Besinnliche Weihnachten: Was feiern wir eigentlich? (Video) 4.56/5 (9)

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Die meisten Christen haben als Kind gelernt, dass sie Weihnachten feiern, weil dann das Christkind geboren wurde, dem zu Ehren sie einen Christbaum oder auch eine Weihnachtskrippe und einen Adventskranz aufstellen, in die Christmette gehen und dass sie ein Geschenk und leckere Sachen vom Nikolaus oder Weihnachtsmann bekommen, wenn sie brav waren – oder vielleicht auch die Rute von Knecht Ruprecht zu spüren bekommen, wenn sie es nicht waren.

 Doch je älter man wird, umso mehr Fragen beginnt man sich zu stellen, bis man selbst nicht mehr so recht an all das glauben kann, was man uns so erzählt hat. Viele werden aber trotzdem ihren Kindern alles genauso beibringen, wie sie es selber gelernt haben und sich dabei vielleicht sogar selber einen falschen Bart ankleben und ins Weihnachtsmannkostüm schlüpfen, um auch ihnen schöne Weihnachten zu bescheren.
Da Weihnachten aber auch als eine „besinnliche Zeit“ gilt, sollten wir uns neben all dem uns umgebenden Weihnachtskitsch aber auch einmal Gedanken darüber machen, was im Mittelpunkt dieses Festes steht und was wir da eigentlich feiern. Wenn man ehrlich ist, werden die meisten von uns zugeben müssen, dass die Kinder mit Weihnachten hauptsächlich verbinden, dass sie endlich ihre lang ersehnten Geschenke bekommen, während die Erwachsenen froh sind, dass der ganze vorweihnachtliche Rummel vorbei ist und man endlich ein paar Tage in Ruhe seinen Urlaub genießen kann.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Weihnachten ist in vielen Fällen längst zu einem kollektiven Konsumrausch, einer Fressorgie, einer vorgetäuschten Familienharmonie und einer Realitätsflucht verkommen, sei es zuhause vor der dauerberieselnden Glotze mit Heile-Welt-Gesülze oder irgendwo fern der Heimat, wo einen möglichst wenig an genau das erinnern soll – von „Fest der Liebe“ also keine Spur.

Der Weihnachtsmann – eine Werbefigur von Coca-Cola

Der konsumorientierte Charakter des heutigen Weihnachtsfestes wird bereits daran deutlich, dass der „Weihnachtsmann“ – so wie wir ihn heute kennen – eigentlich eine Erfindung von Coca-Cola ist, indem sich seit den 1920er Jahren das Weihnachtsmannkostüm in den charakteristischen Coca-Cola-Farben Rot und Weiß durchsetzte:

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Das Aussehen, das wir heute mit dem Weihnachstmann verbinden, wurde vor allem von Haddon Sundblom, einem US-amerikanischen Grafiker und Cartoonisten mit skandinavischer Abstammung, geprägt, der von 1931 bis 1964 Zeichnungen für die Coca-Cola-Werbung anfertigte, für die sein Freund, ein Coca-Cola-Auslieferungsfahrer namens Lou Prentiss, Modell stand. Später, als sein Freund gestorben war, soll das eigene Gesicht Sundbloms als Vorlage für die Zeichnungen gedient haben.

Es gibt jedoch auch eine Reihe von Figuren, die bei der Erfindung des Weihnachtsmanns Pate gestanden haben.

Väterchen Frost und Grüner Mann

Die wohl größte Ähnlichkeit mit dem Weihnachtsmann hat das in den slawischen Ländern verbreitete Väterchen Frost (engl.: Jack Frost), bei dem es sich im Prinzip um eine Personifizierung des Winters handelt. Im Gegensatz zum westlichen Weihnachtsmann trägt dieser jedoch einen eisgrauen oder blauen Mantel, der heute unter westlichem Einfluss vermehrt einem roten Mantel gewichen ist.

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Außerdem trägt er ein Zepter mit dem er alles mit Eis und Schnee bedecken kann, was er damit berührt. Er stellt somit den Gegenspieler zum Grünen Mann dar, der als Frühlingsbringer gilt (engl: Jack-in-the-Green).

