Kahlschlag in den letzten Urwäldern Europas 4.9/5 (10)

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Urwald in Europa? Wälder, in denen noch nie eine Säge kreischte? In denen die Natur sich im Laufe der Jahrhunderte ungestört entwickelte? Es gibt sie, nicht nur im Amazonas, sondern auch bei uns in Europa.

Naturschützer schätzen die unberührten Reste nacheiszeitlicher Wälder auf wenige 10 000 Hektar innerhalb der Europäischen Union. Sie stehen in Rumänien und in Polen an der Grenze zu Weißrussland.

Doch mit dieser Idylle könnte es bald vorbei sein. Im polnischen Nationalpark Bialowieza und in den rumänischen Karpaten rücken die Holzfäller an (Bild). Rücksichtslose Holzunternehmer beuten die Wälder aus. Mit riesigen Maschinen fahren Holzfäller in die Urwälder hinein und rauben, was bis dahin unberührte Natur war.

Sie tun das mit staatlicher Rückendeckung. Aber sie handeln auch gegen das Veto der EU-Behörden und des Europäischen Gerichtshofs sowie gegen den massiven Protest von Bürgern und Naturschutz­organisationen.

„Da werden Europas letzte große Buchenurwälder offenbar mit Billigung der Regierung verwüstet“, sagt Hans Knapp, Präsidiumsmitglied bei der Organisation Euronatur nach einem Besuch in den Karpaten. „Die Urwaldzerstörung in Rumänien ist derzeit Europas größtes Naturschutzproblem.“ (Die geheimen Zeichen der Natur lesen – in der Wildnis orientieren, Wasser finden, Spuren lesen)

Trotz Schutz-Status wird abgeholzt

Dabei zählen beide Wälder zum Unesco-Welterbe. Der Bialowieza-Urwald besitzt zusammen mit dem ungleich größeren Teil auf weißrussischer Seite diesen Status als „unersetzliches Erbe der Erde“ bereits seit 1979. Die rumänischen Urwälder wurden hingegen erst in diesem Sommer als Teil des transnationalen Welterbes „Buchenurwälder und alte Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ erklärt.

Beide Gebiete sind aber eigentlich auch nach europäischem Recht bestens geschützt: Sowohl Bialowieza als auch die rumänischen Karpaten sind Teil des EU-Netzwerks Natura 2000 und unterliegen somit einem „Verschlechterungsverbot“.

Sie müssen also qua europäischer Gesetzgebung erhalten bleiben. Was jedoch nur noch unvollständig geschieht.

Der rumänische Waldschützer Gabriel Paun, ein eher ruhiger, besonnen auftretender Mensch, kämpft mit seiner Organisation Agent Green seit Jahren gegen den Raubbau. Dafür musste er sogar schon Prügel einstecken.

Vor einem Sägewerk, das zur österreichischen Schweighofer-Gruppe gehört, attackierten ihn Wachleute mit Pfefferspray und Schlägen. Der Waldschützer war einem Verdacht nachgegangen, demzufolge der Transport ins Sägewerk aus illegalem Einschlag stammte.

Das hatte ihm sogar das Umweltministerium bestätigt. Denn in Rumänien besteht ein System zur Dokumentation der Holznutzung: Man kann beim Wood-Tracker-Telefon des Ministeriums anrufen und dort feststellen lassen, ob ein Transport legale oder illegale Ware geladen hat.

Das System, das zur Kontrolle gegen die illegale Holznutzung eingeführt wurde, verhindert aber letztlich den unerlaubten Holzeinschlag nicht. Der Aktivist macht die Korruption im Lande dafür verantwortlich, dass sich dieser Hebel nicht gegen den Raubbau verwenden lässt und die Behörden stillhalten.

Also intervenieren die Naturschützer eigenhändig: So gelang es ihnen etwa in 2015, den Urwald „Cosava Mica“ im Semenic-Gebirge zu retten. Sie erreichten, dass dort für zehn Jahre kein Holz entnommen werden darf.

Illegales Holz auch in Deutschland?

Paun versuchte auch herauszubekommen, was mit dem Holz der geschützten Wälder, egal ob legal oder illegal geschlagen, passiert: Demnach ist nicht ausgeschlossen, dass der Rohstoff auch nach Deutschland kommt und hier als Grillkohle oder Pellets verfeuert wird.

Wo das Holz genau landet, kann man aber mit Gewissheit nicht sagen. „Das Holz wird über verschiedene Zwischendepots transportiert und dann in große Sägewerke gebracht, sodass sich die Lieferketten nur eingeschränkt nachvollziehen lassen“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der Organisation Euronatur, die eng mit Paun zusammenarbeitet.

Immerhin behaupte die im Fokus stehende Firma Schweighofer von sich, „dass sie seit rund zwei Jahren kein Holz mehr aus Nationalparken kauft“, sagt Schwaderer. „Die meisten anderen Firmen lehnen solche Selbstverpflichtungen bisher ab.“

Dass der Titel Welterbe keinen automatischen Schutz garantiert, das zeigt sich auch in Bialowieza. Während in Weißrussland nahezu die gesamte Fläche des Welterbes als Nationalpark geschützt ist, wies Polen nur ein Viertel als unantastbare Kernzone aus. Um dieses Herzstück herum aber wird nun munter Holz gemacht, dabei haben Pufferzonen einen ökologischen Sinn.

Die offizielle Begründung für die Abholzungen des polnischen Umweltministers Jan Szyszko lautet: Es handle sich um „Schutzmaßnahmen“. Man müsse den Buchdrucker, eine nur Nadelholz befallende Borkenkäferart, bekämpfen.

Naturschützer können diese Begründung nicht nachvollziehen, denn Bialowieza ist vor allem wegen seiner steinalten Eichen- und der Eschenwälder bekannt – also Laubbäumen. Sie halten das Holzmachen für reines Kassemachen.

Naturschützer protestierten den ganzen Sommer mit Blockaden der Holzarbeiten – bisher ohne Erfolg. Selbst der eindringliche Appell der Unesco, Bialowieza zu verschonen, verhallte. Die Regierung ignorierte ebenso die ultimative Aufforderung der EU-Kommission, sich an das geltende europäische Recht zu halten und den großflächigen Einschlag in dem Natura-2000-Gebiet zu unterbinden.

Die rechtskonservative polnische Regierung schlug ebenso eine Anordnung des Europäischen Gerichtshofs in den Wind. Ungewöhnlich konkret hatte sich die oberste juristische Instanz in die Tagespolitik eingemischt und einen sofortigen Abholzungsstopp verlangt.

Polen zu 100.000 Euro Zwangsgeld pro Tag verpflichtet

Der Europäische Gerichtshof hat Polen zu täglichen Zahlungen von mindestens 100.000 Euro wegen Abholzungen im Białowieża-Urwald verpflichtet. Der Wald gilt als einer der letzten Urwälder Europas. Warschau muss die Zahlungen leisten, solange es mit den Holzeinschlägen nicht aufhört.

„Polen muss sofort seine aktive Forstnutzung im Białowieża-Urwald stoppen. Ausnahmen sind Fälle, in denen dies für die öffentliche Sicherheit notwendig ist“, heißt es im Gerichtsbeschluss.

Polen hatte mit den Abholzungen im Frühling 2016 begonnen. Nach Plänen der polnischen Regierung sollen bis zum Jahr 2023 insgesamt 188.000 Kubikmeter Holz eingeschlagen werden. Dabei versicherte Warschau, der Holzeinschlag werde das Schutzgebiet nicht betreffen.

Hintergrund: Was ist ein Urwald?

Als Urwälder werden Wald­ökosysteme bezeichnet, die niemals durch menschliche Eingriffe verändert wurden. Urwälder haben seit ihrem Entstehen nach der letzten Eiszeit, die vor rund 12 000 Jahren endete, eine ununterbrochene, natürliche Entwicklung durchlaufen.

Die Bäume sind teils mehr als 500 Jahre alt. Viele „Urwald-Arten“ wie seltene Käfer, Vögel, Pilze, Flechten oder Bodenorganismen haben hier ihre letzten Überlebensinseln (Naturentfremdung: Kinder kommen immer weniger ins Grüne).

Allein im Bialowieza-Urwald, weiß Jaroslaw Krogulec, Naturschutzexperte beim polnischen Vogelschutzverband OTOP, leben mehr als 180 Vogel- und mehr als 5000 Pflanzenarten sowie 58 Säugetierarten, darunter der europäische Bison, der Wisent.

Literatur:

Codex Humanus – Das Buch der Menschlichkeit

Einfach raus! – Wie Sie Kraft aus der Natur schöpfen

Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt

Wohllebens Waldführer: Tiere und Pflanzen bestimmen – das Ökosystem entdecken

Quellen: PublicDomain/schrotundkorn.de/de.sputniknews.com am 21.11.2017

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Gruß

Der Honigmann

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Es ist Krieg 4.75/5 (4)

Warum wir keine Souveränität haben.

Mehr von Werner May

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https://brd-schwindel.org/es-ist-krieg/

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Der Honigmann

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Geschichtslügen: England und die Deutschen – die perfiden Strategien des British Empire 5/5 (8)

Ein Land mit wirtschaftlichen Problemen muss als potentiell aggressiv angesehen werden. Um dies abschätzen zu können, ist es unerlässlich, die Situation einer Volkswirtschaft vor dem Krieg zu untersuchen. Unter diesem Aspekt werden Zusammenhänge sichtbar, die sonst verdeckt bleiben.

In der Neuzeit ist es oft nicht zu übersehen, dass der Kampf ums Öl der wahre Grund für Kriege ist. Die Betrachtungen von Autor Peter Haisenko zeigen, dass es bereits vor mehr als 100 Jahren vielfach nicht anders war.

Die unerträglichen Zustände in Palästina und im Irak haben ihren Ursprung in der skrupellosen Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen zu Beginn und im Verlauf des 20. Jahrhunderts.

Das zeigt: Politisch orchestrierte Lügen und Intrigen sind keine Erfindung der Neuzeit. Auch die europäischen Kriege des 20. Jahrhunderts wurden von ihnen begleitet. Mit seinem Buch gehen Sie auf eine Reise durch das 20. Jahrhundert und die Analyse wirtschaftlich-politischer Verknüpfungen lässt manche „geschichtliche Wahrheit“ zweifelhaft erscheinen.

