg finden, diese Sicherheit zu umgehen, oder sich woanders Opfer suchen – Problem also nicht gelöst!

Die Migrantenkriminalität steigt weiter, wie kommt Frau Merkel auf die Idee, dass „wir“ auch ein ganzes Stück weit besser geworden sind“ – Problem nicht gelöst, sondern mit einer fetten Lüge herausgewunden.

Und wie kommt Frau Merkel darauf, dass es nur einige Flüchtlinge gibt, die Straftaten begehen, liest sie keine Nachrichten bzw. Statistiken aus dem eigenen Haus? Und was versteht sie unter „alles Menschenmögliche zu tun, um islamische Terroranschläge zu verhindern?

Wahrscheinlich wie immer gar nichts, da sie wie alle anderen auch das Übel nicht bei der Wurzel packen will.

Fazit: Dieses Interview gehört wie alle Interviews mit der Kanzlerin auf die Sondermülldeponie. Aber müssen wir uns wundern? Wenn der Knecht seiner Herrin Fragen stellt, kann eben nicht viel dabei herumkommen, denn welche Herrin hat es nötig, den Untertanen die Wahrheit zu erzählen

http://www.journalistenwatch.com/2017/08/21/bild-stellt-fragen-und-die-kanzlerin-gibt-dumme-antworten/

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Seltenes Interview mit dem Illuminaten Jakob Rothschild, jesuitischem Weltverwalter Bisher noch keine Bewertung

Israel ist Rothschilds Land. Schon 1829 kauften die Rothschilds Jerusalem.

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Also kein Wunder: The Business Insider 22 Febr. 2013: Eine örtliche Tochtergesellschaft des in New York gelisteten Unternehmens, Genie Energy, das von dem ehemaligen Vizepräsidenten Dick Cheney beraten wird, und dessen Gesellschafter Jakob Rothschild und Rupert Murdoch sind, hat nun exklusive Rechte auf einen 153 Quadratmeter großen Radius im südlichen Teil Der Golanhöhen, wo Ölquellen gefunden wurden. (Dies verhindert, dass Syrien jemals den Golan zurück bekommt).

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Der englische James de Rothschild konzipierte den israelischen Obersten Gerichtshof in Jerusalem als Illuminaten- / Freimaurer-Tempel für die  Eine-Welt-Regierung und hier. Seine Frau, Jakobs Kusine, Dorothy, hat ihn vollendet.

Im folgenden erzählt Lord Jacob Rothschild von der Balfour-Erklärung der britischen Regierung, die 1917 an Lord Walter Rothschild geschickt wurde. Rothschild & Co hatten versprochen, die USA in den 1. Weltkrieg zu hieven, wenn die britische Regierung den Juden eine Heimat in Palästina versprechen würde, das schon durch den französischen James de Rothschild im Aufbau war (siehe Jahre 1895 – 1957).

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=sIA4EkvpLtc?feature=oembed&enablejsapi=1%5D

Wer würde wohl denken, dass dieser englische Gentleman, Jacob Rothschild, das Illuminaten-Gesicht des Bösen ist, ein Vertreter des Shabbetai Zvi / frankistischen Satanismus, dessen Motto “die heilige Sünde” ist: Je mehr man sündigt, desto eher wird Israels Ben David/ Rebbe Menahem Schneerson, von den Toten zurückkehren, um die “Goyim” (Vieh) zu töten und Israels Herrschaft über die Welt zu etablieren.

Wer würde glauben, dass dieser freundliche alte Mann,  das Oberhaupt der bösen Familie ist, die vom  Jesuiten Mayer Amschel Rothschild gegründet wurde. Der hat einen Jesuiten – Adam Weishaupt angestellt – indem er den Illuminaten-Orden schuf, mit der Rothschild die Welt regieren wollte. Die Rothschilds sind Jesuiten und hier, dem schwarzen Papst untergeordnet – mit dem pharisäischen / talmudischen Ziel, das Christentum und die Welt durch 3 Weltkriege zu zerstören

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=EXgB1eP6vwM?feature=oembed&enablejsapi=1%5D

Hier ist die Geschichte dieses luziferischen Clans, der die Welt durch Revolutionen, Kriege, wirtschaftliche Zusammenbrüche für den Vatikan verwaltet und zerstört, um seinen Hauptzweck zu erreichen: Kommunistische Ein-Welt-Regierung für sich und den Freimaurergott, Luzifer, und hier und hier und  hier. Sie waren die Rädelsführer hinter ihm in der Französischen und der Russischen Revolution  sowie  in dem 2. Weltkrieg  und hier und hier.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=DBgn1qLsO1A?feature=oembed&enablejsapi=1%5D

http://new.euro-med.dk/20170531-seltenes-interview-mit-dem-illuminaten-jakob-rothschild-jesuitischer-weltverwalter.php

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