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Indem Väterchen Frost tief in der Taiga lebt, entspricht er jedoch unserem Weihnachtsmann, der sich nach einem „Nikolausgedicht“ mit den Worten vorstellt: „Von drauß’ vom Walde komm ich her…“

Der heilige Nikolaus – ein Bischof aus der heutigen Türkei

Nikolaus von Myra (zwischen 270 und 286 – 326, 345, 351 oder 365) ist zwar eine historische Person und ein christlicher Heiliger, hat aber ursprünglich nichts mit dem Weihnachtsfest zu tun. Er war Bischof von Myra, einem Ort im römischen und später byzantinischen Reich, der in der heutigen Türkei liegt und „Demre“ genannt wird.

Um den historischen Nikolaus ranken sich verschiedene Legenden, denen zufolge er z.B. sein ererbtes Vermögen unter den Armen verteilt haben (und drei Jungfrauen beschenkt haben) soll – so bezeugen es Bischöfe des 4. Jahrhunderts wie Ambrosius von Mailand und Basilius von Caesarea. Allerdings basieren die ihm zugeschriebenen Legenden z.T. auch auf dem gleichnamigen Abt des Klosters Sion bei Myra, der später Bischof in Pinara war und 564 starb.

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Anstelle des Zepters trägt er den Bischofsstab, der eigentlich einen Hirtenstab repräsentiert.

Dass der heilige Nikolaus auch als „Weihnachtsmann“ bezeichnet wird, hatte sicher auch damit zu tun, dass sein Gedenktag, der nach dem julianischen Kalender am 6. Dezember gefeiert wird, nach dem gregorianischen Kalender auf den 19. Dezember fällt – und somit nur wenige Tage vor Weihnachten. Als durch die protestantische Reformation die Heiligenverehrung abgelehnt wurde, wurde auch die Verehrung des heiligen Nikolaus als Geschenkebringer auf das weihnachtliche Christkind übertragen. Indem sich die Heiligenverehrung jedoch in den katholischen Regionen erhalten hat, ist es schließlich zu einer Vermischung beider Glaubensvorstellungen gekommen.

Saturnalien – ein römisches Fest zu Ehren des Gottes Saturn

Interessant ist, dass es in mittelalterlichen Klosterschulen den Brauch gab, dass am Nikolaustag Kinder einen „Kinderbischof“ wählen durften, der mancherorts bis zum 28. Dezember (dem Tag der unschuldigen Kinder) „im Amt“ bleiben konnte und die Erwachsenen für ihr Fehlverhalten Tadeln durfte. Hierdurch ist eine Anknüpfung an die römischen Saturnalien gegeben, dem römischen Festtag zu Ehren des Gottes Saturn, der am 17. Dezember gefeiert wurde. Saturn galt als Herrscher des urzeitlichen goldenen Zeitalters und wird assoziiert mit dem griechischen Gott Kronos. Saturn wird häufig mit Sichel in der Hand dargestellt und erscheint ebenfalls als alter Mann mit Bart.

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Die Saturnalien waren vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die Standesunterschiede vorübergehend außer Kraft gesetzt wurden und somit die Sklaven wie Gleichgestellte behandelt wurden oder die Rollen wurden sogar (scherzhaft) vertauscht, indem die Herren ihre Sklaven bedienten. Zu diesem Zweck wurde ein Saturnalienfürst ernannt, der auch „König des Trinkens“ genannt wurde, was auf einen höheren Weinkonsum hindeutet (und was zu unserem erhöhten Glühweinkonsum an Weihnachten passt). Allgemein war die Moral gelockert und es war auch offiziell das Würfelspiel um Geld erlaubt.

An manchen deutschen Hochschulen wie in Köln oder Kiel werden auch heute noch traditionell die Saturnalien als Studentenfest veranstaltet, bei dem man mit den Dozenten abrechnet. Auch die heute üblichen (vorweihnachtlichen) Weihnachtsfeiern außerhalb der eigenen Familie, bei denen sich Chefs und Untergebene ebenfalls näher kommen und dabei reichlich Alkohol trinken, können in der Tradition der Saturnalien gesehen werden (Schlimmer geht’s immer: Bizarre Aufnahmerituale der Eliten (Video)).

Pan, Saturn und Satan als Vorbilder für Knecht Ruprecht

Das Weintrinken wurde in der Antike vor allem mit Dionysus assoziiert, der als Gott des Weines, der Freude, der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase gilt und zu dessen Anlass auch ein eigenes Fest – die Dionysien – gefeiert wurde.