Nahezu jeder Krieg/Konflikt/Krisenherd der Gegenwart ist zurückzuführen auf die perfiden Strategien des British Empire. Wer die Geschichte der letzten 150 Jahre betrachtet wird sehen können, wie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Zustand der Britischen Wirtschaft kontinuierlich katastrophaler geworden ist und Britische Produkte auf den Märkten nicht mehr konkurrenzfähig waren.

Um 1900 betrug das Außenhandelsdefizit des British Empire 50 Prozent und das Empire drohte unterzugehen.

So, wie heute die USA an der Seite Englands, hat das British Empire damals verzweifelt versucht, seine wirtschaftlichen Defizite durch Eroberungskriege mit einem überdimensionierten Militär zu kompensieren.

Dabei wurden gewachsene und hoffnungsvolle Strukturen zerstört in den Ländern, die das British Empire zwecks Ausbeutung unter seine Kontrolle zwingen wollte. Beispielhaft seien genannt: Sudan, Afghanistan, Ägypten, Burma/Myanmar und halb Afrika.

Als das Deutsche Reich nach 1871 die Weltführung übernommen hatte, was den wirtschaftlichen und philosophischen (Humanismus!) Fortschritt betrifft, haben die Strategen des British Empire erkannt, dass sie ihren Weltführungsanspruch mit friedlichen Mitteln nicht mehr gegen den deutschsprachigen Raum verteidigen können.

Das Deutsche Reich und Österreich/Ungarn, in Freundschaft verbunden, waren auf dem Sprung, Kontinentaleuropa in friedlicher Vereinigung unter deutscher Regie zu allgemeinem Wohlstand zu führen, der in dieser Dimension bislang als unerreichbar gegolten hatte.

Dieses „Vereinte Europa“ unter Ausschluss des British Empire musste zerschlagen werden, weil die britischen Strategen die Aussicht nicht ertragen konnten, in einem solchen Europa bestenfalls die Nummer Zwei zu sein, noch dazu unter deutscher Vorherrschaft. Sie sahen nur einen Ausweg: Krieg (Erster Weltkrieg: Kriegseintritt der USA 1917 – Lehrstück für politischen Betrug).

Dieser Krieg wurde der Erste Weltkrieg. Glauben Sie nicht? Vielleicht glauben Sie dem britischen Militärhistoriker Professor Laffan, der 1917 folgendes geschrieben hat:

„Deutschlands … Grundidee war, eine Kette von verbündeten Staaten unter deutscher Vorherrschaft zu errichten, die sich von der Nordsee bis zum Golf von Persien erstreckt… Würde die Bahn Berlin-Bagdad fertiggestellt, wäre eine riesige Landmasse unter deutscher Herrschaft vereinigt worden, in der jeder erdenkliche wirtschaftliche Reichtum hergestellt werden könnte, die aber für eine Seemacht unangreifbar wäre. …

Die deutsche und die türkische Armee könnten leicht auf Schussweite an unsere Interessen in Ägypten herankommen und vom persischen Golf aus würde unser indisches Empire bedroht.“ …

„Ein Blick auf die Weltkarte zeigt, aus welchen Gliedern sich die Kette der Staaten zusammensetzt, die zwischen Berlin und Bagdad liegen: das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei. Nur ein kleiner Gebietsstreifen verhinderte, dass die beiden Enden der Kette miteinander verbunden werden konnten. Dieser kleine Streifen ist Serbien. Serbien war in der Tat die erste Verteidigungslinie für unsere Besitzungen im Osten. …“

Beginnend 1916 haben die Briten dann den Grundstein für das heutige Chaos im Nahen und Mittleren Osten gelegt, indem sie das tolerante Osmanische Reich völkerrechtswidrig angegriffen und zerstört haben. Zypern war als Teil des Osmanischen Reichs ein Paradies. Dann kamen die Engländer.

Dasselbe gilt für Palästina, dass auf dem Weg zu einer friedlich prosperierenden Region unter deutsch-türkischer Führung war. Hierbei kam schon die Gier nach Öl zum tragen, die dann 1952 auch dazu geführt hat, dass die friedlich demokratische Entwicklung in Persien von der CIA im Auftrag Englands jäh zerstört worden ist.

Ja, welcher Konflikt der Neuzeit ist nicht auf die perfiden Strategien des British Empire zurückzuführen? Selbst China ist keine Ausnahme, wenn man sich an die Politik der Opiumkriege erinnert. Auch diese hatten nur das Ziel, die wirtschaftlichen Probleme des Empire auf Kosten der Menschen in China zu lindern.

In unseren Geschichtsbüchern wird kaum am Rande erwähnt, dass die angeblich so friedliebenden Siegermächte des Ersten Weltkriegs noch im Jahr 1918 Russland überfallen haben und bis 1923 Tod und Verderben über das Land gebracht haben. Geschätzte 20 Millionen Russen hat das das Leben gekostet.

Uns wird auf Anordnung der Kriegssieger gelehrt, dass Deutschland ein grundbösartiges und kriegslüsternes Land war. Ein Blick in die Statistik sollte den Letzten eines Besseren belehren.

Wer hat die meisten Kriege geführt? Professor Pitirim Sorokin sagt dazu in Band III, 2. Teil, seiner „Social and Cultural Dynamics” auf Seite 352, dass sich vom 12. Jahrhundert bis zum Jahre 1925 der Prozentsatz an Jahren, in denen sich die führenden europäischen Mächte im Kriege befanden, wie folgt verteilt:

Spanien 67 Prozent Kriegsjahre
Polen 58 Prozent Kriegsjahre
England 56 Prozent Kriegsjahre
Frankreich 50 Prozent Kriegsjahre
Russland 46 Prozent Kriegsjahre
Holland 44 Prozent Kriegsjahre
Italien 36 Prozent Kriegsjahre
Deutschland 28 Prozent Kriegsjahre

Die Forschungsergebnisse von Professor Quincy Wright, mitgeteilt in seiner “A Study of War” (Band I, S. 221) weisen nach, wie die europäischen Mächte in der Zeit von 1480 bis 1940 an 278 Kriegen beteiligt waren, und zwar prozentual wie folgt:

England an 28 Prozent dieser Kriege
Frankreich an 26 Prozent dieser Kriege
Spanien an 23 Prozent dieser Kriege
Russland an 22 Prozent dieser Kriege
Österreich an 19 Prozent dieser Kriege
Türkei an 15 Prozent dieser Kriege
Polen an 11 Prozent dieser Kriege
Schweden an 9 Prozent dieser Kriege
Italien an 9 Prozent dieser Kriege
Holland an 8 Prozent dieser Kriege
Deutschland an 8 Prozent dieser Kriege (einschließlich Preußen)

Anzumerken wäre, dass die jungen USA während der gerade mal gut 230 Jahren ihrer „Unabhängigkeit“ diverse Kriege geführt haben und seit 1941 pausenlos Krieg führen.

Wir haben heute gesichertes Wissen darüber, mit welchen Lügen, perfiden Strategien und Zielen die Kriege gegen Vietnam, Irak und Afghanistan hergestellt worden sind, um nur drei Beispiele zu nennen. Wer wollte noch so naiv sein und ernsthaft glauben, dass es mit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland anders war?

Die Geschichtsklitterung in Deutschland ist ein perfides Machwerk und schlüssig durchorganisiert. Es gibt nur eine Lücke, die nicht so einfach zu fälschen ist: Die Wirtschaftshistorie.

Anhand derer weist der Autor nach, dass es eben nicht die Deutschen waren, die aus einem Krieg Vorteile hätten erwarten können. Deswegen wollten sie auch keinen.

Ohne den ersten Weltkrieg wäre Hitler ein unbekannter Schildermaler geblieben und es hätte weder Judenverfolgung noch einen Zweiten Weltkrieg gegeben. Ohne die deutsche moralische Verantwortung negieren zu wollen muss doch festgestellt werden, dass zumindest ein großer Teil der Verantwortung dafür demjenigen zusteht, der aus niederen Motiven den ersten Weltkrieg angezettelt hat. Dem British Empire (Geschichtslüge der Alliierten entlarvt: Britische Phosphorbomben bei Augsburg gefunden).

Den detaillierten Nachweis darüber finden Sie in dem Buch „England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert“.

https://www.pravda-tv.com/2017/11/geschichtsluegen-england-und-die-deutschen-die-perfiden-strategien-des-british-empire/

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Der Honigmann

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Die Europäische Union stellt die Wahlfreiheit in Frage 5/5 (8)

Einst waren die Dinge einfach: man organisierte eine Abstimmung, um den Willen der Staatsbürger zu kennen und wendete dann das Ergebnis an. Daher haben Generationen für das Recht auf freie Meinungsäußerung gekämpft.

Heute ist es ganz anders mit der Europäischen Union: die Abstimmung darf kein Risiko enthalten oder sie wird verboten. Sie ist nur eine Mittel, um dem was Brüssel vorher beschlossen hat einen populären Anschein zu geben oder die Abstimmung soll nicht stattfinden.

Viele politische Akteure sind Heuchler, sie machen öffentliche Äußerungen in einem gewissen Sinn und handeln heimlich anders. Diese Doppelzüngigkeit kann in Konfliktsituationen legitim und geschickt sein, wenn diese politischen Akteure Interessen oder bestimmten Prinzipien verteidigen. Es ist unerträglich, wenn diese Akteure nicht nur einfach ihren Anschein ändern, sondern auch im Grund.

Seit dreißig Jahren ist die Europäische Union von einer voraussehbaren Institution zu einer Bürokratie geworden, die obskure und wechselnde Interessen verteidigt. Seit drei Jahren tritt sie stetig mit Füssen die Ideale, auf die sie sich beruft. Hier sind fünf Beispiele:

Im Jahr 2005 stimmten die Franzosen und die Niederländer gegen den Vertrag über eine Verfassung für Europa.

