Evolution hat Gehirne mehrfach unabhängig entwickelt 4.33/5 (3)

von Terra Mystica

Vorne ein Gehirn, dahinter ein Nervenstrang: Bisher hielt man dies für ein uraltes gemeinsames Konzept. Doch Gen-Daten zeigen, dass viele Tiergruppen unabhängig voneinander Gehirne entwickelten.

Auf den ersten Blick sind sich die Nervensysteme von Menschen und Fliegen recht ähnlich. Neue Forschungsergebnisse deuten aber darauf hin, dass der Unterschied zwischen ihnen grundlegender ist als bisher vermutet. Demnach entstanden die Strukturen des Zentralnervensystems in den verschiedenen Untergruppen der zweiseitig-symmetrischen Tiere (Bilateria) im Verlauf der Evolution unabhängig voneinander. Wie eine Gruppe um José M. Martín-Durán von der University of Bergen in Nature berichtet, unterscheiden sich die genetischen Mechanismen der Nervensystementwicklung zwischen Ringelwürmern, Armfüßern und Rädertierchen so stark, dass ein gemeinsamer Ursprung unwahrscheinlich ist. Offenbar ist das Gehirn kein gemeinsames Merkmal der Bilateria, sondern das Ergebnis konvergenter Evolution. Dass diese Nervensysteme sich in ihrem Aufbau ähneln sowie in manchen Mechanismen ihrer Entwicklung, ist also womöglich nur ein Nebeneffekt des zweiseitigen Körperbaus.

Hintergrund der Forschungsarbeit ist die recht neue Entdeckung, dass das eigentlich für die Bilateria grundlegende Prinzip eines zentralen Nervenstrangs, der von einem großen Gehirn ausgeht, nicht bei allen zweiseitig-symmetrischen Tieren verwirklicht ist. Die Spielverderber sind die erst 2009 beschriebenen Xenacoelomorpha. Diese wurmähnlichen Tiere zeigen eine ungewöhnliche Vielfalt an Nervensystemstrukturen: Manche von ihnen ähneln eher den Nesseltieren, die nicht zu den Bilateria gehören, andere haben gleich mehrere Nervenstränge. Bisher dachte man, diesen Tieren sei das typische Gehirn-Nervenstrang-System in späterer Zeit wieder verloren gegangen. Martín-Durán und seine Arbeitsgruppe widersprechen dem nun: Vielmehr hatten die frühesten Bilateria wohl gar kein Gehirn.

Das Team untersuchte anhand der evolutionär sehr alten Homöobox-Gene, die die Entwicklung des Körpers steuern, die genaue genetische Organisation der Nervensystementwicklung in den Spiralia. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Regenwürmer, Rädertierchen und Armfüßer. Das überraschende Ergebnis: Es gibt keine typische konservierte Organisation des zentralen Nervensystems, nur strukturelle Ähnlichkeiten, vermutlich weil die spiegelsymmetrische Körperstruktur als Schablone fungiert. In den Details zeigt sich aber, dass die untersuchten Tiere einzelne der Homöobox-Gene im Nervensystem in unterschiedlichen Funktionen nutzen können. Damit ist sehr unwahrscheinlich, dass die Zentralnervensysteme alle den gleichen Vorläufer haben: Das Gehirn wurde mehrfach erfunden.

Quelle: Lars Fischer für Spektrum der Wissenschaft

Foto: Chrischan/Wikimedia

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Gruß

Der Honigmann

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2 Gedanken zu „Evolution hat Gehirne mehrfach unabhängig entwickelt“

  1. Der berühmte ZUFALL hats also gemacht? Diese “EVOLUTION”?

    Man kann nur was “evolutieren”, was vorher schon da war.
    Was war denn VORHER da?

    Was ist ein ZUFALL? Auch ein ZUFALL selbst kann nur existieren, wenn es VORBEDINGUNGEN für eben diesen “Zufall” gab.
    Aus dem REINEN NICHTS kann auch “kein Zufall” entstehen.

    WER allen Ernstes MEINT, diese unglaubliche wundervolle SCHÖPFUNG, diese unglaubliche Komplexität, dieses Zusammenwirken aller Naturenergien, aller Elemente, der Pflanzen, der Tiere etc. sei aus NICHTS entstanden,

    ohne einen “großen BAUPLAN” von “Jemanden, der sich das ausgedacht” hat, also OHNE eine “Art von Gottwesen”- wie auch immer man sich dieses vorstellen mag- der soll mal hingehen

    und Ziegellehm, Steine, Zement, ein paar Stücke rohes Eisen, Holzstücke, einen Hammer, eine Zange und eine Säge
    auf einen ungeordneten HAUFEN zusammen hinwerfen:

    Und dann soll er DA sitzen und WARTEN, bis sich aus diesem Haufen VON SELBST ein HAUS erbaut.

    Und das ist nur ein primitives Haus.

    Wie lange wird er wohl WARTEN müssen, bis sich darin LEBEN regt? Bis sich das Ganze anfängt, von selbst zu vermehren? Bis ein Grashalm anfängt nach oben zu streben, Same auswirft und sich daraus wieder ein neuer Grashalm bildet?

    Sie sollten mal hingehen und nur 10 Minuten die LUFT anhalten und dann sehen sie: “Da ATMET MICH etwas!” Ich habe doch nicht mal über meinen eigenen Körper irgendeine Kontrolle!!

    Mannomann, diese Hochmutsgeister, die von “Evolution als Ersatzreligion” reden, sie sind ZU HOCHMÜTIG, um an einen GOTT zu glauben.

    Dann wären sie selber nämlich nicht mehr die ALLERGRÖSSTEN KLUGSCHEISSER, die alleinberechtigten MANIPULATOREN dieser Erde und müßten zugeben, daß es “über ihnen eine Obrigkeit” gibt.

  2. Ich muß ergänzen, damit man besser versteht, was ich meine:

    ES STIMMT, daß diese Erde Jahrmillionen gebraucht hat um sich zu entwickeln, Jesus Christus sagt das selbst. Er beschreibt sogar ausführlich die langen langen Erdbildungsperioden. Das Entstehen und Wiederverschwinden von Pflanzen und Tierwesen. Es stiegen Kontinente empor und verschwanden wieder, also Lemurien und Co können natürlich sehr wohl “da” gewesen und wieder verschwunden sein.

    Es gab auch “Vormenschen”. Sie waren aber mehr noch “tierischer Art.” Instinktgebundener. Also stimmen natürlich auch die ganze Neandertalerfunde, Lucy in Afrika etc.

    Aber DER “FREIE” MENSCH, der Hochkulturmensch, der sich selbst bewußte MENSCH, also das, was wir heute(!) als MENSCH ansehen, den gibts erst seit Adam. Und der Adam wurde erschaffen 4151 v Chr.

    Es gibt damit ÜBERHAUPT keinen Widerspruch zwischen der Lehre des Jesus Christus und den Erkenntnissen der heutigen Wissenschaft. Denn Hochkulturen, Städtebau, Schriftverwendung, technisches Wissen begann weltweit AB da!

    Das, was einige Kreationisten meinen, also BUMM!! und dann war ALLES mit einmal da- ist also naiv und falsch.
    Und das, was einige Evolutionäre meinen, daß es gar keine Schöpfung und keine Erschaffung Adams gab und alles nur Zufall ist, ist ebenso falsch.

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