Auch die Verehrung des antiken Gottes Pan (gr.) bzw. Faunus (lat.) ist durch die Figur des Knecht Ruprecht in die Weihnachtstradition eingeflossen. Pan – ursprünglich ein griechischer Hirtengott, der als Mischwesen von Mensch und Ziegenbock und mit Hörnern ausgestattet als Vorbild unserer Darstellung des Teufels dient – befand sich im Gefolge des Dionysos und verkörperte die Wollust. Nach einer Erzählung soll er zudem ein Sohn des Gottes Kronos gewesen sein. Pan war auch der Gott des Waldes und zu seinen Attributen gehört neben der von ihm erfundenen Panflöte auch ein Stab, der als Vorbild für die „Rute“ gedient haben kann. Außerdem leitet sich von ihm der Ausdruck „Panik“ ab, die so manches Kind beim Anblick des Knecht Ruprecht überkommen kann.

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Indem die Figur des Knecht Ruprecht an Pan angelehnt ist, verkörpert er den Gegensatz zum Weihnachtsmann bzw. heiligen Nikolaus und fungiert gewissermaßen als „gezähmter Teufel“, der mit seiner Rute für die Bestrafung von Kindern zuständig ist, die nicht brav waren. Er gilt seit dem späten Mittelalter vor allem als Kinderschreck, wobei er sogar als Kinderfresser dargestellt wurde, wie etwa an einem Brunnen im schweizerischen Bern:

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Die Figur des Knecht Ruprecht ist damit auch eindeutig angelehnt an den Gott Saturn/Kronos, der ebenfalls alle seine Kinder (bis auf Jupiter) gefressen haben soll, nachdem ihm geweissagt wurde, dass er durch seinen eigenen Sohn entmachtet werden würde (Das Motiv der Entmachtung durch ein neugeborenes Kind wird später noch einmal bedeutsam sein.):

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Doch die Figur des Gottes ist ambivalent. Indem er als Gott des Ackerbaus mit der Ernte assoziiert und mit einer Sichel dargestellt wird, entspricht er zwar einerseits dem „Sensenmann“, der für Tod und Vergänglichkeit steht, aber die Ernte erhält zeitweilig auch neues Leben aufrecht. Der Vorgang des „Kinderfressens“ darf im ursprünglichen mythologischen Sinn daher nicht (nur) wörtlich verstanden werden, sondern es repräsentiert auch das allmähliche „Verschlingen“ des Lebens durch den Ablauf der Lebenszeit. 

Saturn als Vorbild für den Weihnachtsmann

Diese Attribute des Gottes Saturn sind es auch, die in die Figur des Weihnachtsmannes eingeflossen sind, indem etwas Altes endet und etwas Neues beginnt. Daher steht das Weihnachtsfest auch in enger Verbindung mit dem Jahreswechsel, indem es den Übergang markiert und das alte Jahr dem neuen Jahr etwas „mitgibt“, d.h. schenkt. Aus diesem Grund wird der Weihnachtsmann als alter Mann dargestellt und das Kind repräsentiert das neu Entstehende.

Saturn wird auch in einem Wagen dargestellt, der von zwei Drachen gezogen wird und mit diesem durch den Himmel fliegt. Offensichtlich ist daraus später der von Rentieren gezogene Schlitten des Weihnachtsmanns geworden (mit dem er auch fliegen kann).

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Das Motiv eines über den Himmel ziehen Streitwagens hängt zusammen mit der so genannten „Wilden Jagd“, einer aus der Volksmythologie stammenden Vorstellung von einer Himmelserscheinung, die vor allem während der 12 Weihnachtsnächte bzw. Raunächte zu sehen sein soll, die bis ins germanische Heidentum zurückreicht und in Skandinavien auch als „Odins Jagd“ bezeichnet wird.

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(Wotan reitet auf dem achtbeinigen Ross Sleipnir)

Dabei soll es sich um Geistererscheinungen handeln bzw. um die Seelen gefallener Krieger, die nicht zur Ruhe gekommen sind und mit „fürchterlichen Gerassel unter Schreien, Johlen, Heulen, Jammern, Ächzen und Stöhnen durch die Lüfte“ fahren. Dies erinnert daran, dass der Schlitten des Weihnachtsmanns von Schellenklang begleitet ist sowie an seinen charakteristischen Ruf „Ho, ho, ho“.