Die Europäische Union blies dann die in Dänemark, Irland, Polen, Portugal, Tschechien und in dem Vereinigten Königreich geplanten Referenden ab. Im Jahr 2007 änderte sie dann ein paar reine formale Elemente des Vertrages und ließ ihn vom Europäischen Rat unter dem Namen des Lissabon-Vertrags adoptieren.

Aus verfassungsrechtlichen Gründen wurde aber ein Referendum in Irland abgehalten, wo die Bevölkerung den Vertrag ablehnte. Die Europäische Kommission sagte, dass der Text missverstanden worden sei, und erreichte ohne jegliche Änderung des Textes, dass die Iren ein zweites Mal im Jahr 2008 abstimmten. Sie haben ihm dann zugestimmt.

• Im Jahr 2014 wurde ein Land von Osteuropa Opfer eines Staatsstreichs, der echte Nazis an die Macht brachte. Mehrere Teile des Landes haben sich erhoben, um die verfassungsgerechte Legitimität wiederherzustellen. Ein Teil hielt ein Referendum ab, um mit dem Zentralstaat zu brechen und sich in einen demokratischen Bundesstaat zu integrieren, deren Teil er in der Vergangenheit war.

Die Europäische Union hat beschlossen, den Putsch und die neue Regierung, einschließlich der Nazis zu unterstützen. Doch hat sie den ihrer Meinung nach verfassungswidrigen Charakter des Referendums verurteilt und wirtschaftliche Vergeltungsmaßnahmen gegen den Staat ergriffen, der zugestimmt hatte, die Rebellen Region aufzunehmen.

Damit hat die EU öffentlich die Nazi verantwortet, hat sich auf eine Gesetzmäßigkeit gestützt, die ihr Staatsstreich aufgehoben hat, hat diese Gesetzmäßigkeit vor die Legitimität der Regierenden gestellt, und hat einen Wirtschaftskrieg einem Staat aufgezwungen, der nicht mit ihr einverstanden war.

• Drei Monate später, im Juni 2014, hat die Europäische Union eine Präsidentenwahl in den Konsulaten eines fremden Landes verboten.

Dabei hat sie unverhohlen das Wiener Abkommen verletzt.

Da sie dachte, dass der mögliche Gewinner dieser Wahl dieses Land nicht leiten sollte, hat sie im Voraus abgelehnt diese Wahl anzuerkennen, die jedoch im genannten Land und in allen seinen Konsulaten außerhalb der Union stattgefunden hat.

Als die Ergebnisse bekannt wurden, haben alle ausländischen Botschaften in diesem Land, – einschließlich jener der Mitglieder der Union – versichert, dass dieser Wahlablauf auf fairer und aufrichtiger Weise stattgefunden habe. Aber die Europäische Union hat ihre Weigerung die Wahl anzuerkennen aufrechterhalten.

• Drei Jahre später, im September 2017, hat ein Clan, der die Macht ohne Wählerauftrag in einer Region des Nahen Ostens ausübt und auf benachbarten Ölfeldern, die er illegal besetzt, ein Referendum über die Unabhängigkeit einseitig organisiert. Nicht ohne vorher die Bewohner aus den Bereichen, die der Clan erobert hatte, vertrieben zu haben.

Die Europäische Union hat beurteilt, dass die Instabilität in diesem Teil der Welt es unmöglich mache, eine Präsidentenwahl abzuhalten, aber es möglich sei, dass ein Referendum über die Unabhängigkeit stattfindet. Sie sagte, dass dieses legitim wäre, aber dass der Zeitpunkt nicht angemessen war.

• Ein paar Tage später, innerhalb derselben Union, hat eine regionale Regierung einseitig ein Unabhängigkeits-Referendum organisiert, um den Reichtum an sich zu reißen, den er genießt.

Die Union, die die pro-Unabhängigkeits-Verbände stark gefördert hatte, hat nicht gewünscht, zu diesem Referendum Stellung zu nehmen, einem Referendum, das – im Gegensatz zur Rechtsprechung in Polen und Ungarn – ihr zufolge als innere Angelegenheit eines Mitgliedslandes zu betrachten ist.

Als die Regierung dieses Staates eine verfassungswidrige Gewalt angewendet hat, um die Durchführung des auch verfassungswidrigen Referendums zu verhindern, hat die Europäische Union zu diesem Verhalten einer Besatzungsmacht nicht reagiert.

• Abgesehen von unseren persönlichen Gefühlen gegenüber den Franzosen und den Niederländern, gegenüber den Iren, den Krim-Ukrainern, den Syrern, den kurdischen Irakern und den katalanischen Spaniern, in allen diesen Fällen hat die Europäische Union nicht versucht, die Wahl der Staatsbürger zu kennen und zu respektieren. Sie hat auch keinen Beweis geliefert, dass sie grundsätzlich logisch ist.

PublicDomain/voltairenet.org

Dieser Beitrag steht unter der Creative Commons Lizenz

Sie können die Artikel des Réseau Voltaire frei vervielfältigen unter der Bedingung die Quelle anzuführen, ohne die Artikel zu verändern und ohne diese für kommerzielle Zwecke zu nutzen (Lizenz CC BY-NC-ND).

https://www.pravda-tv.com/2017/11/die-europaeische-union-stellt-die-wahlfreiheit-in-frage/

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Der Honigmann

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Das gesperrte Video Die Wahrheit die niemand wissen darf von Conrebbi – zur Erinnerung 5/5 (10)

Bilde dir einfach deine Meinung – Weltlügen USA

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Reparationsansprüche: „Polnische Regierung sitzt in selbstgelegter Falle“ – Experte 5/5 (11)

Polens Zahlungsforderungen (Archivbild)

Polens Regierungspartei prüft, ob sie von Berlin einen Ausgleich für die Kriegsschäden aus dem Zweiten Weltkrieg verlangen kann. Zugleich will sie ein Gesetz verabschieden, das es ausländischen Bürgern unmöglich machen soll, ihre Ansprüche auf Wiedergutmachung durchzusetzen – ein Widerspruch in sich, sagte ein Experte gegenüber der Agentur Sputnik.

Warschau verweigere den vertriebenen Deutschen das Recht, von Polen die Erstattung ihres Eigentums zu verlangen, sagt der Politologe Tomasz Jankowski vom Europäischen Zentrum für geopolitische Studien.

Gemeint sind jene Deutschen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches vertrieben worden waren. Die Vertreibung fand statt, weil die Gebiete an Polen angeschlossen wurden. Heute verwehrt Warschau den Vertriebenen die Möglichkeit, die Rückerstattung ihres Vermögens einzuklagen.

Damit sitze Polens Regierungspartei in einer Falle, die sie selbst gelegt hat. „Vielleich will die amtierende Regierung in Warschau zeigen, dass sie sich für Polens Nationalinteressen einsetzt“, so der Experte weiter. Doch dieser Schuss gehe nach hinten los: „Aus meiner Sicht erreicht sie damit das komplette Gegenteil: Die ganze Welt kann Polen nicht mehr ernstnehmen.“

„Offensichtlich geht es der Regierungspartei darum zu zeigen, dass Polen auf allen Seiten von Feinden umgeben ist und nur die PiS unsere Interessen schützen kann.“ Dies betreffe auch die Russen, sagt der Politologe – und selbst die Ungarn, die langjährigen Freunde Polens. Denen habe man nämlich gedroht: „Wenn die Ungarn kein US-amerikanisches Gas von Polen kaufen, sondern den Vertrag mit Russland verlängern, dann verraten sie dadurch die Interessen Zentraleuropas“, erinnert der Experte.

„Es wird bald so kommen, dass wir alle Grenzen schließen und alle diplomatischen Beziehungen mit unseren Nachbarn abbrechen müssen“, sagt der Analyst.

https://de.sputniknews.com/politik/20171102318140237-reparationsansprueche-polnische-regierung-sitzt-in-selbstgelegter-falle/

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Neue Dublin-Regeln in Vorbereitung: Es können künftig Gruppenanträge mit bis zu 30 Personen gestellt werden. Asylanten dürfen sich ihr Wunschland in Europa aussuchen 5/5 (4)

DAS HAT NICHTS MEHR MIT ASYL ZU TUN. DAS IST EINE LINKSTOTALITÄRE UMVOLKUNGS-POLITK MIT DEM ZIEL DER VERNICHTUNG DER EINGEBORENEN EUROPÄER

Warum nur Gruppenanträge bis 30 Mitglieder? Warum nicht gleich komplette Staatsanträge für ganze Völker? Z.B: Anträge der Form, dass das afghanische oder nigerianische Volk ohne Ausnahme Asyl in Europa beantragt und um die Abholung aller Staatsangehörigen durch europäische Flugzeug-Flotten und Schiffsverbände bittet.

Satire beiseite: Was da in Dublin entschieden wurde, ist ein erneuter schwerwiegender Hieb der europäischen Linksdiktatur gegen die Völker Europas.

Was in Dublin beschlossen wurde, hat es in sich: Asylanten dürfen sich in Zukunft das Zielland aussuchen – womit das Schengener Abkommen hinfällig wird. Und  Asylanträge können zukünftig auch für ganze Gruppen von bis zu 30 Personen in Europa gestellt werden.

EUDSSR: WIE DIE MEISTEN EU-BESCHLÜSSE IST AUCH DAS DUBLIN-ABKOMMEN DEMOKRATISCH NICHT LEGITIMIERT

Ohne jede Abstimmung und ohne jede zuvorige Diskussion in der Öffentlichkeit sollen die neuen Regelungen des Dublin-Abkommnes EU-Staaten zur Aufnahme von moslemischen Invasoren (Tarnbegriff “Migranten”) zwingen. Auch gegen den Willen der Bürger – das heißt, gegen den Willen des Souverän der EU.

Womit klar ist, dass die EU nichts mehr mit einer Demokratie zu tun hat. Denn in einer solchen  herrscht der Souverän, der Bürger also –  und wird nicht beherrscht. Wo Bürger beherrscht werden, spricht man von einer Diktatur. Genau das ist aus dem anfangs so vielversprechenden Projekt der Vereinigung der europäischen Länder geworden. Die EU wurde von europäischen Linken okkupiert in Geiselhaft genommen – und ist heute kaum noch von der ehemaligen UDSSR zu unterscheiden.

DIE EU HAT MIT DIESEM KRIMINELLEN DUBLIN-ABKOMMEN IHR ENDE EINGELÄUTET

Doch in jeder schlechten Nachricht wohnt eine gute inne (und umgekehrt): Das ist das Gesetz der Dialektik des Seins. Die gute ist: Die europäischen Völker werden zunehmend wach werden über das, was Europa wirklich ist. Sie werden aufbegehren – früher oder später.

Denn mit diesem infamen und totalitär strukturierten Dublin-Abkommen hat die EU ein weiteres Stück ihres Niedergangs eingeläutet.

Die EU-Stalinisten scheinen den Freiheits- und Widerstandswillen der Europäer völlig falsch einzuschätzen. Wehe ihnen, wenn die europäischen Völker erwachen.

Katalonien, England, Österreich, Ungarn, Tschechien, Polen sind schon erwacht. Weitere westliche EU-Länder werden folgen. Doch die Hauptmacht der EU – Merkel-Deutschland – ist immer noch fest in der Hand linker Stalinisten. Auch das wird sich ändern.

Denn die AfD ist nicht das Ende der Bemühungen um eine neue Freiheit Deutschlands. Sie bildet den Anfang des Endes der Diktatur des linken Machtkartells.

Michael Mannheimer

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Migration: Neue Dublin-Regeln in Vorbereitung – Es können künftig Gruppenanträge mit bis zu 30 Personen gestellt werden

 Die neuen Regelungen des Dublin-Abkommens könnten die Staaten zur Aufnahme von Migranten zwingen – auch gegen den Willen ihrer Bürger. Ein Blick in die Vorschläge des zuständigen Ausschusses des EU-Parlaments.

Am 19. Oktober 2017 wurden im EU-Parlament Änderungen am Dublin-Abkommen vorgelegt. Mit den neuen Regelungen könnten die Mitgliedsstaaten zur Aufnahme von Migranten gezwungen werden – auch gegen den Willen ihrer Bürger. EU-Staaten, die die Aufnahme von Menschen in unbegrenzter Höhe verweigern, könnten von der Vergabe von Fördermitteln der EU ausgeschlossen werden.

Im November werden die Änderungen in Straßburg der EU zur Abstimmung vorgelegt. Federführend ist der Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres.

Einige neue Regeln sind:

1. Ein Migrant muss nicht mehr in dem Land einen Asylantrag stellen, in dem er die EU betreten hat.

2. Wünsche der Migranten hinsichtlich ihres bevorzugten Landes werden berücksichtigt. Dabei können sie unter vier Ländern wählen, die bisher die wenigsten Migranten aufgenommen haben.

3. Haben Asylbewerber Angehörige oder „sonstige Beziehungen“ zu einem Staat, dann sollen sie in dieses Land gebracht werden, um „Wanderbewegungen“ zu vermeiden und eine bessere Integration zu ermöglichen.

“asylum seekers that have a “genuine link” with a particular member state should be transferred to it, since this increases their chances of integration and reduces the risk of secondary movements. Such links would be defined as having family members present in that country, as well as prior residence or studies in a particular EU country.“

4. Haben Asylbewerber keine derartige direkte Beziehung zu einem Land, werden sie automatisch einem Land zugewiesen. Dieses Land ist dann für das Asylverfahren zuständig. Die Fingerabdrücke sollen dort genommen werden und mit internationalen Datenbanken wie Europol abgeglichen werden.

5. Asylanträge können zukünftig auch für ganze Gruppen von bis zu 30 Personen in Europa gestellt werden. Das bedeutet nicht, das Recht zu erhalten, in einem bestimmtem Staat Asyl zu erhalten, sondern von Bekannten oder von Menschen seiner Heimatstadt umgeben zu sein, oder von jemandem, den man auf der Wanderung kennengelernt hat.

“applicants for international protection should have the option to register as a group (max. 30 people) upon arrival in Europe. Such a group registration would not imply the right to be transferred to a particular member state, but a right to be transferred together with people you know, whether from your home town or someone you have become attached to while travellin …“

Die AfD warnt

Dazu erklärt der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion im sächsischen Landtag und europapolitische Sprecher, André Barth:

„Ungarns Regierungschef Orban kommentierte diesen in Brüssels Hinterzimmern erarbeiteten Entwurf als ‚Angriff auf unsere Souveränität, den das EU-Parlament jetzt gestartet hat‘, der ‚erbitterter‘ ist ‚als jeder vorangegangene Kampf.‘“

„Bezeichnend ist erneut, dass Deutschlands Medienlandschaft weitestgehend zu dieser geplanten Veränderung schweigt. Nach der neuen Regelung können sich die Neuankömmlinge ihr Lieblingsland, in dem sie leben wollen, unter vieren aussuchen. Keine Frage, dass Deutschland mit seinen ausufernden sozialen Leistungen auf dem Wunschzettel ganz oben stehen dürfte.“

„Wenn nun zudem Unicef vor einer bevorstehenden Massenflucht aus Afrika warnt, muss man nur eins und eins zusammenzählen, um sich auszumalen, wie Europa und insbesondere Deutschland in einigen Jahren aussehen werden. Oswald Spenglers Buch ‚Untergang des Abendlandes‘ aus dem Jahr 1922 wird so schneller Realität, als Pessimisten es je befürchteten.“

Siehe auch: Orbán erklärt Ost-Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone“ – EU-Abgeordneter der Grünen übt Kritik

Welche Mitglieder des Europäischen Parlaments befassen sich mit der Dublin-Reform?

Im Dokument der EU werden folgende Abgeordnete genannt, die sich mit der Dublin-Reform befassen. Leiter der Gruppe ist Cecilia Wikström (ALDE, SE).

Aus jeder Fraktion des Parlamentes kommt jeweils ein Abgeordneter hinzu, der/die im Namen der Fraktion verhandeln: EVP: Alessandra Mussolini (IT), S&D: Elly Schlein (IT), Slg.: Daniel Dalton (Vereinigtes Königreich), GUE: Cornelia Ernst (DE), Grüne: Jean Lambert (Vereinigtes Königreich), EFDD: Laura Ferrara (IT).

Die Ausschüsse für  auswärtige Angelegenheiten, Haushalt und Recht werden ebenalls Stellungnahmen abgeben. Die federführenden Europaabgeordneten in diesen Ausschüssen sind: Auswärtige Angelegenheiten: Ramona Nicole M?nescu (EVP, RO), Haushalt: Gérard Deprez (ALDE, FR) und Recht: Marie-Christine Boutonnet (ENF, FR).

Die Abgeordneten der Fraktionen der gemäßigten rechten EVP, der Sozialdemokraten S&D, der liberalen Alde, der Grünen/EFA, sowie die Vereinten Linken GUE/NGL winkten die neuen Regeln mit 43 zu 16 Stimmen durch. Es soll eine dreijährige Übergangszeit gelten.

https://michael-mannheimer.net/2017/10/30/neue-dublin-regeln-in-vorbereitung-es-koennen-kuenftig-gruppenantraege-mit-bis-zu-30-personen-gestellt-werden-asylanten-duerfen-sich-ihr-wunschland-in-europa-aussuchen/

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Der Honigmann

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Das Dritte Reich erneut besiegen: Warum ist Geschichtsrevisionismus in Europa wieder in Mode? 5/5 (13)

von Max Maksimow

Politiker aus Polen und den postsowjetischen Staaten der EU ließen im Sommer und Herbst 2017 mit umstrittenen Aussagen aufhorchen. Ihnen zufolge soll Deutschland wegen des im Laufe des Zweiten Weltkrieges verursachten Schadens Reparationen an Polen zahlen.

Im Sommer und Herbst 2017 kam es zu einigen überraschenden bis verstörenden Aussagen von Politikern aus Polen und den postsowjetischen Staaten der EU, die man nach so vielen Jahren seit der Osterweiterung in dieser Form nicht erwartet hätte. Sie alle untermauern eine zunehmend wieder populär werdende Forderung: Deutschland solle wegen der im Laufe des Zweiten Weltkrieges verursachten Schäden Reparationen an Polen zahlen.

Zuerst behandelte man diese Ideen auch in Polen weithin als Kuriosität und Populismus. Jedoch kamen diese Statements mittlerweile nicht mehr nur von politischen Randpersonen, sondern vom Vorsitzenden der regierenden polnischen Partei „Recht und Gerechtigkeit“, Jarosław Kaczyński, dem Verteidigungsminister Polens, Antoni Macierewicz, und von Premierministerin Beata Szydło. Sie alle betonten, dass Polen das Recht auf Kriegsentschädigungen habe. Kaczyński zufolge diskutierten der jetzige polnische Präsident Andrzej Duda und sein deutscher Kollege Frank-Walter Steinmeier jüngst ebenfalls dieses Problem.

Wer stellt welche Ansprüche an wen?

Laut den Berechnungen des Sejms, des polnischen Parlaments, schuldet Berlin Warschau fast 50 Milliarden US-Dollar. Die Bundesregierung konnte derartige Ansprüche nicht ignorieren und hat sie dementsprechend offiziell abgelehnt. Die Begründung war, dass Berlin alle möglichen Reparationszahlungen bereits geleistet habe und Polen keine Rechtsgrundlagen für solche Forderungen vorweisen könne. In Warschau denkt man nun sogar daran, ein Verfahren vor einem internationalen Schiedsgericht einzuleiten.

Es wäre aber seltsam gewesen, hätten sich die Ansprüche Polens ausschließlich auf Deutschland beschränkt, bedenkt man, dass es sich um den Zweiten Weltkrieg handelt. Polen gibt die Schuld an dessen Ausbruch nicht nur dem Dritten Reich, sondern auch der UdSSR.