Das Motiv eines mit einem Streitwagen bzw. einer Sonnebarke über den Himmel fahrenden Gottes erinnert aber auch an antike Vorstellungen von Sonnengöttern wie dem ägyptischen Re oder dem griechischen Helios.

Die phrygische Mütze als Magierhut

Die Mütze des Saturns, aber auch die des Weihnachtsmanns, ähnelt einer phrygischen Mütze, die ursprünglich aus dem Hodensack eines Stieres bestand. Der Grund dafür geht auf alte schamanistische Vorstellungen zurück, wonach durch das Tragen von aus bestimmten Tieren hergestellten Kleidungsstücken, deren Eigenschaften auf den Träger übergehen sollten.

So wurden z.B. der persische Gott Mithras und die thrakische Mondgöttin Diana mit einer phrygischen Mütze dargestellt, aber auch die heiligen drei Könige bzw. Weisen (d.h. Magier) aus dem Morgenland:

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(Die drei Weisen aus dem Morgenland mit phrygischen Mützen)

Die phrygische Mütze war somit nicht nur ein charakteristisches Kennzeichen der jeweiligen Gottheit, sondern auch derjenigen, die in entsprechende Mysterien eingeweiht waren und dadurch privilegiert waren, Stieropfer zu Ehren der Gottheit auszuführen, wodurch die Erneuerung des Lebens symbolisiert wurde.

Der Weihnachtsbaum als Paradiesbaum

Auch die Tradition des Weihnachtsbaums geht auf einen römischen Brauch bzw. den Mithras-Kult zurück. Bei den Römern wurden die Häuser zum Jahreswechsel mit Lorbeerzweigen geschmückt und im Mithras-Kult ehrte man durch Schmücken eines Baumes den Sonnengott.

In nördlichen Regionen sollten mit Hilfe von in Häuser mitgebrachten Tannenzweigen böse Geister abgewehrt werden und gleichzeitig sollten sie durch ihre grüne Farbe die Hoffnung auf die Rückkehr des Frühlings wach halten.

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(Weihnachtsbaum als Paradiesbaum mit Apfelschmuck)

Der 24. Dezember war im Mittelalter der liturgische Gedenktag von Adam und Eva und zu diesem Anlass wurden in der Kirche Paradiesspiele aufgeführt, bei denen ein Paradiesbaum aufgestellt wurde, der mit Äpfeln behängt wurde. In dieser Form symbolisierte er den Baum der Erkenntnis und die Äpfel dessen verbotene Frucht, deren Verzehr durch Adam zur Vertreibung aus dem Paradies führte. An die Stelle der Äpfel sind die Christbaumkugeln getreten, die aus diesem Grund häufig rot sind.

Der Adventskranz als Lichterkrone

Der Brauch des Adventskranzes bzw. Lichteranzündens ist weit verbreitet, so z.B. beim hinduistischen Diwali (dt.: Lichterkette), das in Nordindien zugleich den Neujahrstag markiert. Kernaussage des Festes ist der Sieg des Guten über das Böse, der Wahrheit über die Lüge, des Lichts über den Schatten und des Lebens über den Tod.

Auch beim jüdischen Fest Chanukka handelt es sich um ein achttägiges Lichterfest, in diesem Fall zum Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. Chr. Das Fest beginnt am 25. Tag des Monats Kislew (November/Dezember) und beim Chanukka-Leuchter wird jeden Tag eine Kerze mehr angezündet.

Der Brauch des christlichen Adventskranzes wurde erst 1839 in Norddeutschland eingeführt und soll ursprünglich aus einem Wagenrad mit 24 Kerzen bestanden haben. Heute verwendet man nur noch vier, von denen vier Wochen vor Weihnachten jede Woche eine Kerze mehr, der Reihe nach angezündet wird.

Bei den Nationalsozialisten wurde der Adventskranz durch den „Sonnwendkranz“ oder „Lichterkranz“ ersetzt, der meist mit Sonnenrad- oder Wikingersymbolik verziert war. Die Kerzen repräsentierten anstelle der vier Wochen bis Weihnachten die vier Jahreszeiten und wurden „Wünschelichter“ genannt, deren Anzünden mit so genannten „Lichtersprüchen“ einherging.