Die Abgeordneten des Sejms entschieden sich entsprechend dazu, sich nicht auf die Forderungen gegenüber Deutschland zu beschränken, sondern nun auch Reparationen von Russland zu fordern. In diesem Zusammenhang spielte auch die Forderung nach einer Rückzahlung von angeblich 30 Millionen Rubel in Gold eine Rolle, die seit dem Abschluss des sowjetisch-polnischen Friedensvertrags im Jahr 1922 nie ausgezahlt worden seien. Zum anderen handelt es sich um Reparationsforderungen für die Eingliederung der westlichen Regionen der Ukraine und Weißrusslands in die UdSSR im Jahr 1939. Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski kommentierte diese Ideen wie folgt:

Aus moralischer Sicht ist es klar, dass wir keine Entschädigung erhalten haben für die Schäden, die sowohl durch den deutschen Angriff auf Polen als auch durch den sowjetischen, russischen Krieg verursacht wurden.

Erwartungsgemäßes Kopfschütteln in Russland

Der erste stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für internationale Angelegenheiten der Staatsduma, Dmitri Nowikow, stellte in einem Interview mit RT den Realismus hinter den polnischen Forderungen in Frage:

Polnische Politiker sollten sich daran erinnern, dass die Existenz von Polen in den heutigen Grenzen unter anderem die unmittelbare Folge der Konferenzen von Jalta und Potsdam ist, wo die Sowjetunion die Interessen Polens verteidigte. Deshalb sollten sie sich nicht nur an 1921, sondern auch an 1945 erinnern.

An dieser Stelle muss man sagen, dass dies bei weitem nicht der erste und nicht der letzte internationale Konflikt ist, der in einen Versuch der Revision der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs mündet. Die Entwicklung erregte nur deswegen allgemeine Aufmerksamkeit, weil ein Teil der Konfliktparteien der Europäischen Union angehört. Gerade das verleiht diesem Fall einen Anstrich von skandalöser Würze.

Das Thema der Revision einer scheinbar vollständigen Geschichte ist auch im postsowjetischen Raum verbreitet: Hier agiert die Ukraine als der Trendsetter hinsichtlich dieser seltsamen und gefährlichen „Mode“. Vor allem deswegen, weil sie versucht, die Russische Föderation für die Folgen des Staatsstreichs von 2014, der die Abspaltung eines Landesteils, einen Bürgerkrieg und einen Krieg in der Ukraine zur Folge hatte, verantwortlich zu machen. Aber die Ursachen der ukrainischen „Mode“, Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs zu revidieren, liegen tiefer. Der Staatsstreich brachte rechtsextreme Nationalisten und auch diejenigen an die Macht, die davon profitieren, sich deren Sicht auf die Geschichte anzueignen. In dieser Frage sind ihre Vorwürfe an die Russischen Föderation viel breiter.

Ukraine greift historisch sogar noch weiter zurück

Ukrainische Nationalisten gehen im Parlament sogar noch weiter zurück als ihre polnische Kollegen. Sie versinken in den Tiefen der Geschichte. Sie werfen Moskau die „Besetzung“ der Ukraine während des Bürgerkriegs Anfang des 20. Jahrhunderts vor und sogar jene, die im 17. Jahrhundert stattfand, nach dem Bürgerkrieg in der Rzeczpospolita Polska, zu Deutsch: der Königlichen Republik Polen. Aber in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg waren sich die Abgeordneten des polnischen Sejms und der ukrainischen Rada als Partner einig.

Vor genau einem Jahr, im Oktober 2016, verabschiedete die Rada die gemeinsame ukrainisch-polnische Erklärung Nr. 1704-VIII unter dem Titel „Erinnerung und Solidarität“. In dieser wurden der Molotow-Ribbentrop-Pakt verurteilt und die UdSSR sowie das Dritte Reich als die Auslöser des Zweiten Weltkriegs benannt. Es ist bemerkenswert, dass sich ursprünglich auch Litauen dieser Erklärung anschließen wollte. Im letzten Moment aber verzichtete der litauische Sejm auf diesen Schritt. Genaue Gründe dafür waren anfangs nicht bekannt. Der älteste Abgeordnete der Rada lüftete jedoch den Schleier, Jurij Schuchewytsch, seines Zeichen der Sohn eines berühmten Nazi-Protagonisten und Bandera-Anhängers, Roman Schuchewytsch.

Von der Rednerbühne des ukrainischen Parlaments aus warf er seinen Kollegen Schimpfworte an den Kopf und nannte sie „dumm“. Es hatte sich herausgestellt, dass Rada-Abgeordnete nicht die Autoren der Erklärung waren und sie diese nicht einmal gelesen hatten, bevor sie sie verabschiedeten.

Desweiteren wurde die Erklärung im polnischen Sejm geschrieben, wo die Wiedervereinigung der Westukraine und Weißrusslands immer noch für eine Annexion der polnischen Territorien gehalten wird.

In Warschau hat die Verurteilung des Molotow-Ribbentrop-Paktes nicht die gleiche Bedeutung wie in der Ukraine. Polen glaubt immer noch, dass die UdSSR polnische Territorien gestohlen hatte. Aber die ukrainischen Abgeordneten sind nicht so sehr am Inhalt von Gesetzen interessiert, dass sie auf diese gefährlichen Einzelheiten eingehen würden.

Aus wahrscheinlich gerade diesem Grund lehnte es Litauen ab, die Erklärung zu unterzeichnen. Tatsache ist, dass nicht nur das Dritte Reich, sondern auch die UdSSR an der Teilung Polens im Jahre 1939 teilnahm. Ein Teil des Territoriums der zweiten Rzeczpospolita ging darüber hinaus an die Slowakei und Litauen. Zudem war Litauen 1939 noch kein Teil der UdSSR. Dies sollte erst im Jahre 1940 der Fall sein. Die jetzige Hauptstadt Litauens, die Stadt Vilnius, war von der Annexion 1922 und dem Nichtangriffspakt Teil Polens. Dadurch, dass sie den Molotow-Ribbentrop-Pakt verurteilen, hätten litauische Abgeordnete Vilnius als besetztes Territorium anerkannt, Polen das Recht darauf zugesprochen und somit Litauen selbst zum Mitverursacher des Zweiten Weltkriegs erklärt. Vielleicht sagte deshalb der litauische Sejm im letzten Moment seine Teilnahme an der politischen Intrige ab, die in Warschau geplant worden war.

Titelbild nach der Unterzeichnung des Münchner Abkommens.

Ukrainische Abgeordnete konnten mangels Fachkompetenz offenbar nicht auf diesen einfachen Gedanken kommen. Natürlich erhebt Polen auch einen Anspruch in der Frage der Angliederung von Vilnius an Litauen. Immerhin stellten Polen 1939 sogar noch die Bevölkerungsmehrheit in der Stadt. Dies klingt zwar in der allgemeinen Diskussion nicht an, aber am Rande des polnischen Sejm wird nicht selten und nicht ungern daran gedacht. Niemand könnte die Diskussion solcher Themen in der Presse oder im Internet verbieten – insbesondere nicht in der heutigen Ukraine, wo man offen über territoriale Ansprüche gegenüber Russland, Weißrussland und eben auch Polen spricht.

Münchner Abkommen von 1938 wird gerne vergessen 

Wenn man sich aller Umstände des Zweiten Weltkriegs erinnert, wird man gezwungen sein, sich auch sehr unangenehmer Episoden zu erinnern – und man muss dazu nicht einmal bis zum Versagen der westlichen Siegermächte nach 1918 im Zusammenhang mit den folgenschweren Verträgen von Versailles, St. Germain und Trianon oder im Nahen Osten zurückgehen, ohne das es vielleicht zu manchen fatalen Entwicklungen in den Jahren und Jahrzehnten darauf gar nicht erst gekommen wäre.

Man braucht sich nur des Münchner Vertrags zu erinnern, in dem Großbritannien, Frankreich, das Dritte Reich und Italien ohne Beteiligung der Delegation aus der Tschechoslowakei die Übergabe des Sudetenlandes an das Dritte Reich vereinbarten. Dieser Vertrag wird heute von keinem Menschen als solcher betrachtet, und letztendlich hat er zum Beginn der Expansion des Dritten Reiches geführt. Niemand bezeichnet diesen Vertrag als „Hitler-Chamberlain-Daladier-Mussolini-Pakt“. Im Westen erinnert man sich nicht gerne daran. Besonders stoßen auch heutigen Staatenlenkern Fotos sauer auf, auf denen die Flaggen des Dritten Reiches, Frankreichs und Großbritanniens einträchtig nebeneinander in München flattern.

Stalin neu denken?

Im Unterschied zum britischen Premierminister saß Sowjetführer Josef Stalin selbst nie an einem Tisch mit Hitler. Im Gegenteil: Stalin wurde für den Molotow-Ribbentrop-Pakt im Jahr 1939 von der amerikanischen Zeitschrift Time zum „Mann des Jahres“ gemacht. Im begleitenden Leitartikel dazu heißt es:

Josef Stalin hat in einer August-Nacht das Machtverhältnis in Europa dramatisch verändert. Das machte Josef Stalin zum Mann des Jahres 1939. Zu Beginn des vergangenen Jahres hatte Adolf Hitler der ganzen Welt bereits gezeigt, dass seine Tasche der politischen Tricks nicht bodenlos war. Winston Churchill, der erste Lord der Admiralität, tauchte mit großer Energie wieder in europäischen Angelegenheiten auf, aber er war  kein Chef der Regierung. Nach sieben Jahren von Franklin Roosevelt sind die Vereinigten Staaten immer noch in der Depression und können kein Vorbild für den Rest der Welt darstellen. Dagegen waren die Handlungen von Josef Stalin im Jahr 1939 positiv, überraschend und schockierend für die Welt. Die Unterzeichnung des nazistisch-kommunistischen Nichtangriffspakts im Moskauer Kreml in der Nacht vom 23. auf den 24. August war eine diplomatische Demarche, die im wahrsten Sinne des Wortes die Welt erschütterte.

Wie man sieht, betrachtete damals niemand Stalin als Aggressor und umso weniger als einen Verursacher des Zweiten Weltkriegs – im Gegenteil. Das ist die Meinung der damaligen Presse. Heute müssen diejenigen, die die Ergebnisse des größten Krieges der menschlichen Geschichte überprüfen wollen, erst einmal verstehen, wie gefährlich ein solches Ansinnen ist. Denn dann wird man sie auch an andere Fakten erinnern müssen, über welche in Polen und in der Ukraine sowie anderen Ländern gerne geschwiegen wird.

Worüber man gerne schweigt

So schweigt man zum Beispiel lieber über die Tatsache, dass es Polen erlaubt wurde, einen erheblichen Teil der von Deutschen besiedelten Territorien zu annektieren. Zu diesen Geländen gehören das südliche Ostpreußen, ein Teil von Brandenburg, Pommern und Schlesien.

Man wird sich auch daran erinnern, dass die Deutschen von dort zwangsweise und ohne jegliche Entschädigung abgeschoben wurden, Millionen Menschen überlebten die Vertreibung nicht, in Internierungslagern wie Lamsdorf soll eine mindestens vierstellige Anzahl von Zivilisten gequält und getötet worden sein.

Das könnte man nach unseren heutigen Maßstäben durchaus in einen Bereich einordnen, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn nicht gar einem Völkermord nahekommt.

Die Vertreibung der Deutschen wurde von den Behörden Polens, Litauens, der Tschechoslowakei und der Ukraine durchgeführt. Obwohl diese Länder ein Teil der UdSSR waren, wäre es nicht nur nach der nun von Polen und der Ukraine bemühten Logik ungerecht, historische Verantwortlichkeit nicht zu teilen. Ich habe noch nie gehört, dass in den betroffenen Ländern und unter den gegenwärtigen Politikern jemand das Thema einer Entschädigung für die Abschiebung der Deutschen behandelt hätte.

Die Gründe des heutigen Revisionismus

Warum befassen sich polnische und ukrainische Politiker aber mit solch einem gefährlichen Geschäft wie der Revision der Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges? Diese Versuche könnten pragmatische Gründe haben: Vor allem den Wunsch, einfaches Geld aus dem Nichts zu machen. Dies ließe sich sogar zu einem Präzedenzfall umwandeln. Zudem hat nicht Polen selbst diese Herangehensweise erfunden, um Geld zu verdienen. Als erstes Land hat Griechenland, das damals unter der Schuldenkrise litt, von Deutschland ernsthaft 279 Milliarden Euro gefordert. Die EU hat damals solch gefährliche Präzedenzfälle jedoch nicht zugelassen. Künftig wird sie es auch nicht dulden. Aber diese gefährlichen Diskussionen werden sich weiter fortsetzen.

Zugegeben: Das arrogante Auftreten heutiger deutscher Politiker gegenüber anderen Nationen, wie es nicht nur Russland, sondern auch Griechenland, Polen und viele andere Länder kennenlernen durften, trägt ohne Zweifel seinen Teil dazu bei, Begehrlichkeiten dieser Art zu wecken. Man sollte ihnen dennoch nicht nachgeben.

Die Büchse der Pandora sollte geschlossen bleiben.

https://brd-schwindel.org/das-dritte-reich-erneut-besiegen-warum-ist-geschichtsrevisionismus-in-europa-wieder-in-mode/

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Der Honigmann

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Der Heilige Stuhl und der „Kreißsaal der EU“ 4.5/5 (8)

Eine wesentliche Entwicklungslinie, die zum Beginn und zur weiteren Förderung der europäischen Einheitsstaats-Bewegung geführt hat, zieht sich von Richard Graf Coutenhove-Kalergi, Winston Churchill und dem US-Geheimdienst über das „American Committee for a United Europe“ (ACUE), zur „Europäischen Bewegung“, der „Union Europäischer Föderalisten“ (UEF)  und den „Europarat“. Diese weitgehend vom CIA mitfinanzierten hauptsächlichsten Organisationen bilden den Humus, welche die heute bis zur EU entwickelte Brüsseler Organisation in Gang gebracht haben, weiter begleiten, fördern, unterstützen und vorantreiben.1

Zentrales Motiv der angloamerikanischen Förderung eines europäischen Staates ist es, eine Entwicklung Deutschlands als unabhängige, selbständige Nation für die Zukunft auszuschließen. Dies ergibt sich schon aus einem Papier des amerikanischen Außenministeriums vom Februar 1949, in dem es hieß, dass die Besatzungsherrschaft nur aufgelöst werden sollte, wenn „ein angemessener Rahmen einer allgemeinen europäischen Union, in die Deutschland absorbiert werden kann“, existiere. Die Initiative für einen solchen Rahmen solle man aber den Europäern selbst überlassen und sie nur von außen unterstützen.Die Initiative ist ja insbesondere von Coutenhove-Kalergi und Jean Monnet ergriffen worden. Aus den Erinnerungen von Hans-Dietrich Genscher geht hervor, dass die Fortführung der europäischen Integration zu einem Bundesstaat zu den Bedingungen der USA für eine Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung 1989 gehörte.

Der Einfluss der römisch-katholischen Kirche

Eine zweite Linie geht vom „Heiligen Stuhl“ in Rom aus. Die Päpste und die ihr unterstehenden Kirchenoberen haben die von den weltlichen „Eliten“ betriebene Entwicklung zu einem europäischen Bundesstaat von Anfang an unterstützt. Eine der treibendsten katholischen Kräfte war Papst Pius XII. Nach der Gründung der EWG und der EURATOM am 25. März 1957 in Rom, die der 1951 in Paris gegründeten Montanunion zur Seite traten, kritisierte er auf dem Europa-Kongress, dass insbesondere die EWG noch keine eigentliche Gemeinschaft sei, weil ihr eine eigene Autorität fehle, die „wirkliche Gewalt“ besitze und Verantwortung trage. Er gab den politischen Akteuren die Aufgabe mit auf den Weg, „für eine Stärkung der Exekutive in den bestehenden Gemeinschaften zu sorgen und damit die Konstituierung eines einheitlichen politischen Organismus ins Auge zu fassen.“ Eine europäische Außenpolitik schien ihm schon damals möglich und nötig.3

Otto von Habsburg

Zu den intensiv in diesem Sinne für die Interessen der katholischen Kirche Wirkenden gehörte Otto von Habsburg, der 1912 geborene älteste Sohn von Karl I., des letzten, 1922 mit 35 Jahren im Exil in Portugal gestorbenen Kaisers von Österreich-Ungarn. Kaiser Karl wurde „von seinen Biografen einhellig eine tiefe Religiosität und bedingungslose Treue zur katholischen Kirche bescheinigt. Kritiker sehen in Karl einen „Befehlsempfänger der Kirche“ (Brigitte Hamann), der als „politischer Diener der Kirche“ sich sklavisch an die Vorgaben der Kirche gehalten und dadurch die Trennung von Staat und Kirche ignoriert hätte.“ Aus Dankbarkeit wurde er am 3. Oktober 2004 „von Papst Johannes Paul II. in die Reihen der Seligen der römisch-katholischen Kirche aufgenommen. …  Die Kirche würdigte durch ihre Entscheidung Karls Sicht des Herrscheramtes als „Heiligen Dienst“ und erklärte ihn zum Vorbild für politische Verantwortungsträger.“ 4

Entsprechend tief war auch sein Sohn Otto mit der Katholischen Kirche verbunden. „Seine Mutter erzog ihren Sohn auch nach dem Untergang der Doppelmonarchie und der 1921 in Ungarn beschlossenen Dethronisation der Habsburger zu einem römisch-katholischen Monarchen.“ (Wikipedia) Er war Ehren- und Devotions-Großkreuz-Bailli (ein herausragender Ritter) des „Souveränen Malteserordens“, einer katholischen Ordensgemeinschaft, die ein vorbildliches Leben nach den Lehren und Vorschriften der Kirche vorschreibt. Ebenso gehörte er dem „Orden vom Goldenen Vlies“ an, dessen Ziel die Erhaltung des katholischen Glaubens, der Schutz der Kirche und die Wahrung der unbefleckten Ehre des Rittertums ist.

Ab Mitte der 1930er Jahre setzte sich Otto von Habsburg innerhalb der „Paneuropa-Union“ an der Seite des Gründers Richard  Graf von Coudenhove-Kalergi für die europäische Einigung, also einen europäischen Bundesstaat ein. Der römisch-katholische Laienorden „Opus Dei“ favorisierte ihn als künftigen Monarchen über ein vereintes katholisches Europa.5  Von 1957 bis 1973 war er Vizepräsident der Paneuropa-Union, von 1973 bis 2004 als Nachfolger Kalergis Präsident und von 2004 bis 2011 Ehrenpräsident. (Wikipedia) Nachdem er 1978 neben der österreichischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatte, war er von 1979 bis 1999 für die CSU Abgeordneter im Europäischen Parlament.

Als Gegner des Nationalsozialismus floh er 1940 in die USA. Er pflegte intensive persönliche Kontakte zu Präsident Franklin Roosevelt und insbesondere Winston Churchill, den er für das Nachkriegs- Konzept einer Donauföderation interessierte. Nach seinen Vorstellungen sollte auf dem Gebiet des früheren Österreich-Ungarns ein neuer monarchischer Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn nach dem Vorbild Belgiens entstehen, der zwei große Bevölkerungsgruppen vereinigte. Auch die Länder Bayern, Baden, Württemberg und Hohenzollern-Sigmaringen sollten als Monarchien wiederhergestellt und in einem so genannten „Süddeutschen Bund“ vereinigt werden. (Wikipedia)

Jòzef Retinger

Einen noch tiefer gehenden Einfluss übte der undurchsichtige Pole Dr. Jòsef Hieronim Retinger (1888-1960) aus. Er absolvierte die katholische (jesuitische?) St. Luke’s Catholic High School in Krakau6 und schloss, nach Gerhard Wisnewski, das Noviziat des Jesuiten-Ordens in Rom ab, hängte allerdings wegen der „zu großen Hürde des Zölibats“ den Priesterberuf wieder an den Nagel.7  Den Besuch einer katholischen Schule zu erwähnen, ist in unserem Zusammenhang nicht unwichtig, soll diese ihre Schüler doch im Geiste „katholischer Lehre und Praxis“ erziehen. Und die von den Jesuiten gegründeten Schulen und Universitäten sollen „Gewähr dafür bieten, dass kommende Generationen fest verwurzelt im katholischen Glauben heranwachsen – modern ausgedrückt, sicherten sie sich damit langfristig die kulturelle Hegemonie.“ (Wikipedia) Offensichtlich blieb Retinger auch Kirche und Orden weiterhin treu verbunden.