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(Luciafest in Schweden)

In Skandinavien wird am 13. Dezember, dem Gedenktag der heiligen Lucia, das „Luciafest“ gefeiert, der vor der Einführung des gregorianischen Kalenders im Jahre 1752 der kürzeste Tag des Jahres war. Das Fest steht somit ebenfalls in der Tradition der heidnischen Sonnenwendfeiern und ist kaum noch christlich geprägt. Dabei wird ein Mädchen für die Rolle der Lucia ausgesucht, das ein weißes Gewand trägt und einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf.

Das Christkind als weiblicher Engel

Obwohl das Christkind dem Namen nach den neugeborenen Jesus repräsentiert, ähnelt das Erscheinungsbild jedoch der schwedischen Lucia, indem es ebenfalls von einem Mädchen in einem weißen Gewand verkörpert wird und das anstelle des Lichterkranzes eine goldene Krone trägt. Außerdem trägt es bevorzugt blonde Haare oder eine goldene Perücke und das Gewand ist besonders an den Ärmeln mit goldener Farbe verziert, was die Ärmel wie Flügel erscheinen lässt und den Eindruck einer engelhaften Erscheinung verstärkt.

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Wurde Jesus an Weihnachten geboren?

Es ist sehr umstritten, ob Jesus Christus wirklich als historische Person nachweisbar ist (War Jesus Caesar? 2000 Jahre Anbetung einer Kopie (Videos)). Selbst Experten, die von seiner Geburt überzeugt sind, gehen davon aus, dass diese nicht im Jahre 0 stattgefunden hat, nicht am 24. Dezember und auch nicht in Bethlehem. Stattdessen soll er entweder im Jahre 7 oder 4 v. Chr. und im April oder Sommer in Nazareth geboren sein.

Zwar ist es durchaus möglich, dass es einen Jesus von Nazareth wirklich gab, aber es spricht vieles dafür, dass seine Person und seine Biografie so stark idealisiert wurde, dass viele Berichte über sein Leben eher symbolisch aufgefasst werden müssen, wenn nicht sogar alle. Zwar wird immer wieder behauptet, dass die Existenz Jesu durch römische Quellen belegt sei, jedoch ist darin in der Regel von einem „Christus“ die Rede. Das Wort Christus ist die lateinisierte Form des griechischen Wortes für „Gesalbter“ und bezeichnet von Gott auserwählte Könige oder Priester. Das bedeutet, dass der Name „Christus“ als Titel zu verstehen ist, der nicht ausschließlich auf Jesus von Nazareth zutreffen muss.

Parallelen zwischen Jesus und Krishna

Die Liste der Personen und Gottheiten, die bemerkenswerte Übereinstimmungen mit dem Leben Jesu aufweisen ist lang und würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Als Beispiel sei hier nur auf einige Parallelen zum hinduistischen Gott Krishna hingewiesen:

Als erstes fällt bereits der ähnliche Wortstamm der Namen „Christus“ und „Krishna“ auf. Außerdem wird Krishna von seinen Anhängern als „Inkarnation des Höchsten“ verehrt, was ebenfalls zur Beschreibung Jesu als „Gottes Sohn“ passt. Sein himmlischer Wohnort war „Goloka“, während Jesus auf „Golgotha“ gekreuzigt wurde. Wie Jesus sollte auch Krishna kurz nach seiner Geburt getötet werden, konnte jedoch unter Kuhhirten überleben, während bei Jesu Geburt im Stall ein Ochse anwesend gewesen sein soll und er der „Gute Hirte“ genannt wird. Der neugeborene Krishna wurde von Vasudeva über einen Fluss getragen, so wie Jesus vom heiligen Christophorus über einen Fluss getragen wurde.

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Krishna wird irrtümlich durch den Pfeil eines Jägers getötet, bei Jesus ist es der römische Soldat Longinus, der ihm den Speer in die Seite stößt. Krishna hat dem Jäger verziehen, während Jesus gerufen haben soll: „Oh Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“ Krishna kehrte in den Himmel zurück, auch Jesus soll nach seiner Wiederauferstehung in den Himmel aufgefahren sein. Krishna soll eine Krone getragen haben, während Jesus bei seiner Kreuzigung von den Römern zum Spott eine Dornenkrone aufgesetzt bekam.