Während und nach seinem Studium der Literatur in Paris, Studien der Psychologie in München und der Ökonomie an der London School of Economics8, kam er dank seines Förderers Graf Zamoyski mit zahlreichen führenden Leuten aus Kultur und Politik in Berührung. „Etwa zur selben Zeit beginnt er seine politische Karriere – allerdings gar nicht so konträr zu seinem ersten Wunsch: der dem päpstlichen diplomatischen Dienst beizutreten“, schildert W. Chr. Taverne.9  Im Ersten Weltkrieg gelang es Retinger, „Polen zu verlassen. Er trägt eine Reihe sehr wichtiger Dokumente und Briefe bei sich, unter anderen einen von Erzbischof Bilczewski an seinen Kollegen in Westminster (Kardinal Bourne). Des weiteren bekommt er Instruktionen von Bilczewski, und die Dokumente, die an Retinger übergeben wurden, tragen die Unterschriften von einigen 20 führenden polnischen Persönlichkeiten. Dank dieser Papiere ist Retinger in der Lage zu beweisen, dass er derjenige ist, der das Sagen hat, mit der vollen Handlungsvollmacht überall als ein Art polnischer Botschafter zu agieren.“ 9

Seine Beziehungen zu führenden Persönlichkeiten der Westmächte führen nach W. Chr. Taverne dazu, dass er zur Verhandlungsdelegation des belgischen Prinzen Sixtus von Bourbon-Parma gehört, die Anfang 1917 geheim einen Separatfrieden mit Kaiser Karl I. von Österreich-Ungarn sondieren soll.
„Dies ist ein komplexes Thema, weil der so genannte Habsburg- oder Ledóchowski-Plan damit zu tun hat. Dieser Plan wollte für das Haus von Habsburg einen Staatenbund aus römisch-katholischen Ländern in Zentral- und Osteuropa arrangieren. Obwohl dieser Plan vom General der Jesuiten stammte, Graf Wladimir Ledóchowski (selbst ein Pole), so erwies er sich ebenso, der Traum des späteren Papst Pius XII. zu sein. Um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen, wurde Retinger zu einem der Verhandlungsführer, zusammen mit Prinz Sixtus von Bourbon-Parma und dem General der Jesuiten. Also machte sich Retinger auf, den General in seiner jesuitischen Festung zu besuchen, dem Schloss zu Zizers, nahe Chur. Da Graf Ledóchowski zu dem Freundeskreis von Retingers (früherem)Vormund gehörte, wurde er sehr freundlich empfangen, und darüber hinaus erwies er sich als der geeignetste Verhandlungsführer.“ 9

Während des Zweiten Weltkrieges wurde er einer der engsten Berater von General Sikorski, den Ministerpräsidenten der polnischen Exilregierung in England, der ihn den „Cousin des Teufels“ nannte. Nach dem Krieg setzte er sich intensiv für die europäische Integrationsbewegung ein und war 1947 maßgeblich an der Gründung der vom „American Committee for a United Europe“ geförderten „Europäischen Bewegung“ beteiligt, deren erster Generalsekretär er wurde und 1948 den Haager Europa-Kongress in Den Haag organisierte, an dem unter dem Vorsitz Churchills über 700 Delegierte aus ganz Europa und Beobachter aus den USA und Kanada teilnahmen. Damit gelang die entscheidende Weichenstellung für die Gründung der Europäischen Bewegung. Auch die Gründung des bis heute außerordentlich einflussreichen „Europarates“ geht auf seine Initiative zurück. Schließlich entsprang auch die Gründung der „Bilderberger-Konferenzen“ seinen strategischen Planungen, für die er Prinz Bernhard der Niederlande als Vorsitzenden und Symbolfigur gewann. (Wikipedia)

Das Wirken Jòzef Retingers für eine staatliche Einigung Europas im Sinne des Vatikans, sozusagen für ein „Heiliges Römisches Europa“, war also noch ungleich grundlegender als das Otto von Habsburgs.

Im „Kreißsaal der EU“ in Rom

Die feierliche Unterzeichnungszeremonie der Gründungsverträge von EWG und EURATOM, den Vorläufern der EU, fand am 25. März 1957 im Palazzo die Conservatori auf dem Kapitol in Rom, im sala degli orazi e curiazi statt. Von den für die 6 Gründungsländer Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxenburg und die Niederlande unterzeichnenden Staatsmänner waren die meisten (K. Adenauer, Chr. Pineau, A. Segni, J. Luns) katholisch geprägt.

Der Saal ist mit seinen Wandmalereien der Erinnerung an die kriegerischen Ursprünge des Römischen Imperiums gewidmet. Die Statuen zweier Päpste dokumentieren in geistiger Nachfolge des Imperiums den Machtanspruch der römisch-katholischen Kirche über die Seelen der Menschen. Nach der Erhebung des Christentums zur römischen Staatsreligion im 4. Jh. hatte die römische Kirche Struktur und juristische Denkweise des zerfallenden römischen Imperiums angenommen, der Bischof von Rom war mit Hilfe der Macht der römischen Kaiser gegen den Widerstand der meisten anderen Bischöfe zum Oberhaupt (Papst) aufgestiegen und hatte von den Kaisern das Amt des Pontifex Maximus, des obersten Priesters, übernommen. Die Auswahl des symbolträchtigen Ortes war sicher kein Zufall, sondern gezieltes Arrangement.

Auch die Unterzeichnung des „Vertrages über eine Verfassung für Europa“, der die EU bereits in einen Quasi-Bundesstaat erheben sollte10, fand 47 Jahre später, am 29. Oktober 2004, feierlich in diesem Saale statt, den die Süddeutsche Zeitung daher in wohlwollender Flapsigkeit als „Kreißsaal der EU“ bezeichnete. Dabei ist nicht unwesentlich, dass diese Verfassung maßgeblich unter der Leitung des Jesuitenzöglings und früheren französischen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing entworfen wurde, der wie Otto von Habsburg „Ehren- und Devotions-Großkreuz-Bailli des Malteserordens“ ist.11

Die unterzeichnenden Staatsmänner saßen direkt unter der mächtigen, überlebensgroßen Statue des Papstes Innozenz X., der gleichsam seine segnende rechte Hand über sie ausstreckt.
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http://vatikanische-nwo.blogspot.de/2009/11
Der britische Premierminister Tony Blair und sein Außenminister Jack Straw unterzeichnen den Vertrag für Großbritannien.

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Auch Schröder und Fischer unterwerfen Deutschland

Innozenz X. war Papst von 1644 – 1655. Als 1648 der Dreißigjährige Krieg – für die katholische Kirche praktisch erfolglos – mit dem Westfälischen Frieden beendet wurde, der den Herrschafts- und Einflussbereich der Protestanten festschrieb, wandte sich Innozenz mit aller Schärfe dagegen und verweigerte als einziger die Unterschrift unter den Friedensvertrag. Europa sollte katholisch bleiben und nicht teilweise unter protestantische Herrschaft geraten. Der Papst erklärte in einem Schreiben „Zelo domus Dei“

„kraft Apostolischer Machtvollkommenheit den Artikel des Westfälischen Friedens für nichtig, ungültig, unbillig, ungerecht, verdammt, verworfen, vergeblich, der Kräfte und Erfolge entbehrend für alle Zukunft, niemand sei zu ihrer Einhaltung verpflichtet.“ (Wikipedia)

Die unterzeichnenden Staatsmänner blickten genau gegenüber auf die gleichfalls übermächtige Statue von Papst Urban VIII. (1623 – 1644), des unmittelbaren Vorgängers von Innozenz X. Papst Urbans unerbittlicher Vernichtungswille der deutschen Protestanten kam anlässlich der Verwüstung Magdeburgs am 20. Mai 1631 durch die Truppen der katholischen Liga zum Ausdruck. Es war zu tagelangen Raubzügen, Vergewaltigungen und Gewalttaten gekommen, bei denen mehr als 20.000 Bürger getötet wurden.

In ganz Europa war man über dieses Massaker entsetzt, und es gilt als das größte und schlimmste während des Dreißigjährigen Krieges. Es hieß, die Taten und der Schrecken seien in ihrer Entsetzlichkeit ´nicht in Worte zu fassen und nicht mit Tränen zu beweinen`. Papst Urban VIII. hingegen verfasste am 24. Juni 1631 ein Schreiben, in dem er seine Freude über die „Vernichtung des Ketzernestes“ zum Ausdruck brachte.“ (Wikipedia)

Was drückt sich in dieser Symbolik aus?

Aus der Ich-Kraft und dem Freiheitsimpuls Mitteleuropas erhob sich mit der Reformation die größte Rebellion gegen den religiösen Herrschaftsanspruch des Papsttums.12 Zwar geht von der verflachten Evangelischen Kirche von heute keine Gefahr mehr für Rom aus, aber man weiß, dass in dem Geistesstreben der Deutschen, wie es in der deutschen Klassik, Romantik und Philosophie des Idealismus besonders zum Ausdruck kam, nach wie vor die größte Gegnerschaft schlummert. Goethe ließ repräsentativ den Faust dieses Streben aussprechen: „Dass ich erkenne, was die Welt / Im Innersten zusammenhält, / Schau alle Wirkenskraft und Samen, / Und tu nicht mehr in Worten kramen.“ Alle Wirkenskraft ist aber geistig und gründet im Göttlichen, das sonst dem Bereich der Religion angehört. Doch dieses Streben zielt danach, die Grenzen von Religion und Wissenschaft aufzuheben, so dass der Philosoph Schelling formulierte: „Die deutsche Nation strebt mit ihrem ganzen Wesen nach Religion, die mit Erkenntnis verbunden und auf Wissenschaft begründet ist.“

Damit wird der Priester als Vermittler zwischen irdischer und göttlicher Welt überflüssig. Das ist schon in Luthers Tat veranlagt, der die jedermann zugänglichen Evangelien über die Dekrete des Papstes stellte. Daher wird auch Rudolf Steiner, der in Anknüpfung an den deutschen Idealismus in der von ihm entwickelten Anthroposophie einen wissenschaftlichen Weg zur Erkenntnis der geistig-göttlichen Welt, eine Geistes-Wissenschaft begründete, von der katholischen Kirche auf allen Ebenen bekämpft. Im unmittelbaren Verhältnis jedes Menschen zur göttlich-geistigen Welt liegt die größte, existenzielle Bedrohung der Kirche.