Weihnachten als Wiedergeburt des Lichts

Meist wird Jesus mit einem „Heiligenschein“ dargestellt, doch dies ist auch bei vielen anderen, nicht-christlichen Heiligen und Gottheiten der Fall, so wie bei Buddha.

Vor allem aber symbolisiert er das „Licht der Welt“ und er entspricht damit einem Licht- oder Sonnengott wie etwa Aton und Horus (Ägypten), Sunna/Sol (Germanen), Apollo und Helios (Griechen), Lugh und Sulis (Kelten), Mithra (Perser), Mithras und Sol (Römer) sowie Mitra (Südasien), während seine 12 Apostel stellvertretend für die 12 Monate bzw. Tierkreiszeichen stehen und seine Mutter Maria wie so viele andere weibliche Gottheiten mit dem Mond assoziiert wird (Astrotheologie: Sonnenkult Jesus (Videos)).

Die Geburt Jesu kann somit in Analogie zur Wintersonnenwende als Wiedergeburt des lebensspendenden Lichts verstanden werden. Indem Jesus drei Tage nach seinem Tod wiederauferstanden sein soll, entspricht dies in etwa dem zeitlichen Abstand der Wintersonnenwende am 21. Dezember zum Beginn der Weihnachtsfeiern am 24. Dezember.

Die Wiederauferstehung kann aber auch in einem spirituellen Sinne verstanden, indem der Tod des alten Ichs die Voraussetzung für ein neues, erleuchtetes Leben ist. Dies entspricht auch dem schamanistischen Weltbild, nach welchem der angehende Schamane bei seiner Initiation in Trance seine eigene Zerstückelung und Wiederbelebung erfährt und wie es z.B. auch im Osiris-Mythos der Fall ist.

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(Osiris als lebensspendender „grüner Mann“)

In diesem Sinne ist Weihnachten nicht nur ein Fest einer Erneuerung des Lebens auf der Erde, sondern auch einer spirituellen Erneuerung des menschlichen Geistes.

Video: Zeitgeist ist ein von Peter Joseph produzierter Film, der mit den Mitteln eines Dokumentarfilms u.a. eine Reihe von Verschwörungstheorien rund um das Christentum, die Anschläge vom 11. September 2001 sowie die Verbindung zwischen Hochfinanz und Kriegswirtschaft aufgreift.

http://www.pravda-tv.com/2015/12/besinnliche-weihnachten-was-feiern-wir-eigentlich-video/

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Gruß an die Erneuerung

Der Honigmann

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8 Gedanken zu „Besinnliche Weihnachten: Was feiern wir eigentlich? (Video)“

  1. @ jpr65
    um 19:54

    „Um deutsch sprechen zu können, muss man mindestens ein Gott sein. Oder die menschliche Inkarnation eines göttlichen, schöpferischen Lichtwesens.“

    Das bedeutet ja, daß alle Deutschen Götter sind bzw. das was du danach aufgeschrieben hast. Aber so steht es ja auch hier:

    Psalm 82:6 Ich habe gesagt: «Ihr seid Götter und allzumal Kinder des Höchsten;

    Und so geht es später mit der Information weiter:

    Psalm 89:27 Und ich will ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten der Könige auf Erden.

    Ist nicht der echte Erstgeborene der, der VOR allen anderen Menschen das sogenannte Licht der Welt erblickte? Es geht also nicht um seine Mutter, sondern um den, der per Geburt als Erster auf diese Welt kam. Jedenfalls Jesus Christus kann das unmöglich sein, denn so lange reicht seine Geburt nun wirklich nicht zurück.

    Wird es nicht langsam Zeit dafür des echten Erstgeborenen vor allen anderen Menschen zu gedenken?

    Zitat: „Manu

    (Hinduism) A title accorded the progenitor of mankind, first king to rule this earth, who saves mankind from the universal flood.“ Zitat Ende, Quelle: https://en.wiktionary.org/wiki/Manu

    Diverses dazu aus dem Internetlexikon:
    1. „Manu (Sanskrit: मनु Manu m. „Mensch“, „Menschheit“) ist im Hinduismus der Stammvater der Menschen. “
    2. „Mannus war laut Tacitus der sagenhafte Stammvater der Germanen.“ (Anmerkung: Das zweite N im Wort Mannus kann auch wegfallen!)

    Nur zur Information: In der Bibel wurde aus dem guten Man[n]us der böse Kain gemacht. Klar wem das dienlich ist, denn auf den biblischen Abel ist Jesus Christus ein Bild, und nur ein BILD im wahrsten Sinne des Wortes. Der Grund dafür steht hier:

    Matthäus 15:24 Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlornen Schafen des Hauses Israel.

    Übrigens, ihr wißt ja vom Immanuel. Diesen Namen muß man so lesen: I’m Manu El = „Ich bin der Erstgeborene des Höchsten“, kürzer gesagt: „Ich bin der Sohn des Vaters“, auf Hebräisch kurz Barabbas, voller Name auf Griechisch: Jesoûs (hò) Barabbâs.

    Noch eins, wenn man den Namen Kain rückwärts zu lesen versteht, dann kommt Noach (Noah) dabei heraus. Interessant ist dazu, was im Hinduismus (siehe oben) über den Manu als den ersten König und die Sintflut (engl. the universal flood) gesagt wird.

    Die Wahrheit kann man nicht (aus)löschen!
    Quelle: https://bumibahagia.com/2017/12/24/weihnachtsgruss/comment-page-1/#comment-87584

  2. Natürlich ranken sich um das Weihnachtsfest viele Geschichten und Interpretationen. Das ist menschlich und völlig normal für die Menschheit.

    Die alten Kulte, die wir oben erklärt bekommen, sind Überbleibsel aus lange vergangenen Zeiten, als es noch echte Kulte gab, die allerdings schon lange in verschiedene Abartigkeiten abtauchten. So leid es mir tut, weil ich ein großer Freund der Griechen bin, muß erwähnt werden, daß die Verpervertierung vieler mystischer Überlieferungen eng mit der sexualisierten Kult-Kultur der Griechen zusammenhängt. Aber auch dieser Abfall der Qualität und Inhalte der alten echten Kulte hat eine uralte und lange Tradition. In Ägypten kämpften viele Tempel und Tempel-Priester gegeneinander. Dort gab es ganze Tempel, die in sehr schreckliche Abartigkeiten verfielen. Andere Tempel, welche die heiligen Überlieferungen schützten und bewahrten, konnten sich gegen die Übermacht der Gewalt und Terrorismus auf Dauer leider nicht durchsetzen.

    Was ist von den uralten wirklich wertvollen Weisheiten eigentlich noch übrig geblieben? Verdammt wenig! Und ich höre keine Fragen von den Menschen danach. Die Menschen interessieren sich für Stars, Technik die sich kaufen möchten oder für Nahrungsergänzungsmittel.

    Aber das Leben, das interessiert sie nicht!

    Das moderne Weihnachten, das hasse ich.

    Dennoch möchte ich anderen Menschen das Weihnachten, das ihnen gefällt und das zumindest bei uns nicht allzusehr entartet, nicht verderben indem ich eine Miesepeterlaune und ein Regentagewettergesicht aufsetze oder als Oberlehrer mahnende oder besserwisserische Erklärungen in die Welt schmettere.

    Die Menschen nicken eh nur relativ stumm dazu und denken sich ihren Teil. Das was gesagt wurde verpufft und ist wirkungslos, was man auch daran sieht, daß im nächsten Jahr noch mehr Geld für das große Fest ausgegeben wird. In den Menschen ist zu wenig Interesse, zu wenig Gefühl, zu wenig Energie vorhanden um aus dem Hamsterrad des allgemeinen Opiat-Rausches auszusteigen. Die Entzugserscheinungen wären katastrophal, das will niemand erleben.

    Allzu große Strenge und allzu ernstes Pochen auf Wahrheit und Gerechtigkeit führt zu nichts Gutem, das hat schon Platon erkannt, wenn er es denn wirklich war und er nicht nur aus einer viel älteren Quelle zitiert hat.

    Darum habe ich für mich entschlossen, in diesem Jahr das Weihnachtsfest als die Geburt einer Lehre des Lebens zu feiern. Das neue Testament enthält einige verborgene Wahrheiten über das Leben. Diese wenigen, übrig gebliebenen Wahrheiten liegen offen auf dem Tisch, aber dennoch sind sie kunstvoll schützend umhüllt.