Ein unabhängiges Deutschland mit einem freien Geistesleben muss daher verhindert und in einem europäischen Bundesstaat gebunden oder gar absorbiert werden.

Die 60-Jahr-Zeremonie

Die EU befindet sich gegenwärtig in einer schweren Krise, die einen besonders dramatischen Ausdruck in der Austrittserklärung Großbritanniens gefunden hat. Was lag da näher, als am 25. März 2017, dem 60. Jahrestag der Unterzeichnung der römischen Verträge, zusammenzurücken und im selben Saal in Rom die Gründungsideale erneut zu beschwören. Die Regierungschefs der verbleibenden 27 EU-Staaten unterzeichneten feierlich eine Erklärung, die das Versprechen der EU auf Frieden, Freiheit und Wohlstand erneuern soll. „Heute erneuern wir in Rom unser einzigartiges Bündnis freier Nationen, das vor 60 Jahren von unseren großartigen Vorgängern ins Leben gerufen wurde“, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk. „Sie hatten den Mut des Kolumbus, unbekannte Gewässer zu besegeln, eine neue Welt zu entdecken.“ 13

Am Abend zuvor war man von Papst Franziskus in Audienz empfangen und eingestimmt worden. Er sparte nicht mit Kritik und Ermahnungen.

Sechzig Jahre später nach Rom zurückzukehren darf nicht bloß eine Reise in die Erinnerungen sein, sondern ist vielmehr das Verlangen, das lebendige Gedächtnis jenes Ereignisses wiederzuentdecken, um dessen Bedeutung in der Gegenwart zu verstehen. … ´Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft`, bekräftigte (damals) der luxemburgische Premierminister Bech, ´wird nur dann leben und erfolgreich sein, wenn sie in ihrem Bestehen dem Geist europäischer Solidarität, der sie geschaffen hat, treu bleibt und wenn der gemeinsame Wille des entstehenden Europas mächtiger ist als die nationalen Willensbestrebungen.` Dieser Geist ist angesichts der zentrifugalen Kräfte wie auch der Versuchung, die Gründungsideale der Union auf produktive, wirtschaftliche und finanzielle Erfordernisse zu reduzieren, heute höchst notwendig. …

Europa findet wieder Hoffnung in der Solidarität, die auch das wirksamste Heilmittel gegen die modernen Formen des Populismus ist. Die Solidarität bringt das Bewusstsein mit sich, Teil eines einzigen Körpers zu sein, und schließt gleichzeitig die Fähigkeit eines jeden Gliedes mit ein, mit dem anderen und dem Ganzen zu ´sympathisieren`. … Die Formen von Populismus hingegen sind eben Blüten des Egoismus, der in einen engen und erdrückenden Kreis einschließt und nicht zulässt, die Enge der eigenen Gedanken zu überwinden und darüber hinaus zu sehen. Man muss wieder beginnen, europäisch zu denken, um die gegensätzliche Gefahr einer grauen Uniformität oder des Triumphs der Partikularismen abzuwehren. …
Meinerseits kann ich nur versichern, dass der Heilige Stuhl und die Kirche ganz Europa nahe ist. An seinem Aufbau hat die Kirche stets mitgewirkt und wird immer mitwirken. Dazu bittet sie für Europa um den Segen des Herrn, damit er es beschütze und ihm Frieden und Fortschritt schenke.“
14 

Mit dem positiven Begriff „Europa“ ist natürlich das Konstrukt der Europäischen Union gemeint, womit suggeriert wird, beide als identisch aufzufassen. Aus den Worten des Papstes wird der Wille zu einem europäischen Gesamtstaat, einem einzigen Körper, deutlich, in dem sich die Einzelstaaten mit ihren nationalen Willensbestrebungen einfügen und unterordnen sollen. Denn diese zentrifugalen Kräfte seien heute verführerischer Populismus, der nichts anderes als beschränkter nationaler Egoismus bedeute, dem der notwendige Weitblick fehle.   

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nachrichten.at
Zum Bild: Der gegenüber der politischen Ebene erhöhte Heilige Stuhl, auf dem der Papst in gebührendem Abstand über den anderen thront, suggeriert, dass er einer höheren geistigen Ordnung angehöre, dass er der göttlichen Welt nahe stehe, aus der er letztlich seine Weisheit, seine Handlungsimpulse und den göttlichen Segen empfange, den weiter zu spenden, er kraft göttlichen Auftrags ermächtigt sei.

Die hierarchische Ordnung

Die römisch katholische Kirche hat eine streng gegliederte Priesterhierarchie, die sich über den Gläubigen auftürmt und deren Verhältnis zur göttlichen Welt regelt und bestimmt. In ihrem Anspruch auch auf weltliche Herrschaft greift sie im Grunde auf die Form altorientalischer und altägyptischer Theokratien zurück, in denen der gottgleich verehrte oberste Priester zugleich oberster weltlicher Herrscher, absoluter Monarch war. Eine Karikatur dieses Strebens ist im Vatikanstaat erhalten geblieben, „einer absoluten Wahlmonarchie, deren Monarch der Papst ist.“ (Wikipedia)

In der geschichtlichen Folge waren aber die Theokratien in den religiösen Teil der Kirchen und den weltlichen Teil der Monarchien auseinandergebrochen, wobei beide die unmittelbare Einsetzung und Legitimation durch die göttliche Welt geltend machten. Mit der Konkurrenz der Könige und Kaiser „von Gottes Gnaden“ musste sich die römische Kirche auseinandersetzen. Das ganze Mittelalter ist von diesem Kampf gekennzeichnet, in dem das Papsttum stets die oberste göttliche Legitimation behauptete und von Karl dem Großen an auch zumeist die Einsetzung und Krönung der weltlichen Herrscher des „Heiligen Römischen Reiches“ als erneuertes römisches Reich durchgeführt hat. Schon an der Wahl waren die „Fürstbischöfe“ der Kirche, die zugleich weltliche Landesherren waren, als Angehörige des Standes der Kurfürsten beteiligt. Die römische Kirche durchsetzte das weltliche Reich und übte auf Adel und Volk einen allgegenwärtigen Einfluss aus.

Reformation und Ende des „Heiligen Römischen Reiches“ waren ein schwerer Schlag für die Macht der römischen Kirche. Offensichtlich sieht das reaktionäre Papsttum in einem europäischen Gesamtstaat die Möglichkeit, ein „Heiliges Römisches Reich“ in neuer Form wieder aufzurichten, das natürlich unter den modernen Gegebenheiten einer demokratischen Fassade bedarf. Dahinter handelt es sich aber um ein hierarchisches System von Institutionen, die von einem neuen „politischen Adel“ beherrscht werden, der von Mitgliedern oder Sympathisanten der Kirche durchsetzt sind und die Impulse der Kirchen bewusst oder unbewusst realisieren. Den Bürgern ist eine gesellschaftlich wirksame Mit- und Selbstbestimmung in der EU genauso verwehrt wie den Gläubigen die religiöse Selbstbestimmung in der römischen Kirche.

Es handelt sich um die wüsteste Reaktion gegen die vom wahren Christentum impulsierte Entwicklung der Menschheit zu Freiheit und Selbstbestimmung. Die angeblich christliche römische Kirche arbeitet der zentralen Verheißung und dem damit verbundenen Auftrag Christi entgegen: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ 15

Nachbemerkung:

Es passt in den Zusammenhang des Themas, dass der neue französische Präsident Emmanuel Macron, der zwei Tage nach der deutschen Bundestagswahl weitere Kompetenzübertragungen auf die EU durch einen eigenen Eurozonen-Haushalt mit Ministerium, einen EU-Verteidigungs-Etat und eine europäische Asylbehörde forderte, ebenfalls Jesuitenschüler ist. „Aus einer nichtreligiösen Familie stammend, ließ sich Macron als 12-Jähriger bei Eintritt in die Jesuitenschule La Providence (in Amiens) auf eigenen Wunsch katholisch taufen.“ (Wikipedia). Er besuchte diese Schule bis zum 17. Lebensjahr.
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1   Vgl.: Hintergründe der europäischen Integrationsbewegung
2   Zitiert nach Andreas Bracher: Europa im amerikanischen Weltsystem,
Basel 2001, S. 86
3   Zitiert und referiert nach: Heinz Hürten: Papst Pius XII.
und die Einigung Europas, in: Heinz Duchhardt u.a. (Hrsg):
Die europäische Integration und die Kirchen, Teil 1, 2010, S. 31
4   habsburger.net
5   caroimchaos.wordpress.com
6   orwellski.blogspot
7   Referiert nach: vatikanische-nwo
8   wie Anm. 6
9   zitiert nach Anm. 7
10 Diese „Verfassung“ ist dann zwar an den Volksabstimmungen in  Frankreich und Holland gescheitert, mit dem „Lissabon-Vertrag“ aber, der angeblich in den beiden Ländern keiner Volksabstimmung bedurfte, inhaltlich zu 90 % doch eingeführt worden.
11   Vgl.: wikipedia.org
12   Vgl.: Luthers Rebellion
13    merkur.de 25.3.1017
14    radiovaticana.va
15    Johannes-Evangelium Kap. 8, Vers 32

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2017/10/24/der-heilige-stuhl-und-der-kreisssaal-der-eu/

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Der Honigmann

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„Der ewige Nazi“ – Das Leben in Deutschland unter der Okkupation der USA – zur Erinnerung 5/5 (10)

Dr. Diego Fusaro – italienischer linker Philosoph und Marx-Experte – über die Rolle der „Nazi-Keule“ in Deutschland und die Auslöschung der deutschen Identität im politischen Interesse der Besatzungsmacht USA.

Repost vom 28. Jan 2016

https://brd-schwindel.org/der-ewige-nazi-das-leben-in-deutschland-unter-der-okkupation-der-usa/

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Der Honigmnn

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