    Von den katholischen Priestern habe ich gar nichts gelernt.
    Das muß ich leider genau so sagen und wiederholen.
    Heute flüchte ich vor jedem Priester, ich will die nicht mehr sehen, ich will deren Kirchen nicht betreten, ich will deren falsches Gefasel nicht mehr hören.

    Jeder Mensch in unserer Zivilisation weiß ganz genau und akzeptiert es auch, daß man Mathematik, Chemie, Physik einige Jahre auf der Universität studieren muß um einen Einstieg in die jeweilige Materie des Wissens und seiner Anwendung zu erhalten. Danach muß aber weitergelernt und geübt werden, bis man irgendwann wirklich gut wird und eine Art Meisterschaft darin erlangt, sofern man das wirklich möchte.

    Seltsamerweise glauben die Menschen, über das Leben selbst gäbe es nichts besonderes zu wissen und zu lernen. Das ist nicht richtig. Man fühlt sich modern, wenn man über die Religion die Nase rümpft und dafür stimmt, Religion aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. Das ist falsch.

    Richtig ist, daß die Art von Religion, die wir heute gewohnt sind, ein Saustall ist. Besser wäre es, ernsthaft zu untersuchen, ob es Bestandteile in den alten Überlieferungen gibt, mit denen ernsthaft gelebt und gearbeitet werden kann. Ich persönlich bin davon absolut überzeugt.

  3. Jeder Mensch der plant Weihnachten zu feiern, sollte sich dies vorher ansehen! https://www.youtube.com/watch?v=weMnjGXbB2A

    Zitat: “Fröhliche Weihnachten oder ein Satanisches Fest! Ich bin zu letzterem Ergebnis gekommen und wollte eigentlich ein Video dazu machen, habe mich aber erinnert, dass Rob bereits ein tolles Video zu diesen Thema gemacht hatte. Danke Rob! Ich wünsche allen ein schönes Julfest…. LG Markus

    Vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen.. liegt vielleicht daran, keine anders-lautende Meinung zu hören oder bisher gehört zu haben oder zu wollen.

    Jeder hat im Laufe der Zeit seine Sichtweise und wer nur seinen eigenen Horizont sieht, sieht auch selten darüber hinaus. Zementierte Meinungen und eine vorgefertigte Weltanschauung lassen oftmals keine Lösung durchscheinen.

    Nimmt man sich die Zeit und hört sich an was andere zu einem Thema zu sagen haben, kann erst etwas neues entstehen und ein Stück weit die Sicht, mit einem anderen Blickwinkel ermöglichen.

    Die Betrachtungsweise die jeder hat, verglichen mit dem wie jemand anderes die Sache sieht, lässt unter Umständen beide zum Teil, das sehen, was ansonsten beiden verschlossen geblieben wäre.

    Wer nur unterwegs ist mit seinen Vorstellungen wie alles funktioniert und zu funktionieren hat, ist an sich in einem bedauernswerten Dilemma. Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.

    Es könnte sich dem aufgeschlossenen eine Menge an Neuem erschließen, wenn das Wörtchen, wenn, nicht wär. Anstelle von dem zu profitieren was eine Weiterentwicklung erst ermöglicht, wird festgehalten an dem wie man`s schon Jahr ein und Jahr aus handhabt.

    Zuviele Besitzstandswahrer, an unveränderten Standardmeinungen, die einfach ängstlich und Misstrauisch alles beäugen, was anders klingt, als das wie man etwas schon eh und je betrachtet und handhabt. Viele haben eine Riesenangst, ihre Meinung zu ändern, weil sie dann zugeben müssten, manches in der Vergangenheit falsch gemacht und gesehen zu haben.

    Da laufen diese Gefahr, unglaubwürdig zu erscheinen im nahen Umfeld, dass diese doch als Konsequente Verfechter der einmal zurecht gelegten Antworten kennt. Deswegen reagieren solche Zeitgenossen auch empört und panisch, wenn jemand, an ihrer Sicht der Dinge rüttelt.

    Zuhören und dadurch wenigstens im Ansatz, sehen oder erkennen was sich noch im Verborgenen befindet.” Zitatende

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